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Kondensatorentausch komplett
#1
Moin, hier interessiert mich etwas, wo ich mir wünschen würde, das ernsthafte Erfahrungen und technische Begründungen einfließen:

Für alle erdenklichen HiFigerätschaften werden komplette Kondensatorensätze angeboten , der Preis bewegt sich immer so zwischen 60 und 100 Euro.  Da ich mich bisher nur mit Geräten, vorwiegend Vollverstärkern der 90er bis 2000er beschäftige frage ich mich, ob das komplette Tauschen, was ja auch eine Menge Lötarbeit ist, Sinn macht.

Ich komme auf die Frage, weil ich zum Lernen schon jede Menge der Kameraden aus Schlachtgeräten ausgelötet und gemessen habe, und die ca. 100 Stück verschiedenster Kapazitäten ausnahmslos alle brauchbar und meist am Höchstwert waren...

Wie gesagt, ist da ein deutlich hörbares Ergebnis erwartbar und nicht ein "gefühltes" oder sonstwie esoterisches? Macht das überhaupt Sinn bei so "modernen" Geräten oder habe ich mir das schon selbst beantwortet?

Ich bin gespannt auf eure Kommentare.... habt sonnige Tage (also mal raus aus der Werkstatt)!
Anything over a mouthfull is wasted!
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#2
Über Sinn oder Unsinn alles mit Neu oder Elektrolyt gegen Bipolar und Folie auszutauschen, ist sehr umstritten.
Eine Tatsache ist aber, dass Kondensatoren, so wie wir sie bräuchten, nicht mehr produziert werden und es ist nur eine Frage der Zeit, wann unsere Geräte ihren Dienst einstellen werden.
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#3
(28.04.2026, 08:42)akai747fan schrieb: Über Sinn oder Unsinn alles mit Neu oder Elektrolyt gegen Bipolar und Folie auszutauschen, ist sehr umstritten.
Eine Tatsache ist aber, dass Kondensatoren, so wie wir sie bräuchten, nicht mehr produziert werden und es ist nur eine Frage der Zeit, wann unsere Geräte ihren Dienst einstellen werden.

Meinst du, das ist so kritisch? Ich mache ja hauptsächlich die Yamaha AX-Serie.... für nen 1090 gibts den Satz für rund 70 Euro, und der Verkäufer hat weltweit einen guten Ruf.....
Anything over a mouthfull is wasted!
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#4
Ich kann nicht die Zukunft voraussagen und die Online Shops haben ihre Bestände gut aufgefüllt, die Chinesen werden auch auf dem Zug aufspringen.
Es bleibt trotzdem sehr spannend.
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#5
Ich verstehe die Frage nicht °° Smile

Es macht keinen sinn, nicht defekte Kondensatoren auszutauschen, warum auch, man macht in regelmäßigen Abständen eine Sichtprüfung, bekommt ein Kondensator dicke Backen sollte er ausgetauscht werden.
Gibt es technische Einschränkungen tauscht man ebenfalls, aber nicht auf Verdacht.
Den Austausch wird man ganz sicher nicht hörbar machen, aber ausgelaufenes Elektrolyd wird die die Platine zerstören und das garantiert.
Einen niederohmig gewordenen Kondensator merkst du, ganz sicher.. und der muss nichtmal dicke Backen bekommen haben.
Gruß - Lucifor
Sony STR DA 5400 ES,Canton Ergo 82, Canton AS30, 4x MDS JE-530,Sony JE-700,Lifetec CDMD1 MKIII,Reloop RP 1000,2x Denon PMA-980R,Kenwood GE 820 und Sherwood EQ 5010c,Sony MDR-XB450AP,Quelle:Raspberry 3b+ mit moode, 75" TV Hisense

Music must spin around!
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#6
Kompletter Tausch einfach so ohne Grund ist Schwachsinn.

Sieht man deutliche Spuren, aufgebläht, ausgelaufen, ja, dann natürlich tauschen. Stehen sie direkt neben sehr heißen Bauteilen, Kühlkörpern, prüfen und bei Bedarf tauschen. Sind es sehr kleine Kapazitäten (1 bis 10µF) darf man in solchen Fällen gerne auch ohne großes rumtesten tauschen wenn man mag. Wenn man aber vorher testet ist es auch nicht verkehrt da es unter Umständen viel müßige Arbeit erspart.

Pauschal aber zu sagen "Die Teile sind 30 oder 40 Jahre als, also müssen sie raus....." ist einfach falsch. Nicht selten sind solche Kondensatoren trotz ihres Alters in Top Zustand und haben mehr Kapazität als drauf steht, womit sie in der Regel neue sogar übertrumpfen (die liegen nicht selten innerhalb der 10% Toleranz unter dem angegebenen Wert).

Einsatzzweck ist auch zu bedenken, ists nur irgend ein kleiner Elko um ne Spannung etwas zu puffern oder ist gar eine Schaltnetzteil usw. Kann man, wie oben schon erwähnt wurde, sich zu Tode quatschen über Sinn und Unsinn.

Wenn Du Dir nicht sicher bist, löte stichpunktartig kreuz und quer verteilt (auch aus Bereichen wo sie vllt durch Wärme sehr belastet werden) welche aus und teste sie, ist da alles gut brauchst Du auch keine Tauschorgie starten und vllt einen ganzen Sack voller guter Bautteile weg werfen.
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  • Bassmann
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#7
Ich bin ja so dankbar, weil das meine eigentlichen Argumente gegenüber all den Esoterikern waren und die nun bestätigt wurden. Erleichterung macht sich breit.... Hi
Anything over a mouthfull is wasted!
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#8
Ich mache auch kein komplettes Recap mehr, aus Erfahrung.
Mir ist es schon passiert, dass die neuen Elkos nach relativ kurzer Zeit kaputtgingen, die alten aber noch in der Toleranz gewesen wären, und ich so das Gerät eigentlich verschlimmbessert habe. Mir ist dann auch aufgefallen, dass sich die Elkos schon im Beutel aufgebläht hatten, kompletter Schrott.

Also, Obacht bei der Kondensatorwahl, billiger Chinaschrott kann das Gerät nach dem Recappen schon einmal verschlechtern...
Des Weiteren liest man hier und in anderen Foren oft, dass das Gerät nach dem Recap nicht mehr funktioniert, weil man oft zusätzliche Fehler einbaut, Leiterbahnen gerissen, Module falsch gesteckt etc...
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  • Hippman, al3x135
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#9
Gegen ein Recap spricht, vernünftig gemacht mit guten Kondis, nicht viel. Ich würde mich aber vorher in den Foren schlau machen, welche Cs bei dem Gerät Problema verursachen und welche nicht. Ggf. selbst messen. Überflüssige Tauschaktionen müssen nicht sein.
Wenn sich Elkos im Beutel aufblähen, hau ich sie dem Verkäufer um die Ohren. Allerdings bestelle ich meist nur Markenware, hab sowas also noch nie erlebt. Und wenn Module falsch gesteckt und Leiterbahnen unterbrochen werden, hat das ja mit dem Recap nix zu tun, eher mit den spärlichen Fähigkeiten des Reparateurs. Die Gefahr, einen Fehler einzubauen besteht ja eigentlich immer, bei jedem Eingriff. Das ist mir auch schon öfter passiert vor Dekaden :-) Aber mann lernt ja dazu...
LG Mike
-Nur bitte kein "Tuning" mit kleinen parallel-Folien. Das ist vergebene Liebesmüh ...
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#10
Zitat:Gegen ein Recap spricht, vernünftig gemacht mit guten Kondis, nicht viel.


Wenn nicht notwendig, spricht eigentlich noch viel weniger dafür.  Entweder sind sie fertig und müssen raus, oder sie sind gut, wozu dann rauswerfen?

Selbst bei den von mir angesprochenen kleinen ist es jetzt kein Muss das generell zu tun.  Stichpunktartig prüfen, wenn alle gut, dann ists meist gut.

Anders sieht es bei alten Tantalperlen aus. Diese gehen gerne nach so langer Zeit defekt, meist plötzlich mit sattem Schluss was noch mehr Schaden anrichten kann, was aber auch nicht heißt das es immer so ist oder sein muss.
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#11
Bis auf ein paar ganz wenige Geräteserien, die mit bekannt schlechten Kondensatoren bestückt waren, halte ich von generellen Tauschaktionen auch garnichts. Übel sind beispielsweise die braunen ELNAs, die Kenwood Anfang der 90er Jahre eine Zeitlang verbaut hat. Der KA-5040R und benachbarte Modelle sind meiner Erfahrung nach solche Kandidaten. Die Nachfolger KA-x050R halte ich dann schon wieder für weitgehend unverdächtig.
Das war aber schon kaputt, bevor ich es repariert habe!
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  • al3x135
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#12
Die kleinen blauen Philips sind auch oft daneben, wenn ich einen 100 µF messe und er ist weit daneben, tausche ich auch alle...
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#13
Jo, bei den braunen Elnas der frühen 90er verstehe ich auch jeden, der sie pauschal tauscht. Bei einem Kenwood DP-5030 hatte ich total zerfressene Leiterbahnen wegen denen und online findet man keinen einzigen, der noch CDs einliest.
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#14
(29.04.2026, 13:18)Norbsi schrieb: Die kleinen blauen Philips sind auch oft daneben, wenn ich einen 100 µF messe und er ist weit daneben, tausche ich auch alle...

In den Revox B251 die ich bisher hatte waren die alle weit unter Nennkapazität. Häufig nur noch 20% Restkapazität. Ich hatte mit die Mühe gemacht und alle nachgemessen... Somit kann man die fast ungesehen tauschen. Baureihen, die nicht dafür bekannt sind bleiben drin.
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#15
Murmeltiertag? Sarcastic_hand
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#16
Ja...ich sitze zu Hause herum und darf eine Frühlingsgrippe auskurieren, Danke, verdammtes Russland-Hoch!
Also ich sage immer, so viel wie nötig, so wenig wie möglich.

Es gibt natürlich Typen von Elkos, die ich pauschal tauschen würde, dazu zählen die kleinen, alten Philips-Axial-Elkos in Geräten von zum Beispiel Revox, auch die "Nachfolger", radial im hellblauen Gehäuse.

Ein anderes Beispiel sind die Elna-Dourex-Elkos im weinroten Schrumpfschlauch.
Mein "Erstkontakt" mit diesen war 1997 in einem Sony SLV-715 Videorecorder, wo das ganze Netzteil voll davon war und man die Dinger riechen konnte.
Auch in verschiedenen Sony CD-Playern und in einem TC-K950ES fand ich sie wieder, Yamaha AX-900 usw. usf.
In anderen Geräten sind diese dann einwandfrei.

Diese "Recapperei" auf Teufel komm raus ist furchtbar, und der kommt auch raus, denn es passiert schnell, dass man mal einen verpolt.
Dann kann man sich einen Wolf suchen.
Also nur wenn nötig.

Gerade in letzter Zeit hatte ich Geräte, zum Beispiel den Technics SU-8088, über den ich hier geschrieben hatte, bei dem die Elkos noch erstaunlich gut waren.
Dann den Sansui AU-717, bei dem der Vorbesitzer meinte, mit "recapping" einen Fehler in der Schutzschaltung behebn zu können.
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  • Norbsi
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#17
Ja, die Elkos müssen wirklich für alles teilweise herhalten. Oft kann man nur mit dem Kopf schütteln.
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#18
Warum muss die Sau erneut durchs Dorf getrieben werden?
Warum sucht man nicht man statt einfach zu fragen, was schon uraltes Thema ist.

Bitte sehr
https://old-fidelity-forum.de/thread-33639.html
Steht alles drin von kompetenten und solchen die es meinen zu sein.
"We learned more from a three minute record than we ever learned in school" , Bruce Springsteen in "No surrender" played als Song 2 im Mai 2013 in Hannover Dance3 Dance3
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  • peter-hifi, Bassmann
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#19
Alles gut, ich habe ja bereits bestätigt bekommen, was ich vermutet habe, was den unnötigen Tausch angeht. Munter bleiben!
Anything over a mouthfull is wasted!
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#20
"Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen." Zitat Karl Valentin
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  • nice2hear, peter-hifi
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