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Normale Version: Technics SU-8088 defekte Endstufentransistoren.
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Guten Morgen zusammen.
Ich hatte vor zwei Wochen einen Technics SU-8099 zu revidieren, das war ein Marathon, Schalter Reinigen, Relais, den festgegammelten LS-Umschalter gängig machen usw.

Nun lief mir ein optisch hervorragend erhaltener Technics SU-8088 zu.
Schon nach Abnehmen des Bodenbleches wurde klar, dass die Treibertransistoren im linken Kanal geprüft wurden.
Als Q419 (2SC1913) war ein BD 243C eingebaut, die Platine unter ihm hatte starke Hitzemarken.
also ich kenne sowas von alten Fernsehtechniker-Meistern mit Schwertern und Brillianten, die zwar viel Erfahrung in der Reparatur von CRT-Fernsehern haben, aber so gut wie noch nie so ein Gerät auf dem Tisch hatten.
Leider hat das einer der Endmänner nicht überlebt.
Q423 (2SC4289) ist tot.

Das Gerät ist von 1979, also zur Hochzeit der "Tf-Manie".
Die Transistoren mussten eine Tf von 50Mhz haben oder noch mehr, die Hersteller versuchten sich gegenseitig zu übertreffen.
Ich meine, wir bauen hier Hifi-Verstärker...ausser Specral, die bauen VHF-Verstärker.

Nun gibt es solche Transistoren nicht mehr, Halt, einen Moment, es gibt sie nicht mehr im TO-3-Gehäuse!
Zum Beispiel der 2SC1386 von Sanken ist mit einer Tfmax von 40Mhz gelistet.
Sein NPN-Komplementär 2SC3519 bis 50Mhz.

Das sieht zwar nicht so schön aus auf dem Kühlkörper, aber ich werde es probieren.
Schwingneigung überwachen, Ruhestrom überwachen, und mal sehen.

Bei den Motorola/ON Typen ist eben das Problem des hohen zulässigen Kollektotstroms, daher kann die Tf nicht so hoch sein.
Übrigens sitzen in der Krell KSA-200S selektierte, speziell für Krell gestempelte Mj15025/Mj15026.
Kann man ja mal drüber nachdenken.
Nach langer Zeit geht es mit dem Technics weiter.
Ich habe mich entschlossen, die Sanken-Typen zu verwenden, 2SA1186A und 2SC3519A.
Im linken Kanal dann zu hoher Ruhestrom, der immer weiter anstieg.
Gerät aus!
Im rechten Kanal überhaupt kein Ruhestrom, absolut 0mA.
Da ich die alten Transistoren eh ersetzen wollte, baute ich auch dort die Sanken-Typen ein.
Der Bauteiletester zeigte übrigens beim 2SA1065 Hfe:0 an.
Auch im rechten Kanal das Verhalten, stetiges, recht schnelles Ansteigen des Ruhestromes.
D407 und D408 (STV4HG) sog. "Varistoren", Mehrsperrschicht-Dioden, die ja schon zahllose Endstufen auf dem Gewissen haben, sind hinüber.
Eine verdammte Mode war das damals in den 1970ern und frühen 1980ern.
Ich ersetzte sie probeweise durch drei in Reihe geschaltete 1N4148 und das funktionierte prima.
Natürlich keine TK, da ich die Dioden erst mal frei verdrahtet hatte.
Jetzt muss ich diese Reihenschaltungen noch in eine Form bringen, die ich an den Kühlkörpern montieren kann.

Nach langer Zeit geht es mit dem Technics weiter.
Ich habe mich entschlossen, die Sanken-Typen zu verwenden, 2SA1186A und 2SC3519A.
Im linken Kanal dann zu hoher Ruhestrom, der immer weiter anstieg.
Gerät aus!
Im rechten Kanal überhaupt kein Ruhestrom, absolut 0mA.
Da ich die alten Transistoren dort eh ersetzen wollte, baute ich auch dort die Sanken-Typen ein.
Der Bauteiletester zeigte übrigens beim 2SA1065 Hfe:0 an.
Auch im rechten Kanal dann das Verhalten, stetiges, recht schnelles Ansteigen des Ruhestromes.
Ursache waren D407 und D408 (STV4HG) sog. "Varistoren", Mehrsperrschicht-Dioden, die ja schon zahllose Endstufen auf dem Gewissen haben, sind hinüber.
Eine verdammte Mode war das damals in den 1970ern und frühen 1980ern.
Ich ersetzte sie probeweise durch drei in Reihe geschaltete 1N4148 und das funktionierte prima.
Natürlich keine TK, da ich die Dioden erst mal frei verdrahtet hatte.
Jetzt muss ich diese Reihenschaltungen noch in eine Form bringen, die ich an den Kühlkörpern montieren kann.
Liest sich spannend, aber dein Bericht wäre 100% interessanter wenn man auch was sehen könnte. 
Nur so ne Idee… imgur u. Postimage helfen dir.
Moin,

zur Montage der Th-Dioden hat -scope- mal irgendwo eine
Methode veröffentlicht, die ich auch z.B. Bei FM-Endstufen
früher erfolgreich angewendet habe:

Klebe die Diode/n samt zwei Zuleitungen mit Epoxy in das
Kabelende eines großen Kabelschuhes, Ring- oder Gabel-,
ohne Kunststoffkragen.
(Geht mit heutigen SMD-Dioden noch besser als "früher").

Damit hast Du eine gute Wärmeleitung (wenn aus Kupfer)
und es läßt sich dann am KK oder direkt an einem Endtran-
sistor verschrauben.

Es gibt Photos davon, im HF? - hier?
(28.09.2025, 10:11)hifitohop schrieb: [ -> ](...)
Bei den Motorola/ON Typen ist eben das Problem des hohen zulässigen Kollektotstroms, daher kann die Tf nicht so hoch sein.
Übrigens sitzen in der Krell KSA-200S selektierte, speziell für Krell gestempelte Mj15025/Mj15026.
Kann man ja mal drüber nachdenken.

Habe ich gemacht.

Gemeint ist vermutlich die Paarung MJ15024 + MJ15025.
Die großen MJ15026 + MJ15027 sind echter Goldstaub.

Kinergetics KBA-200
[Bild: nhxpQAIl.jpeg]

Für die Transitfrequenz ist das ,,Beräumen" des Chips entscheidend, das u. A. auch vom Herstellungsprozess und der Größe des Chips abhängig ist. Umso größer der Prüfstrom, umso länger dauert die Beräumung. Daher sind die Prüfbedingungen laut Datenblatt immer entscheidend, da sie von den Herstellern selbst festgelegt werden und sich im Detail unterscheiden können.

Motorola hatte vor Ausgliederung zu ON-Semi mehrere TO-3-Gehäuse in der Produktion, die je nach Verlustleistung unterschiedlich aufgebaut waren. Zwischen 150 und 250 Watt kam die sog. Power-Base zum Einsatz. Für diese Power-Base waren auch die Chips ab 16A als Ringemitter ausgelegt. Die Bonddrähte begrenzen den Strom auf 16A. Mehr Strom mehr Drähte.

Wing Shing MJ15027 in der alten 20A-Version (neu 16A)
[Bild: cFUDGx9l.jpeg]

ON-Semi meint zwar selbst die Power-Base übernommen zu haben, nur haben sie meines Wissens nach nie Ringemitter gefertigt. Letztlich dürften sie damit mit den von ISC angebotenen Nachbauten vergleichbar sein.
Dabei waren Ringemitter Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre der heiße Scheiß (Tf-Manie) und somit auch bei vielen im Angebot, bspw. als 2SC2528/2SA1078 im TO-220 von Fujitsu im Sept. '79.

Der einzige Lizenznehmer von Motorolas Power-Base/Ringemitter war Wing Shing Semi. Motorola hatte das M im Kreis und Wing das W im Kreis. Motorola bediente die Elefanten und Wing die Ameisen. Nachdem Motorola an ON-Semi übergab, hatte Wing weiterproduziert und Bestände aus dieser Periode sind heute noch bei einigen Lieferanten zu finden, i. d. R. aber nicht für Hobbyisten.

Wer schonmal Transistoren selektiert hat weiß, was das für eine bescheidene Arbeit ist. Transistoren streuen wie der Hund pinkelt. Exemplarisch hat das hier der Telefunker am Supra-Nachbau mit BC550/560 exerziert: für ein gutes Ergebnis lag die Quote dort bei ca. 100:1. Das machen Interessierte nur einmal im Leben. Wenn also Krell Transistoren selektiert hat, dann bestenfalls mit einer 10:1-Quote, sprich sie haben einen akzeptablen - im Gegensatz zum o. g. guten - Bereich angestrebt. Problem bei amerikanischen Halbleitern: Sie sind nicht in hfe-Klassen eingeteilt, wie es bei europäischen und japanischen Halbleitern üblich ist. Mit der - vermutet - geringen Selektionsquote wird Krell somit nur knapp das euro./jap. Niveau erreicht haben, auch wenn ich damit ungewollt allen Krell-ianern vor den Kopf stoße. Schlußendlich fand die Selektion zum Supra nur in der hfe-Klasse ,,C" statt, war also schon ,,vorselektiert", um mal eine Idee davon zu vermitteln, wie sehr es dort streut.
Danke für diesen Beitrag, "streuen wie der hund pinkelt", schön formuliert, ja, die Selektiererei ist wirklich eine Sch***-Arbeit.
Das werde ich mir für die Dünnfilm-Messumformer bei der Arbeit merken, wenn ich die justiere, streuen die genau so.
Ja, diese Tf-Manie ebbte in den späten 1980ern scheinbar ab.

Gestern hatte ich erst mal damit zu tun, die Schalter zu reinigen, Input-Select, Recorc-Select, Phono-Select, DC/via Tone und den Muting-Schalter.
Vor allem der Input-Select hatte etwas unter vorherigen Kontaktspray-Einsatz gelitten.
Es gibt schönere Arbeit, aber danach das Ergebnis zu genießen, entschädigt dann wieder.

Das Ergebnis meiner Endstufenarbeit gefällt mir noch nicht.
Es dauert so in etwa 20 Minuten, bis die Ruhestrom-Regelung einsetzt, das ist deutlich zu lang.
Bis dahin steigt der Strom an von den eingestellten 50mA auf etwa 110mA, um danach zu sinken und bei ca 60mA zu verbleiben.

"Den Krellianern vor den Kopf stoßen".
Ich bin keiner, ich wollte nur mal so ein Ding aus der Nähe sehen und studieren.
Hinter mir steht dieses Kupfer-Eisen-Aluminuimschwein von KSA200S.
Eine Parallelschaltungsorgie mit maßlos überdimensioniertem Netzteil, überbewertet.
Die Transistoren kamen von Motorola mit spezieller-Krell-Stempelung, also werden die wohl dort selektiert worden sein.
Aber schaut euch mal an, was Mr. D'Agostino heutzutage zusammenbauen lässt.....oh Mann.
Für meinen Verdacht scheinen die Streuungen bisher die TO-3 Gehäuse zu betreffen. Ich habe 30 Transistoren TO-3P 2SC5200 von ISC durchgemessen. Bei 10mA Basistrom hatten die alle einen hfe von 95 bis 105. (Alle mit "P" gestemplelt).
Uce bei 1mA Grenzwert bewegte sich bei allen zwischen 270 und 290V - das hat mich schon erstaunt und kein Ausreißer dabei. Bei Original-Transistoren von Toshiba waren die Unterschiede größer, auch vor allem zwischen 2SC5300 und 2SA1943. Aber alle noch im Bereich des Datenblattes. Alle meine anderen TO-3 Transistoren im Vorrat haben größere Schwankungen.