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Normale Version: Pioneer A-616 kurioses Problem
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Hallöchen in die Runde,
ich hatte es ja angekündigt und konnte es heute Abend nicht lassen, mir einen Pioneer A-616 anzusehen und mich mit dem Schaltplan "anzufreunden". Und: ich fange ja von vorne nach hinten an:
kurios ist, dass ich beim Power Schalter bei beiden Kontakten gegen Masse etwa 93 Volt messen kann, egal ob aus- oder eingeschaltet. Die Power LED bleibt in beiden Fällen aus. Die Sicherungen sind alle intakt. Der Trafo bekommt eingangsseitig immer 225 Volt und ausgangsseitig messe ich gegen Masse genau nichts.
Kann es jetzt sein, dass A der Powerschalter auf "Ein" festhängt (obwohl ich Bewegung sehen und Rasten hören kann) und B die beim Trafo eingezeichnete Sicherung (unten rechts) durchgebrannt ist (die ist wohl laut SM im Trafo selbst eingebaut und lässt sich so erst einmal leider nicht messen oder wechseln). Ob noch mehr defekt ist, kann ich daher derzeit nicht sagen. Wenn jemand meine Theorie bestätigen könnte, wäre das zwar nicht unbedingt prima, aber immerhin würde das dann vermutlich dazu führen, dieses Projekt abzubrechen und zum nächsten überzugehen. Ich freue mich über Antworten und weitere Ideen. Danke und
[Bild: Pioneer-A-616.jpg]



viele Grüße

PS.: erbitte kurze Mitteilung, falls das Posten eines kleinen Teilschaltplans unerwünscht ist.
Der Netzschalter kann schon bei "Ein" festhängen. Deshalb müsste das Gerät aber dennoch funktionieren, Du kannst halt nur nicht ausschalten.

Wenn Du bei eingeschaltetem Netzschalter 225V am Trafo messen kannst, ist der Netzschalter, was den Durchgang betrifft, o.k. Nun zieh' den Netzstecker aus der Steckdose und miss zwischen den beiden Kontakten am Netzstecker (bei eingeschaltetem Netzschalter) den Widerstand. Du kannst auch an den Trafoanschlüssen, an denen Du vorher die 225V gemessen hast, messen. Aber auch dies bitte mit gezogenem Netzstecker! Wenn bei dieser Messung der Widerstand gegen unendlich ist, wird die Temperatursicherung im Trafo defekt sein.

Gruß
Wenni
Moin Wenni,
danke, der Netzschalter verhält sich so, wie Du vorgeschlagen hast, also offenbar heile. Schalter aus kein Messergebnis und Schalter ein gegen 0 Ohm. Temperatursicherung im Netzteil kannte ich so noch nicht. Meine bisher reparierten Verstärker hatten das offenbar noch nicht, die sind aber auch viel älter. Was ich aber nicht verstehe ist, warum dieser Trafo Dauerstrom ausgesetzt ist und wie dann die Schaltung mit dem Netzschalter funktionieren soll. Der sitzt ja vor dem Trafo. Sorry für mein mitunter "gefährliches Halbwissen" und viele Grüße
PS.: eine Eigenreparatur lohnt daher vermutlich nicht, ausser es "fliegt" einem irgendwann ein weiterer A-616 zu und baut aus zwei einen und "hofft"
Noch ein Nachtrag: Widerstand am Netzteil gemessen bei gezogenem Netzstecker: kein Messergebnis, also dürfte die Thermosicherung defekt sein oder im Bereich der Primärwickelung eine Unterbrechung stattgefunden haben. Erst einmal schade ...
Der Trafo zieht keinen Dauerstrom, der Netzschalter ist ungewöhnlicherweise aber nur einpolig. Ähnlich einem Lichtschalter, der schaltet auch nur 1-polig.

Die Temperatursicherung sitzt direkt im Netztrafo. Kann man auch oben auf dem Schaltplanausschnitt sehen, innerhalb des gestrichelten Rechteckes, unten an Anschluss 4. Wenn der Trafo (warum auch immer) zu warm wird, schaltet diese Sicherung irreversibel ab und der Trafo ist "tot".

Gruß
Wenni
Moin Wenni,
ich messe aber immer 225 Volt am Trafo Primärseite und mein Messgerät ist eigentlich I.O. , egal ob Netzschalter ein oder aus ist, das verwundert mich ja gerade, dass kenne ich so nicht.
Vielen Dank für Deine Unterstützung und ich höre derzeit gerade Wer selbst Gitarre spielt weiss dass vermurlich zu schätzen Smile
Viele Grüße
Zitat: ich messe aber immer 225 Volt am Trafo Primärseite
Dreh' mal den Netzstecker (in der Steckdose). Evtl. ist das Phänomen dann weg.

Gruß
Wenni
Moin,

miß den Netztrafo primärseitig mit einem Ohmmeter
und berichte.

Das ist auch weniger gefährlich für Dich.
Mmm ... wenn er 225Vac am Trafo >bei ausgeschaltetem Schalter< misst, dann muss der Trafo defekt sein. Hätte er noch Durchgang, würde der Innenwiderstand des Trafos die geringe übertragene Leistung von C618 auf ca. 1Vac herunterziehen. Ist mausetot, leider.
Moin,

die Maus ist erst tot, wenn wirklich nur eine
Seite der th-fuse herausgeführt ist.....

Oldie

Ein Ohmmeter hülfe auch hier.
Vielen Dank für die Antworten,
wenn ich den Netzstecker umdrehe kann ich auch bei ein- oder ausgeschaltet 225 Vac messen am Trafoeingang. Widerstand Trafoeingang ist leider 1 oder unendlich. Die Thermosicherung ist offenbar komplett im Trafo selbst verbaut. So wie es daher derzeit aussieht ist der dann wohl zunächst nicht rettbar. Diese Schalterbaugruppe verstehe ich auch überhaupt noch nicht. Ich denke da wohl zu klassisch und meine das müsste so funktionieren wie ein Lichtschalter. Das ist hier aber offenbar eine recht komplexe Schaltung, etwas verwirrend. So lerne ich immer wieder etwas dazu. Ich muss dann heute Abend einmal etwas grübeln, ob es mit diesem Projekt weitergehen kann.
Viele Grüße
(30.01.2026, 15:11)Matt550 schrieb: [ -> ]...

Das ist hier aber offenbar eine recht komplexe Schaltung, etwas verwirrend. So lerne ich immer wieder etwas dazu. Ich muss dann heute Abend einmal etwas grübeln, ob es mit diesem Projekt weitergehen kann.
Viele Grüße

Wenn das für Dich schon komplex und verwirrend ist, dann ist es für Dich auf alle Fälle am ungefährlichsten, wenn Du das Projekt nicht weiterführst  Floet
Moin onlyurushi,
Deine warnenden Worte nehme ich ernst  Oldie bei mir ist bei 230 Vac grundsätzlich schluss.  Hier noch einmal ein Bild von der Situation, die mich verwirrt:

[Bild: 1000005555.jpg]

blau braun links kommt vom Netzstecker, braun gelb oben geht zum Einschaltknopf und braun grau unten zum Netzteil, dazwischengeschaltet 2 Kondensatoren. Ich habe jetzt auch noch einmal andersherum gemessen und geprüft, ob ich den Schaltplan an der Stelle nachvollziehen kann, also die Stromwege vom Netzstecker zur Hauptsicherung gemessen, die ja hinter dem Einschaltknopf liegt. Das sieht soweit intakt aus, also der Vac Stromkreis ist unterbrochen, wenn der Einschaltknopf aus ist. Das erklärt aber nicht, warum ich trotzdem netzteileingangsseitig immer 225 Vac messen kann.  Das ist genau das, was mich derzeit verwirrt und wofür ich keine Erklärung habe. Das Netzteil ist ja defekt, aber könnte das so defekt gehen, dass ein Erdschluss bzw. Masseschluss stattfinden kann? Das Gehäuse habe ich natürlich während der Messvorgänge nicht berührt.... Oh jeh, ich habe gerade netzteileingangsseitig gegen Masse/Gehäuse gemessen, zwischen 70 und 100 Vac, also ähnlich wie bei den Einschaltknopfkontakten.  Ich vermute jetzt einmal, dass das so nicht sein sollte?
Viele Grüße und nochmal danke für die Hinweise.
Mess einfach was Sekundärseitig rauskommt, wenn du Primär 230V anlegst. Irgendwelchen hochohmigen AC-Messungen führen nicht zum Ziel.
Und ja, so ne Thermosicherung kann durchgehn. Die löst einmalig bei etwa 120°C aus, danach ist der Trafo Spender für Lackdraht.
Hallöchen in die Runde,
vielen Dank nochmal für die vielen Hilfestellungen hier. Den Verstärker habe ich jetzt wieder zusammengeschraubt und "in die Ecke gestellt". Im Ergebnis aller Messungen/Bemühungen sehe ich nur noch eine ausgelöste Thermosicherung im Trafo, der nun leider zur "Lackdrahtquelle" degradiert ist Wink3
Was ich aber nach wie vor verstehen möchte ist, warum ich immer ca. 225 Vac am Trafoeingang messen kann oder etwas genauer:
Ausgeschaltet 

[Bild: 1000005561.jpg]


Eingeschaltet

[Bild: 1000005562.jpg]

Diese Messungen sind reproduzierbar.

Das dürfte laut Schaltplan doch nur passieren, wenn der obere im Schaltplan eingezeichnete Kondensator irgendwie so defekt gegangen ist, dass der Spannung durchlässt? Ob das überhaupt passieren kann weiss ich nicht, dazu verfüge ich leider über viel zu wenig Erfahrung. Interessieren würde es mich aber schon. Ausgelötet und auf einen möglichen Durchgang gemessen habe ich den jetzt allerdings nicht mehr.

Viele Grüße
Schau mal, ob du evtl. an die Thermosicherung durch Ziehen an der Anschlußleitung o.ä. ran kommst. Manchmal geht das und die TS kann gebrückt werden.
An den Trafoanschlüssen mißt du mit dem hochohmigen Multimeter erst mal ein Potential ohne Last. Wenn da auch mit nem zusätzlichen Lastwiderstand diese Spannung anliegt, wirds problematisch. Alternativ miß nach #13.
Schluß sollte nicht erst bei 230VAC sein, denn bei nem Körperschluß kanns oberhalb 60V oder ab 30mA fließendem Strom gefährlich werden.
Dein Messgerät ist im Spannungsmeßereich sehr hochohmig und ist parallel zur defekten Primärwicklung des Trafos beim Mesßvorgang geschalten. Der Kondensator C618 "überbrückt" den EIN-Schalter im ausgeschaltenn Zustand, d.h.es fließt ein ein geringer Wechselstrom zum Trafo-Eingang. Dabei läd sich der Kondensator bis zur Eingangsspannung auf. 
Würde die Trafo Wicklung intakt sein oder Dein Messgerät über eine low-impedanz-Funktion(LOZ) verfügen, würde der Kondensator durch seinen verhältnismäßig hohen Wechselstrom-Widerstand die messbare Spannung auf ein Minimum begrenzen, da er durch die verhältnismäßig niederohmige Last ( Primärwicklung d.Trafos und LOZ-Mesßbereich) nur noch minimal aufgeladen werden kann.