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Telefunken RB 40 Lautsprecher
#1
Während der Überholung meines Revox A78 hatte ich diese Lautsprecher zum testen benutzt.
Schon dabei fiel mir der unterschiedliche Klang der beiden Boxen auf - bei einer sind die Mitten und Höhen leicht, aber hörbar abgesenkt.
Es sind ja eigentlich alte Dinger aus den frühen 70er Jahren, aber zum testen von Verstärkern völlig ausreichend.
Entsorgen kommt also nicht in Frage. Ich werde mal schauen, ob ich die Ursache der Höhensenke finde und es reparierbar ist.
Und Lernen kann ich sicher auch noch was dabei. Also erst mal aufmachen die beiden Dinger.

[Bild: rb40-1.jpg]

[Bild: rb40-2.jpg]

An der Rückseite ist eine klassische 2 Wege Frequenzweiche angeschraubt mit einer Kernspule als Tiefpass für den Tieftöner,
sowie ein 4 µF Kondensator samt Luftspule für den Mittel/Hochtöner. Ein Aufbau wie im Lehrbuch, das hilft sicher beim Analysieren.
Was gleich auffällt, ist die unterschiedlich farbige Verkabelung und der verdreht eingebaute Kondensator, was bei einem bipolar aber egal sein sollte.
Ein paar Ohm Messungen zwischen den Kabeln und Bauteilen ergaben auffallend unterschiedliche Werte zwischen den beiden Boxen.
Um herauszufinden welches Teil hier querschlägt, habe ich die Kabel zu den LS Chassis, sowie den Kondensator und die Luftspule von
der Lötleiste abgetrennt, um die Bauteile einzeln Messen zu können.
Die Messungen:
Filterdrossel Kernspule für Tiefpass: 0,923 und 0,942 mH
Luftspule für Hochpass: 0,216 und 0,230 mH
Kondensator: 4.42 µF in beiden Richtungen und 5.7 / 7.8 µF bei dem anderen.  Wie zu erwarten ist einer der Kondensatoren nicht in Ordnung.
Da es keine 4 µF Typen mehr gibt, kommt als Ersatz also ein 3,3 µF oder 4,7 µF bipolar Typ in Frage.
Die Übergangsfrequenz TT/HT soll lt. Prospekt bei 2800 Hz liegen. Ich finde, für einen Tief-/Mitteltöner ein sehr niedriger Wert.
Bei 4 Ohm Widerstand (für Tieftöner + Spule) und 0,9 mH als Tiefpass Filter komme ich beim besten Willen jedoch nicht auf diese genannte 2800 Hz als Grenzfrequenz.
Also mal Testen:
Tiefpass Filter wieder an den Tieftöner angelötet, mit einem Verstärker verbunden und meinen Signalgenerator angeschlossen.
Ab 40 Hz Sinus kommt der erste hörbare Ton, ab ~5800 Hz wird es deutlich leiser, bis 6900 Hz (!) aber weiter hörbar, bei 7000 Hz ist dann Stille.
Ich hatte ja erwartet, das ab ca. 2800 Hz der Pegel langsam abnimmt, aber das erst bei 7000 Hz Schluss ist finde ich schon Interessant.
Da werde ich wohl mit verschiedenen Kondensatoren von 3.3 µF bis 15 µF für den Hochtöner experimentieren, was am besten klingt.
Fortsetzung folgt...
[-] 3 Mitglieder sagen Danke an Tapeforever für diesen Beitrag:
  • xs500, stephan1892, Bassmann
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#2
Update:
Ich habe nun einen 4.7 µF Bipolar Kondensator vor den Hochtöner geschaltet und erstmal ohne die Luftspule getestet.
Ab 400 Hz Sinus bis knapp über 8 kHz gibt der Hochtöner wieder. Weiter wollte ich nicht gehen, um die HT nicht zu beschädigen.
Zusammen mit dem Tief/Mitteltöner ergibt das schon ein recht angenehmes, ja helles und stimmiges Klangbild. Etwas mehr Bass wäre schön.
Vorher klangen die Lautsprecher ja eher muffig, ohne Brillanz in den Höhen.
Nun mal die Luftspule noch dazu geschaltet...
Oha, sofort ist die deutliche Mittensenke hörbar, die Luftspule dämpft den Präsenzbereich hörbar.
Zudem klingt die Box nun nicht mehr stimmig, als ob das HT Signal invertiert ist.
In der Tat soll eine Kondensator/Luftspule Kombination (Filter 2. Ordnung) das Signal invertieren, weshalb der HT dann verpolt angeschlossen werden muss.
Mich wundert, das dies beim verkablen der RB 40 ab Werk nicht bedacht wurde.
Ich werde die Phasenlage des HT noch mal genauer prüfen, muss dazu meine Test CD erst noch suchen. Big Grin
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#3
Ob der HT verpolt angeschlossen werden muss? Nein.

Im Graphen ist die Spannung am TT rot, die am HT blau und der Strom des HT grün dargestellt.
Da sich blau und grün im selben Quadranten bewegen, findet keine Umkehr statt.

[Bild: 9Y7diA2l.jpeg]

Die Trennfrequenz ist mit rd. 2,8 Kiloherz korrekt angegeben und im Graphen als Schnittpunkt zwischen rot und blau dargestellt.

[Bild: lefpMyml.jpeg]

Durch Abkoppeln der Spule am HT ändert sich die Trennfrequenz nur geringfügig auf knapp unter 2,5kHz.
[-] 1 Mitglied sagt Danke an Florida Boy für diesen Beitrag:
  • Tapeforever
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#4
Kann man so machen, wenn man das akustische Verhalten der Treiber völlig ignoriert.
Das Band darf an den Bandführungen nicht krempeln.

Die natürlichen Inhaltsstoffe können einen Bodensatz bilden. 
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#5
War mir unsicher, ob ich auch das simulierte Modell anhängen soll.

[Bild: NMYv8nTl.jpeg]

Es werden nur die elektrischen Werte an idealen Widerständen simuliert und nicht an komplexer Last (Lautsprecher).

Die verwendeten Bauteilwerte entsprechen den auf die E24-Normreihe gerundeten Messwerten des TEs.

2,83V entsprechen 2 Watt an 4 Ohm.
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#6
AtFlorida Boy: Danke für die Graphen!
Diese decken sich mit meinem Höreindruck des HT, der ist zwar schon sehr leise ab 400 Hz zu hören, zeigt seine aktustische Wirkung aber erst so ab 2 kHz.
Ich habe de Phasenlage der HT mit einer Phasen Test CD noch mal geprüft, diese stimmt und passt zu dem TT/MT Chassis.
Da haben sich die knapp 3 Euro für neue Kondis doch gelohnt. Thumbsup
Nachdem ich die Rückwand wieder fest verschraubt habe, ist auch wieder etwas mehr Bass zu hören.
Dennoch sind die Böxelchen für moderne Musik mit extremem Tiefbass nicht geeignet, in den 70ern gabs den halt noch nicht.
Ich höre lieber noch mal ne Runde Deep Purple und Black Sabbath mit den Lautsprechern, das liegt den RB 40 schon eher.  LOL

Auf zum nächsten Projekt: Da war ja noch was mit dem Revox A78...
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