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Normale Version: Sony TA-E2000ESD Analog Board Hitzeverfärbung
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Hallo zusammen,

der Vorverstärker aus meinem Sony ES System (Vorstufe TA-E2000ESD, Endstufe TA-N220) hat seit einiger Zeit sltsame Knackgeräusche aus den Boxen produziert, wenn er eine Zeit lang gelaufen und entsprechend warm geworden war. Letzte Woche hab ich ihn dann mal aufgeschraubt und nachgesehen.
Nachdem ich das ANALOG Board ausgebaut und gesäubert hatte, fiel mir eine seltsame Verfärbung darauf auf, siehe beigefügtes Bild.
In dem Bereich hatte ich vor ca. 1 Jahr schonmal den 10000 uF (C916) ersetzt, da ausgelaufen, aber die Verfärbung war mir nicht aufgefallen.

Ich wollte Euch mal um Eure Expertise bitten.
Was haltet Ihr davon? Was wäre zu tun?


[Bild: Sony-TA-E2000ESD-Analog-Board-01.png]


Ich mag das Gerät sehr und würde ihn gerne wieder voll funktionstüchtig sehen und hören.
Werde später noch weitere Bilder hinzufügen, wenn Kamera wieder aufgeladen.
...das ist bei den TA-E2000 ESD und auch bei den TA-1000 ESD Modellen fast schon normal...

Wie stark ausgeprägt das ist, hängt natürlich von den Betriebsstunden und den Umgebungsbedingungen ab....zb. Rackbetrieb...bzw. besonders dann, wenn der Pre-Amp über der Endstufe positioniert würde.

Auf dem Analog-Board sind aber meist fast alle Elkos fertig, wenn die großen Elkos noch nicht ausgelaufen sind, haben die noch ca. 30 bis 75% ihres normwertes.
Die kleinen Elkos sind so gut wie immer ausgelaufen / ausgetrocknet...teils nur noch nF.

Und einige Widerstände auf dem Board werden auch mal hochohmiger......Lötstellen nachlöten ist hier auch schon standard...sowie den Gold-Cap zu Wechseln

Hier mal ein Foto von dem letzten 2000er, 3 andere 1000er und ein 2. 2000er sahen aber nicht so schlimm aus.

[Bild: 20250605-202647.jpg]
Sony hätte seine MA besser schulen können.

(Bedrahtete Leistungs-) Dioden direkt auf die Platine zu setzen ist doof, weil sie ihre Wärme nur über die Anschlüsse abgeben und nicht über das (Plaste-) Gehäuse. Und dazu gehören auch die meisten Z-Dioden.
Steht so aber auch - etwas verklausuliert - in jedem Datenblatt.
Wenn sich die Verlustwärme im Gerät dort staut, dann versuchen, zusätzliche Lüftungslöcher in diesem Bereich in die Platine einzubringen, statt ständig die ausgetrockneten Kannen zu wechseln.

Staune nur, dass >kurz vor Holzkohle< nicht als Warnzeichen wahrgenommen und womöglich noch über schlechte Lötstellen geklagt wird.
(Heute, 02:58)Funkelrauschen schrieb: [ -> ]...das ist bei den TA-E2000 ESD und auch bei den TA-1000 ESD Modellen fast schon normal...

Wie stark ausgeprägt das ist, hängt natürlich von den Betriebsstunden und den Umgebungsbedingungen ab....zb. Rackbetrieb...bzw. besonders dann, wenn der Pre-Amp über der Endstufe positioniert würde.

OK, ich wollte ja sowieso noch ein paar Bilder nachliefern.
Hier also die Umgebungsbedingungen in denen der Verstärker betrieben wurde.
Ich ahne schon, das der Platz für die Bandmaschine eher suboptimal ist...


[Bild: Sony-ES-Rack-01.png]
(Vor 6 Stunden)Florida Boy schrieb: [ -> ]Sony hätte seine MA besser schulen können.

(Bedrahtete Leistungs-) Dioden direkt auf die Platine zu setzen ist doof, weil sie ihre Wärme nur über die Anschlüsse abgeben und nicht über das (Plaste-) Gehäuse. Und dazu gehören auch die meisten Z-Dioden.
Steht so aber auch - etwas verklausuliert - in jedem Datenblatt.
Wenn sich die Verlustwärme im Gerät dort staut, dann versuchen, zusätzliche Lüftungslöcher in diesem Bereich in die Platine einzubringen, statt ständig die ausgetrockneten Kannen zu wechseln.

Staune nur, dass >kurz vor Holzkohle< nicht als Warnzeichen wahrgenommen und womöglich noch über schlechte Lötstellen geklagt wird.

Das schlimme ist, das diese 1000er / 2000er sogar mit komplett schlechten / defekten / ausgetrockneten Elkos jahrelang "Funktionieren" 

...natürlich bis auf die immer weiter zunehmenden Störgeräusche wie Knacksen, Surren, Pfeifen, Rauschen, erhöhter Abwärme und schwaches Anzegedisplay usw....beim Musik höhren kaum auffällig..."im Leerlauf" ohne Musik wahrnehmbar

...und das sind dann die Geräte, die so aussehen wie auf meinem Foto, falls die defekten Elkos nicht rechtzeitig gewechselt werden...das war mit diesem oben gezeigten 2000er genau so. 
Die defekten Elkos hatten so viel zusätzlichen Strom gezogen, das man den Trafo nicht mehr anfassen konnte....aber er lief.

Das eigentliche Problem, außer der schlechten Bauteile-Anordnung bei diesen TAEs, sind die wohl zu hohen Sekundär-Spannungen vor den Spannungs-Reglern, die das bei eh schon zu kleinen Kühlkörpern, in unnötige Verlustwärme Umsetzen müssen und die Netzteil-Umgebung stark erwärmen...da helfen kaum zusätzliche Luftlöcher in der Platine, kaum platz (hatte den Gedanken auch schon mal). 

Dioden höher legen und die Sekundärspannungen anpassen wäre eine Lösung des Problems.

Beim Anfassen der Stabis / Kühlkörper "verbrennt" man sich auch schon bei OFFENEM Gerät daran (war auch bei meinem 1991 neu gekauften 1000er schon so, hier kam mir schon der Gedanke: "Luftlöcher in die Platine")...ansonsten müssten die KK dafür größer ausgelegt werden, besonders weil sich zum Schluss die Stabis selbst auslöten und sich dann nur noch "Schlacke" in deren Lötstellen befindet

Werde gleich mal ein Foto von meinen 1991 gekauften TA-E1000ESD einstellen...nach 35 Jahren mit 30 Jahren täglichen Betrieb sieht er heute so aus:

...mit schön hochgesetzten Dioden und besserem Basismaterial...sieht auch besser aus ;-)



[Bild: 20260131-130559.jpg]


hier ist nur der Lötstopplack verfärbt...   ...aber das Board braucht ein paar neue Elkos und 3 neue Mute-Transistoren ...sind beim 1000er öfter mal defekt

[Bild: 20260131-133859.jpg]
Habe mir eben das Netzteil des 2000ers angeschaut und sehe da eigentlich nichts Dramatisches. Die Spannungen vor den Reglern sind exakt die 3-4V, die die einfachen Dreibeiner als Regeldifferenz brauchen. Mir scheint, es werden eher die allerorts auftauchenden kleinen Wärmestrahler sein, die sich im geschlossenen Gehäuse aufschaukeln. Die eine oder andere Maßnahme ohne irreversiblen Eingriff ließe sich schon umsetzen. So können bspw. die albernen Sicherungswiderstände entfallen und echte Schmelzer in die Trafoleitungen gesetzt werden. Dann sind mir die Halb-Ampere-Regler immer ein Dorn im Auge. Ultima Ratio wäre es, das Bodenblech zu ,,zerlöchern" und ein paar Entlüftungsbohrungen im oberen Bereich der Rückwand einzubringen. Größere Kühlkörper ändern nichts am Problem, soweit die Wärme nicht nach außen geschafft werden kann.
Das Rack macht ja mal was her: Mattschwarz mit Chrom und Glas ... gefällt mir.
Habe hier nur so ein traurig durchhängendes Besta Burs am Start. Ikea eben.

EDIT sagt noch, dass dieser Fremdkörper oberhalb aber in den Keller gehört.
(Vor 2 Stunden)Florida Boy schrieb: [ -> ]Habe mir eben das Netzteil des 2000ers angeschaut und sehe da eigentlich nichts Dramatisches. Die Spannungen vor den Reglern sind exakt die 3-4V, die die einfachen Dreibeiner als Regeldifferenz brauchen. Mir scheint, es werden eher die allerorts auftauchenden kleinen Wärmestrahler sein, die sich im geschlossenen Gehäuse aufschaukeln. Die eine oder andere Maßnahme ohne irreversiblen Eingriff ließe sich schon umsetzen. So können bspw. die albernen Sicherungswiderstände entfallen und echte Schmelzer in die Trafoleitungen gesetzt werden. Dann sind mir die Halb-Ampere-Regler immer ein Dorn im Auge. Ultima Ratio wäre es, das Bodenblech zu ,,zerlöchern" und ein paar Entlüftungsbohrungen im oberen Bereich der Rückwand einzubringen. Größere Kühlkörper ändern nichts am Problem, soweit die Wärme nicht nach außen geschafft werden kann.

größere KK war nur auf die erhöhte Wärmemenge der Stabis bezogen, nicht auf die Konvektion IM Gehäuse...wie geschrieben, beim anfassen "verbrennt" man sich an den Stabis und Kühlkörper auch bei OFFENEM Gerät.....und damals auch schon, bei meinem angesprochenen Neugerät.

Meine gemessenen Spannungwerte waren damals beim neuen 1000er bis zu 7-8 Volt....muss ich demnächst mal neu checken....habe auch nur wenige TAEs gesehen die man extern auch auf 240 Volt Primär umschalten konnte

Thermisch ist das Gerät auch nicht optimal ausgeführt...bei den 3 Platinen Übereinander

p.s. wenn man diese Geräte nicht längere Zeit mit defekten Elkos betreibt, wird das Problem auch nicht so schlimm....einfach auf Störgeräusche lauschen...ein guter indikator für defekte Elkos bei den TAEs...Lautstärke aufdrehen, ohne das Musik läuft...im "Leerlauf" aber KEIN Mute drücken.....etwas erhöhtes Rauschen ist bei diesen TAEs aber "normal"....je mehr es zischelt, fiept oder knackst neben dem Rauschen...desto mehr Elkos sind wohl fällig
So, habe in der problematischen Ecke des Boards alle Elkos entfernt und nachgemessen.
Sieht bescheiden aus, ich werde wohl alle wechseln.

Was ist mit den Dioden? Auslöten, messen und dann hochlegen, wenn es die Länge der Beinchen hergibt?
Oder lieber neu? Wenn ich mich nicht täusche sind das 11ES2, gibts die noch?


[Bild: Sony-TA-E2000ESD-Analog-Board-02.png]


[Bild: Sony-TA-E2000ESD-Analog-Board-03.png]
(Vor 1 Stunde)rattelschneck schrieb: [ -> ]So, habe in der problematischen Ecke des Boards alle Elkos entfernt und nachgemessen.
Sieht bescheiden aus, ich werde wohl alle wechseln.

Was ist mit den Dioden? Auslöten, messen und dann hochlegen, wenn es die Länge der Beinchen hergibt?
Oder lieber neu? Wenn ich mich nicht täusche sind das 11ES2, gibts die noch?


gibt es noch, Vergleichstypen gibts auch...ich würde aber die Dioden einfach Auslöten und mit dicken, blanken Kupferdraht auf Höhe verlängert, wieder einlöten, falls sie noch okay sind.
p.s und auch mal den kleinen 1K Widerstand beim mittleren Kühlkörper checken...
Die Gleichrichter-Dioden sind Pfennig-Artikel. Einen Sack voll 1N4007 bestellt und gut ist 's. Dann die Beinchen auf Lochmaß bringen, nichts abschneiden und so einlöten. Sind dann etwa 30mm über der Platine.

Klar, die Kondensatoren auszutauschen, ist sicher der pragmatischste Weg, nur würde mich das in Hinblick auf die restlichen Chips doch stören. Halbleiter sterben den Hitzetod, egal ab schnell bei Kurzschluss oder langsam im Brutkasten.

Löcher ins Gehäuse zu bohren, finde ich jetzt auch nicht so prall, aber die Platinen mit einem 3mm-Stirnfräser schon.
Alternativ der bessere Weg wäre nach Einsparpotenzial zu suchen und ich glaube, da gibt es doch einiges, was sich umsetzen ließe:

[Bild: jDDHEDEl.jpeg]