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Sony TA-F670ES
#1
Dieser teilzerlegte 670er war ein Geschenk aus dem Forum. Das Gerät stammt aus der Entsorgung und war kurz vor der "Einlieferung" auf dem Hof vermutlich optisch ziemlich gut in Schuss.
Vermutlich waren  lediglich Kontaktstörungen, der Grund für die Verschrottung.
Leider wurde das Gerät nicht besonders sorgfältig "abgelegt", sondern geworfen, da es einige Blessuren gibt. Das Gibraltar-Chassis hat wohl dafür gesorgt, dass das Gehäuse nicht verzogen ist. Eine komplette Reinigung wurde bereits vom Finder durchgeführt, aber die Reparatur überstieg seine Möglichkeiten.

Dass die schwarzen Bleche der Grundkonstruktion irgendwann weisse Flecken und Schlieren bekommen, ist hier ziemlich normal. Das sieht man später nicht.

[Bild: s1.jpg]


[Bild: s8.jpg]

der hauptsächliche Defekt bestand darin, dass der Eingangswahlschalter abgebrochen war. Eine Reparatur ist nicht ganz ohne....


[Bild: s2.jpg]

Damit die Verbindung dauerhaft stabil repariert weden kann, werden die Teile zentrisch gebohrt (Durchm. etwa 1,5mm) und dann mit einem harten Stahlstift verklebt. Der Stahlstift wird zur besseren Haftung mehrfach eingekerbt.


Die Montage muss dann in der exakten Position vorgenommen werden. Dazu werden die Teile vorher markiert.
 Die eigentliche Montage (Verklebung) der Achse kann erst im Schaltergehäuse erfolgen.
[Bild: s3.jpg]

Im Schalter befindet sich eine Art Schnecke, die -wie der Schieber mit dem Flachband- ebenfalls richtig positioniert werden muss, bevor man den Schalter zusammensetzen kann.
Die Frontplatte war durch den Schlag etwas verbogen...Mit einem Schraubendreher kann man das wieder in Position bringen.

[Bild: s6.jpg]


[Bild: s7.jpg]

Nach der Schalterrep. kamen unzählige Kleinigkeiten dazu, die teilweise von einem Sturz stammten.  Das Lautstärkepotentiometer war nicht mehr richtig festgelötet. Man erkennt das auf dem Foto ziemlich deutlich.
[Bild: s5.jpg]

Es gab einen Haar-Riss auf der Eingangsplatine, den man kaum erkennen konnte. Nur wenn man gewisse Buchsen auf Spannung hielt, wurden Signale durchgereicht.

[Bild: s4.jpg]

Phono funktionierte wegen einem Platinenbruch (rechts neben dem Vierpolstecker)  überhaupt nicht mehr.

[Bild: s11.jpg]

Normalerweise hätte ich das ohne Litzen repariert, aber dazu hätte die Platine ausgebaut werden müssen, was aufwendig ist. Mit angehobener Platine konnte ich das ohne Ausbau flicken.
Das Gerät hat zu viele kleine optische Mängel, weswegen ich nicht zuviel Zeit investieren wollte.
[Bild: s12.jpg]

Auch auf der Relaisplatine gab es zwei feine Risse. ausserdem sind die Relais "ablegereif" .....Es müssten eigentlich neue Relais rein, aber den Typ habe ich nicht da.
[Bild: S10.jpg]

Links das Frontend der Endstufe, rechts hinter dem Blechwinkel die Phonostufe.

[Bild: s13.jpg]

Nachdem einige Platinen bestimmt 3 mal aus- und wieder eingebaut wurden, waren soweit alle Störungen beseitigt. Es folgten vorhin ein paar grundsätzliche Messungen zur Kontrolle, ob soweit alles OK ist.

[Bild: wwq.jpg]

Bei allen Messungen war die Klangregelung aktiv (Direkttaste nicht gedrückt).

[Bild: s14.jpg]


FFT, 1W, 1KHz Ch1 ....Sehr schön...Ch 2 hat es nicht auf den Stick geschafft, ist aber bis auf die dritte Nachkommastelle gleich.
[Bild: plot0123.gif]
Frequenzgang, 1W , 8R, von Oben: links, rechts, rechts mit Direktschalter.
[Bild: 1.jpg]

Netzstörungen an den Lautsprecherausgängen gemessen, ref. 1W, 1KHz  8R
[Bild: 2.jpg]

THD & N vs Freq. , bw. 80 KHz, 1W, 8R...sehr schön...
[Bild: 3.jpg]
THD&N vs. Power, 8R , 1KHz. Stromaufnahme max. 480W. Teile der kleinen Differenz gehen auf das Konto des schlappen Relais.


[Bild: 4.jpg]

Die Genauigkeit der RIAA Entzerrung L&R ist besser als 0,5 dB. Die Eingangskapazität beträgt 260 pF, könnte aber bei Bedarf nachträglich etwa halbiert werden.

[Bild: 8.jpg]
Übersteuerungsreserve MM, 1 KHz, L&R   Ein gutes Ergebnis.


[Bild: 7.jpg]
Der 670 ist m.E. ein (weitgehend) ordentlich verarbeiteter Verstärker mit guten Eigenschaften. Leider gibt es bei diesem Gerät schon zu viele , wenn auch kleine optische Blessuren, weswegen
sich  3 Stunden Arbeit eigentlich nicht wirklich gelohnt haben.
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#2
Er läuft und für ein Arbeitszimmer oder Garage reicht er doch überall hin
[-] 2 Mitglieder sagen Danke an Inquisition für diesen Beitrag:
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#3
Wahnsinn, was du aus solchen Trümmern rausholst - Respekt !!!
..dieser Freak steht auf "Silberfische"  Floet
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#4
Cool, wenn man sieht, daß andere derartig abgebrochene Schalter praktisch genauso reparieren, wie man selbst  LOL Thumbsup

3 Stunden Arbeit mögen viel für jemand sein, der fast nichts anderes zu machen scheint oder wirtschaftlich arbeiten muß/möchte, ich wiederum stecke in solche Geräte auch 30 Stunden und mehr.
Wenn dann am Ende nur etwas steht, was mir ein befriedigtes Auge und Ego oder evtl. mal 50-80 Euro bringen könnte , reicht mir das allemal.
Oder jemand anders damit glücklich gemacht zu haben, wie ab und an in der Vergangenheit geschehen Smile
„Kreativität ist für mich ein Zustand und kein Talent.“ (Chris Rea)
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