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Technics RS-M45 TapeDeck Reparatur / Service
#1
Wie in der Neuzugangsecke vorgestellt, braucht diese Cassettenabspielschachtel einen Service.

Technics RS-M45:
[Bild: 20210702-143959.jpg]

In diese ersten Schritt ging es darum, festzustellen wo es denn überall Probleme gibt.
Daraus ergibt sich dann die Entscheidung, ob hier ein Service sinnvoll und machbar erscheint.

Nach Entfernen des Deckels, präsentierte sich der Innenraum nur wenig verschmutzt (hauptsächlich Staub):
[Bild: 20210702-151636.jpg]

Hier musste noch die Eingangsspannung von 220 auf 240 Volt umgeschaltet werden:
[Bild: 20210702-144418.jpg]

Nach dem Einschalten des Gerätes, ließen sich soweit alle Funktionen durchschalten.
Bei Wiedergabe und Umspulen (ohne Case) stellte sich dann heraus, dass der Antrieb der Bandwickel stockend und völlig kraftlos war.
Wie bei diesen Geräten üblich, ist meistens der Gummi-Idler verschlissen bzw hat keinen Grip mehr.

Also wurde die Frontplatte demontiert.

Danach die Cassettenklappe zerlegt/entfernt:
[Bild: 20210702-175824.jpg]

Jetzt konnte die Cassettenauflage abgeschraubt werden:
[Bild: 20210702-180318.jpg]

Nun ist der vordere Bereich des Laufwerks frei zugänglich:
[Bild: 20210702-180503.jpg]

Der Arm mit dem Gummi-Idler kann jetzt einfach abgezogen werden:
[Bild: 20210702-180649.jpg]
Normalerweise versuche ich grundsätzlich, die Gummireifen wieder aufzuarbeiten.

Hier ist es allerdings nicht mehr möglich:
[Bild: 20210702-181206.jpg]
Der Reifen hat über den Umfang verteilt, bereits einige Risse bekommen.

Hier wird somit Ersatz erforderlich.
Diese Dinger sind nicht gerade günstig (derzeit fast 20 € inkl. Versand) und muss daher geordert werden.
Da ich hier aber nicht einfach aufhören kann (es muss ja noch weiter getestet werden), wird hier nun wieder Bobs Billigtrick angewendet.

Da ist sie schon, die Schatulle mit den O-Ringen:
[Bild: 20210703-121845.jpg]
Hier ist der passende O-Ring bereits aufgezogen.

[Bild: 20210703-122221.jpg]

Jetzt wurde der Arm wieder ans Laufwerk gesteckt.

Die Maxell XLII 90 Case wartet schon, um die Umspulzeiten zu messen:
[Bild: 20210703-122759.jpg]

Das Laufwerk lief nun problemlos. Egal ob Wiedergabe oder Umspulen, die Bandwickel bekamen nun wieder kraftvollen Antrieb.
Der Riemen für den Counter bzw. Bewegungssensor ist noch ok.

Messung der Umspulzeiten:
[Bild: 20210703-123047.jpg]
Ergebnis:
REW = 1:59 min.
FF    = 1:58 min.
Das sind sehr gute Werte. Mit einem neuen Nachbau-Reifen wird es vermutlich auch nicht viel schneller laufen.

Nun wurde eine Opfercase abgespielt. Schien alles ok, nur der TapeSpeed erschien mir einen Tick zu langsam. Aber es hat zumidest nix geleiert.

Nun wurde noch eine Case mit Musik durchgedudelt - alles ok.
Nun konnten Testcassetten durchgeschleust werden.

Testcase Gleichlauf und TapeSpeed:
[Bild: 20210702-205131.jpg]

Ergebnis:
[Bild: W-FTest04-Juni21-RS-M45.jpg]
Der TapeSpeed ist (wie bereits vermutet) etwas zu langsam.
Der Gleichlauf ist - wie für diese Laufwerke üblich - einfach klasse !

Warum ? Hier wurden bisher einfach nur die Köpfe, Capstanwelle und Andruckrolle gereingt und ein eigentlich ungeeigneter O-Ring eingebaut. 
Trotzdem hat das Laufwerk schon jetzt Gleichlaufwerte, von denen sogar einige Doppelcapstan-Laufwerke nur träumen können. Floet 
Außerdem kommt noch hinzu, dass die Andruckrolle nicht mehr die Allerfrischeste ist.
Die hat um 40 Jahre auf de Buckel und ist daher nicht mehr wirklich weich und hat daher nicht mehr den besten Grip.
Hier würde sich der Gleichlauf durch einen neuen Idler und Andruckrolle, sicherlich weiter verbessern lassen.

Testcase Azimuth:
[Bild: 20210702-205516.jpg]
Musste etwas korrigiert werden.

Testcase Wiedergabe-Pegel:
[Bild: 20210702-204908.jpg]
Hier musste (erstmal) nix eingestellt werden.

Nun wurde die Aufnahmefunktion getestet.

TDK SA reingesteckt, Aufnahmebereitschaft aktiviert und 1 kHz Testton ausgesteuert:
[Bild: 20210704-124719.jpg]
Wie zu sehen, ist der linke Kanal komplett mause.

Mehrmaliges Drehen an den Eingangspegelreglern und Schalten von Dolby, Line-In/Mic  usw - brachte nix.
Danach habe ich den Aufnahme/Wiedergabe Umschalter mehrfach bewegt - brachte auch nix.
Diese Schiebe-Umschalter machen leider gerne mal Probleme.

Sieht bei diesem Deck so aus:
[Bild: 20210704-175759.jpg]

Und die Lötseite:
[Bild: 20210704-174358.jpg]
Den möchte ich nicht auslöten müssen.

Damit war der Test beendet und die Schachtel wurde weggestellt.
Später wollte ich dann die Wiedergabe nochmals testen.
Nun offenbarten sich weitere Probleme.
Bereits nach dem Einschalten leuchteten die LEDs für Play und Rec.  Sad2
Laufwerk stand aber still dabei.
Stop gedrückt.

Nach drücken der Play-Taste geht das Laufwerk zwar in den Wiedergabemodus, aber es leuchtet wieder die Rec-LED:
[Bild: 20210704-135547.jpg]

Schaut aus, als würde die Aufnahme laufen - ist aber Wiedergabe.
Dabei wird auch nix gelöscht, da der Zugmagnet (für Aufnahme) nicht angezogen wird.
Außerdem fiel auf, dass wenn man z.B. vom Rückspulen direkt auf Play drückt (ohne vorher Stop zu drücken), nicht die Wiedergabe gestartet wird, sondern ein halbschneller Vorlauf bei dem auch leise Töne zu hören sind.
Beim Vorspulen ebenso.

Hier bin ich jetzt erst mal ratlos - so eine gestörte Laufwerksteuerung hatte ich bisher noch nicht.
Hier wird wohl erstmal in den Schaltplan geschaut werden müssen ...

Somit ergaben sich bisher folgende Probleme:
Idler verschlissen.
Bandwickel qietschen bei hohen Drehzahlen.
Laufwerksteuerung gestört.
Aufnahme linker Kanal Totalausfall.
Poti für Ausgangspegel kratzt.

Fortsetzung folgt ...

Gruß, Bob.
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#2
Sieht aber so aus, als wäre an dem Schiebeschalter schon mal jemand drangewesen  Denker so, wie die Lötstellen aussehen. Und die darüberliegenden zwischen "15" und "17" sehen nicht so fit aus...
Viele Grüße aus Kiel,
Hans-Volker

Not everything has to have a purpose (Matthew "Mat" Taylor aka Techmoan)
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#3
Moin,
das Fehlerbild leitet mich zuerst zum Netzteil. Stimmen alls Betriebsspannungen?
Die Steuerung ist eine einfache TTL-Logik in einem IC, kein Microcontroller. Da kann man die Zustaende an den Eingaengen verfolgen (ich gehe davon aus, dass das M45 nur die "Luxusversion des M02 ist).
Gruenspan am Elkobeinen mit der Chance, Uebergangswiderstasende auf Platinen zu erzeugen? Klemmende Laufwerkstasten?
A/W-Schalter habe ich bisher nur ausgebaut, wenn ich mal einen gewechselt habe, so ein-zweimal. Der Rest liess sich mit Kontakt 61, von oben in den senkrecht gestellten Schalter gegeben (Stueck Papiertaschentuch am unteren Ende unterlegen) wieder zur Mitarbeit bewegen.

73
Peter
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#4
Ja Peter, es ist im Prinzip die unkomprimierte Ausführung des M02.
Allerdings würde ich eher das M02 als Luxusausführung einstufen, da es deutlich teurer war und das Laufwerk teilweise deutlich bessere Komponenten (z.B. Motorpulley aus Messing) verbaut hat. 

Nein, auch hier habe ich bisher keine undichten Elkos finden können.
Die Versorgungsspannungen im Netzteil waren auch alle ok.
Auch die Taster der Laufwerksteuerung klemmen nicht.
Habe auch schon in den Schaltplan geschaut.

Sieht so aus beim M45:
[Bild: Laufwerk-Steuerung.jpg]

Netzteil und Laufwerksteuerung befinden sich zusammen auf dieser Platine:
[Bild: 20210706-154019.jpg]

Das sind die drei ICs für die Laufwerksteuerung:
[Bild: 20210706-154111.jpg]

Vor der Rec LED sitzt der Transistor Q231. Der hat ja am Collector diese unschöne Lötstelle:
[Bild: 20210705-123714.jpg]
Auch hier wurde vermutlich nachgelötet. Für meinen Geschmack etwas zuviel Zinn angebraten.

Habe ich entlötet und nachgelötet. Hat aber nix gebracht.
War mir aber eigentlich schon vorher klar, da ich die anliegenden Spannungen mit dem Schaltplan und einem anderen Gerät (auch M45) verglichen hatte.
Die Laufwerksteuerung läuft hier über drei IC's --> 201, 202 und 203. Vermutlich verteilt IC 201 die Befehle. IC 202 und 203 (sind vermutlich Treiber) verarbeiten die weiter (an Wickelmotor und die drei Magnetzugschalter) ?

Momentan komme ich hier nicht wirklich weiter.
Bei Problemen mit elektronischen Schaltungen, komme ich leider recht schnell an meine Grenze.
Aber ich lerne immer noch gerne dazu.

Gruß, Bob.
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#5
(05.07.2021, 07:36)havox schrieb: Sieht aber so aus, als wäre an dem Schiebeschalter schon mal jemand drangewesen  Denker so, wie die Lötstellen aussehen. Und die darüberliegenden zwischen "15" und "17" sehen nicht so fit aus...


Ich hatte absichtlich nix dazu geschrieben.
Wollte erst mal abwarten, ob es auch anderen auffällt.

Ich bin auch der Meinung, dass hier schon mal nachgelötet wurde.
Da gab es noch einige andere Lötstellen, die sehr merkwürdig aussahen.

Hier z.B. der Collector von Q231: 
[Bild: 20210705-123714.jpg]
Dieser Transistor schaltet - wenn ich nicht irre - die Rec LED.

Ich denke nicht, dass die Platinen so aus dem Lötbad der automatisierten Produktion gekommen sind.

Am Umschalter 16 kann man eine kleine Lötperle sehen:
[Bild: 20210705-124047.jpg]

Das Problem ist aber:
Das Gerät stammt aus Erstbesitz und ich erhielt die Info, dass dieses Gerät niemals die Wohnung verlassen hat.
Also müssen diese Nachlötungen bereits bei der Produktion erfolgt sein ?

Zwischenzeitlich habe ich den Umschalter mit Kontakt-Chemie behandelt und immer mal wieder mechanisch bewegt. 

Nun ist auch der linke Kanal wieder am Start:
[Bild: 20210705-192722.jpg]

[Bild: 20210705-192840.jpg]

Nun lassen sich beide Kanäle aussteuern und auch Aufnahme ist problemlos möglich:
[Bild: 20210705-193752.jpg]

Was aufgenommen wurde, klingt bei Wiedergabe auch sauber - soweit allet jut.

Gruß, Bob.
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#6
Moin,
die Laufwerkstasten legen die betreffenden Eingaenge des Steuer-ICs an Masse. In ungedruecktem Zustand muss also eine Spannung ueber den Tasten und an den Eingaengen zu messen sein. Damit kann man schonmal anfangen.

73
Peter
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#7
(06.07.2021, 16:04)AnalogBob schrieb:
(05.07.2021, 07:36)havox schrieb: Sieht aber so aus, als wäre an dem Schiebeschalter schon mal jemand drangewesen  Denker so, wie die Lötstellen aussehen. Und die darüberliegenden zwischen "15" und "17" sehen nicht so fit aus...

Ich bin auch der Meinung, dass hier schon mal nachgelötet wurde.
Da gab es noch einige andere Lötstellen, die sehr merkwürdig aussahen.

Das Problem ist aber:
Das Gerät stammt aus Erstbesitz und ich erhielt die Info, dass dieses Gerät niemals die Wohnung verlassen hat.
Also müssen diese Nachlötungen bereits bei der Produktion erfolgt sein?

Könnte ja auch ein Gewährleistungs-Rückläufer sein, der dann nach Reparatur wieder im Laden gelandet ist...
Viele Grüße aus Kiel,
Hans-Volker

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