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Magnat All-Ribbon-Hochtöner reparieren oder ersetzen
#1
Hallo zusammen,

wie hier bereits kurz gezeigt, sind mir ein paar Magnat All-Ribbon 10 P II zugelaufen. Während die lose Staubkappe bei einem Tieftöner und der abgefallene äußere Magnetring beim Hochtöner schnell machbar sind, hat ein Hochtöner MHTL 26 M eine Unterbrechung. Die Sicherung ist es nicht, der HT selbst ist zwischen seinen Anschlussfahnen hochohmig. An Hochtönern habe ich noch nie gearbeitet und will nichts kaputter machen, als es jetzt schon ist. Wie gehe ich hier am besten vor?

Sind die Leichtmetallfronten gefahrlos abnehmbar? Es gibt optisch ähnliche Hochtöner mit Kunststofffront. Hat Magnat hier eine Baukastenstrategie verfolgt, sodass man sowas umbauen kann. Oder denke ich da in die verkehrte Richtung?

Es gibt andere Magnaten mit optisch ähnlichen Hochtönern, anscheinend teils mit, teils ohne Ferrofluid. Hat der MHTL 26 M eine FF-Füllung?

Vom Service in Hamburg habe ich noch keine Antwort bekommen, die Mannheimer Manufaktur hat schon abgesagt. Aber diese beiden Prachtstücke würde ich schon gerne retten.

[Bild: Hochton-1.jpg]
[Bild: Magnet.jpg]
[Bild: von-vorn.jpg]

Danke euch allen und viele Grüße
rafena
Das war aber schon kaputt, bevor ich es repariert habe!
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#2
Ich habe bei Ali-Express Ersatz-Kalotten bestellt. Ist auch eine mistige Arbeit, die einzusetzen, aber bei durchgebrannten Kalotten m.E. die einzige Chance. Die habe ich bisher aber nur bei trockenen Hochtöner ohne FF durchgeführt.
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#3
Schraube den Hochtöner erstmal auseinander und mach Fotos davon, dann weiß man mehr.
Evtl. ist nur die Zuleitung durchgebrannt, das kann man reparieren. Ferrofluid oder nicht kann
ich bei diesen Kalotten nicht sagen, die hatte ich noch nicht auseinander. Ein Problem ist, dass
die Kalotte nicht zwangszentriert ist, man muss sie also nach dem Montieren durch lösen der
Schrauben und verschieben der Frontplatte neu zentrieren.

Gruß aus Stadthagen
Holger
[-] 1 Mitglied sagt Danke an xs500 für diesen Beitrag:
  • Forza SGE
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#4
(17.05.2026, 15:34)xs500 schrieb:  Ein Problem ist, dass
die Kalotte nicht zwangszentriert ist, man muss sie also nach dem Montieren durch lösen der
Schrauben und verschieben der Frontplatte neu zentrieren.

Wenn die Zuleitung direkt an der Lötöse abgerissen ist, hat man noch Glück. Spätestens 5mm vor Beginn der Windung ist dann Schluss mit lustig.
Für die Zentrierung nimmt man ein Programm wie REW oder Audiotester, die einem anhand des Impedanzverlaufs dann sagen, ob man richtig justiert hat.
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#5
Die Zuleitung reißt ja nicht ab, sondern brennt durch. Das tut sie erfahrungsgemäß dort,
wo sie einen Knick hat oder eine Kurve macht. Meistens ist das am Anfang oder Ende der
Wicklung, wenn die Zuleitung aus dem gleichen Draht besteht wie die Wicklung. Wenn es
ein anderer Draht ist, brennt meistens die Spule selbst durch.

Gruß aus Stadthagen
Holger
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#6
Ja leider ist es so, dass die Wicklung selber wegen Überhitzung dabei stirbt. Mit dem Ferrofluid wollte man durch die Kühlung die Belastbarkeit der Hochtöner verbessern bzw. die Masse der schwingenden Materialien verringern.
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#7
Danke euch erstmal für eure Antworten. Mal sehen, wann ich damit weitermachen kann. Ich gebe hier auf jeden Fall Rückmeldung, wenn ich etwas mehr weiß.
Aber war es bei den All-Ribbons nicht so, dass die Schwingspule aus Alu-Flachdraht gewickelt ist? Dann wäre ja jede Unterbrechung quasi irreparabel.

Danke und viele Grüße
rafena
Das war aber schon kaputt, bevor ich es repariert habe!
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#8
Etwas pessimistisch würde ich sagen:
Entweder irgendwo bei ibäh oder kleinanzeigen Glück haben und eine passende Box auftreiben, die man ausschlachten kann - aber eher unwahrscheinlich.
Sonst müsstest du die Kalotte mit Schwingspule austauschen und im Zweifel gleich beide und ggf. die FW anpassen. Das Ganze macht auf mich einen mühevollen Eindruck.
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#9
(18.05.2026, 20:45)rafena schrieb: ....
Aber war es bei den All-Ribbons nicht so, dass die Schwingspule aus Alu-Flachdraht gewickelt ist? Dann wäre ja jede Unterbrechung quasi irreparabel.

Danke und viele Grüße
rafena

Dem ist so. Und das ist ja auch eines der speziellen Merkmale der All Ribbon Serie. Der MHTL 26 lässt sich aber immer noch im Netz beschaffen.  
Oder mal im HF mal bei den Magnat-Spezies schauen. Da könntest du Ersatz bekommen.
"Das Leben und dazu eine Katze, das ergibt eine unglaubliche Summe, ich schwör's euch!"

Rainer M. Rilke

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#10
Ich hatte mal eine AR 8, bei der der Hochtöner auch keinen Mucks mehr machte. Der <zuleitungsdraht (Kupfer) hatte sich vom Schwingspulendraht (Alu) gelöst. Ich hab es nach viel Geschmirgle am Aludraht tatsächlich geschafft, eine Lötverbindung herzustellen. Allerdings sah sie nicht gut aus, hielt aber erstmal und bis ich sie dann weggegeben habe auch noch
Viele Grüße
Lukas
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#11
Danke euch allen! Ich bin momentan zeitlich etwas knapp dran, melde mich aber, wenn es hier weitergeht. Sie sind definitiv zu gut, um nicht gerettet zu werden.
Das war aber schon kaputt, bevor ich es repariert habe!
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#12
(17.05.2026, 12:07)rafena schrieb: (...)
Sind die Leichtmetallfronten gefahrlos abnehmbar? Es gibt optisch ähnliche Hochtöner mit Kunststofffront. Hat Magnat hier eine Baukastenstrategie verfolgt, sodass man sowas umbauen kann. Oder denke ich da in die verkehrte Richtung?
(...)
Danke euch allen und viele Grüße
rafena

Die Fronten kann man leider nicht einfach austauschen, Schwingspule und Anschlussdrähte sind mit der Front verklebt.
Ich habe hier mal einen Hochtöner aus der MSP60 zerlegt mit einer eingedrückten Kalotte, die Bilder stelle ich hier mal
zur Veranschaulichung ein:

[Bild: Hochtoener-zerlegt-1.jpg]

[Bild: Hochtoener-zerlegt-2.jpg]

Hier bleibt also nur die Möglichkeit, eine andere Kalotte einzubauen. Man sieht auch, dass der Anschluss nicht aus einem
einzelnen Draht besteht, sondern aus einer flexiblen Litze. Die wird nicht vor der Spule durchbrennen.

Gruß aus Stadthagen
Holger
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  • Kimi, gst
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#13
Es gab (gibt?) bei Ali Kalotten als Ersatz, aber hier müsste man mit einiger Mühe die defekte Kalotte aus dem Plastik-Träger entfernen und die neue im Magnetspalt konzentrisch fixieren und dann den Kalotten-Träger mit Klebstoff an den richtigen Stellen benetzten und provisorisch montieren. 

Nach dem Austrocknen die Fixierung entfernen und den korrekten Sitz kontrollieren. 1 Zoll ist aber nicht immer 1 Zoll, ich habe schon 25,4 und 25,8 mm an Luftspalt erleben müssen.
[-] 1 Mitglied sagt Danke an gst für diesen Beitrag:
  • Kimi
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#14
Genau so habe ich es gemacht, ich habe hier noch einige Kalotten auf Lager...

[Bild: Kalotte-neu.jpg]

[Bild: Hochtoener-neue-Kalotte.jpg]

Gruß aus Stadthagen
Holger
[-] 1 Mitglied sagt Danke an xs500 für diesen Beitrag:
  • SiggiK
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#15
...und anschließend natürlich Messungen vorgenommen, um fachgerecht die Weiche für das neue, zwar optisch erhaltene, aber technisch komplett unterschiedliche Chassis neu zu entwickeln.
Schade, dass es beim Ersatz defekter Chassis prinzipbedingt so selten vorher/nachher-Messungen gibt, denn erst da wird's ja interessant und spannend.
Und: Wie ist der klangliche Fingerabdruck des Membranmaterials? Wie harmoniert es mit der vorhandenen Kammergeometrie? Wie muss die Dämpfung verändert werden, um minimalen Klirr zu erreichen?
If you don’t believe it or don’t get it, I don’t have the time to try to convince you, sorry.
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  • Caspar67
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#16
Zunächst einmal bin ich kein Profi, sondern Hobbybastler, deshalb werde ich mir keinen
Messgerätepark zulegen, den kann ich mir auch gar nicht leisten. Ich mache das zu meinem
Vergnügen für mich und manchmal auch für Forenkollegen, mein Motto dabei: Lieber einen
nicht perfekten Hochtöner als gar keinen. Man kann dann auch entspannter auf die Suche
nach einem originalen Ersatz gehen, denn das ist natürlich immer noch das beste. Es ist
aber leider so, dass Ersatz manchmal sehr sehr teuer ist oder auch gar nicht zu beschaffen.
Da mache ich dann lieber so eine Reparatur. Wenn ich das für Forenkollegen mache, nehme
ich auch kein Geld außer den Materialkosten. Testen tue ich mit einer Frequenzgenerator-App
und mit meinen Ohren.

Gruß aus Stadthagen
Holger
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#17
Hier eine komplette Kopie des ursprünglichen Originals zu verlangen, wäre in meinen Augen völlig überspannt. 
In solchen Fällen sehe ich schon, dass beide Hochtöner von der gleichen Machart (oder Restaurationszustand) sind. Wenn man das dann mit einer Frequenzgang -App kontrolliert, ist es eigentlich mindest 80% des Möglichen. 
Man kann natürlich einen Impedanzverlauf mit REW oder audiotester kontrollieren und danach (im Sommer nach draußen) gehen, um einen Freifeld-Frequenzverlaufstest zu machen. Danach könnte man an die Weiche gehen, wenn man dann will. 
Habe ich schon gemacht.
Ob so ein Hochtöner mit Ferrofluid bedämpft werden muss, ist dann echt die Frage.
Aber hier ist eine schöne alte Box, die wieder lauffähig gemacht werden soll. 
Ich unterstelle, ein anderer Platz im Hörraum wird dann noch erheblich größere Unterschiede als der geänderte Hochtöner erzielen.
[-] 1 Mitglied sagt Danke an gst für diesen Beitrag:
  • xs500
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