Themabewertung:
  • 2 Bewertung(en) - 1 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Leistung, Impedanz und so fort....
#1
Als interessierter Laie, der leider Physik seinerzeit langweilig fand und abgewählt hat, versuche ich mal, mein Interesse so gut wie möglich zu formulieren und erhoffe mir verständliche, sachbezogene Antworten ohne Spott und Hohn, also von Mitforisten, die es "draufhaben"...

Die Angaben von Sinus-/Musikleistung bei X Ohm bei Amps, das Ganze auch an den Tröten und deren sinnvolle Kombination empfinde ich ohne ausreichendes Hintergrundwissen als verwirrend, als das ich zum Beispiel mal folgendes in der letzten Zeit gemacht habe, nämlich zum Testen einen Yamaha AX-1090 an meine Werkstatttröten Canton Fonum 400 angeklemmt habe (70/110 Watt).

Nach der Theorie (alles am Amp auf Maximum, Volume auf 3/4 aus "Partylaune, das Ganze eine Stunde locker!) hätten die Tröten sich doch in kürzester Zeit in ihre Einzelteile zerlegen müssen. Das haben sie schon vielfach überlebt, ohne den kleinsten Schaden zu nehmen. Wie kann das angehen?

Kann ich also zum Beispiel ruhig einen Amp mit mehr als der doppelten Leistungsabgabe als die Tröten zusammen mit selbigen betreiben, ohne das einer der beiden bzw. 3  Schaden nimmt?

Wie kann man sich das relativ einfach erklären?

Grüße, Hi Andreas

Das wurde sicher schon in irgendeiner Form zigfach durchgekaut, aber mir gefällts mehr, hier Wissen zu sammeln.
Anything over a mouthfull is wasted!
Zitieren
#2
Einfach mal sich einlesen ca 5Minuten Lesezeit und schon sollte alles erklärt sein

https://hifi-werkstatt-berlin.de/wiki/pa...r-waehlen/
Ich spare Strom ,ich fahre Verbrenner
[-] 2 Mitglieder sagen Danke an HisVoice für diesen Beitrag:
  • Bassmann, Busch63
Zitieren
#3
(31.08.2026, 18:27)HisVoice schrieb: Einfach mal sich einlesen ca 5Minuten Lesezeit und schon sollte alles erklärt sein

https://hifi-werkstatt-berlin.de/wiki/pa...r-waehlen/

Das ist dort wirklich gut erklärt, danke dir für den Link. Zitat aus der Erklärung:

 "Mehr Leistung bedeutet hier nicht mehr Gefahr, sondern sauberere Signalverarbeitung bei realistischen Lautstärken"

Das mit den "realistischen" Lautstärken bleibt aber fraglich für mich, denn in meinem Beispiel war ja "Volllast" angesagt.
Anything over a mouthfull is wasted!
Zitieren
#4
Die Angaben bei Lautsprechern sind Zerstörungsgrenzen, keine empfohlene Verstärkerleistung!
Und ermittelt mit einem Rauschsignal, das dem durchschnittlichen Frequenzspektrum von Musik entspricht.
Wichtig ist dabei, das der Verstärker nie zu viel Verzerrungen produziert.
Beispielsweise wenn ein Lautsprecher mit 50/100 Watt angegeben ist, dann kann man ihn auch mit einem 30 Watt-Verstärker zerstören!
Nämlich, wenn man den so weit aufdreht, das er ins Clipping kommt.
Dann produziert er extrem viel Verzerrungen und die sind hochfrequent und gehen nahezu voll auf den Hochtöner und zerstören diesen.
Denn selbst bei einem Lautsprecher, der mit z.B. 500 Watt Sinus angegeben ist, verträgt der Hochtöner nur 20-30 Watt.
Mehr muß er auch nicht abkönnen, denn bei einem normalen Musikspektrum geht 70-80% der Leistung in den Tieftöner.
Und was das Verhältnis von Leistung zu Lautstärke angeht:
Für die doppelte Lautstärke braucht man nicht die doppelte Leistung, sondern die 10-fache Leistung!
D.H. 200 Watt ist doppelt so laut wie 20 Watt, 20 Watt ist doppelt so laut wie 2 Watt, etc.
Wieviel Leistung man für welche Lautstärke benötigt, sieht man am Kennschalldruck (meist fälschlich als "Wirkungsgrad" bezeichnet).
Beispielsweise wenn ein Lautsprecher mit 90 dB/W/m angegeben ist, dann spielt der in 1 Meter Entfernung bei einer Leistungszufuhr von 1 Watt 90 dB laut.
Für 100 dB braucht er dann 10 Watt, für 110 dB dann 100 Watt.
Und 110 dB ist die Lautstärke in einer sehr lauten Disco.
Das will niemand zu Hause!
Ist ein Lautsprecher mit 80 dB/W/m angegeben, dann braucht er für 90 dB schon 10 Watt, für 100 dB 100 Watt und für 110 dB 1000 Watt!
Zimmerlautstärke ist ca. 60 dB, da braucht man bei dem 1. Lautsprecher 0,001 Watt, beim 2. Lautsprecher 0,01 Watt!

Was deine 3/4 aufgedreht angeht:
Schau mal auf die neben dem Lautstärkeregler aufgedruckten dB-Werte!
Lautstärkeregler bei älteren Verstärkern sind logarithmisch ausgelegt,
weil das Lautstärkeempfinden des menschlichen Gehörs ebenfalls logarithmisch ist.
Der Yamaha hat eine Nennleistung von 250 Watt pro Kanal.
3/4 davon sind 188 Watt.
Das entspreicht auf dem Lautstärkeregler -2 dB!
Also fast komplett aufgedreht!
3/4 des Reglerwegs sind -6 dB, das entspricht einer Leistung von 63 Watt.
Also weniger als die 70 Watt Nennbelastbarkeit der Lautsprecher.
Daher ist es kein Wunder, das die das überlebt haben.
Halb aufgedreht sind -16 dB, das entspricht 6,3 Watt!
Zimmerlautstärke dürfte 1/4 aufgedreht, also -40 dB entsprechen.
Das entspricht lächerlichen 0,025 Watt!

Man sieht also, wie wenig Leistung man tatsächlich im Alltag braucht!
[-] 5 Mitglieder sagen Danke an Passat für diesen Beitrag:
  • Bassmann, Hippman, shadowlord, operator71, HifiChiller
Zitieren
#5
Auch das lässt sich einfach beantworten 

Zitat:Wenn ein Verstärker immer an seiner Leistungsgrenze betrieben wird, könnt Ihr davon ausgehen, das in dem Fall auch das Signal mit einem Klipping (Verzerrung) versehen ist und langfristig schädlich für die Lautsprecher ist.
Ich spare Strom ,ich fahre Verbrenner
Zitieren
#6
Na dann woll'n mer mal...

Ich sehe jetzt, andere waren schneller. Was ich hier schreibe, führt das Gesagte vielleicht noch weiter aus.

Um überhaupt eine halbwegs vernünftige Antwort geben zu können, müsste wenigstens bekannt sein, von welcher Ausgangsleistung des Verstärkers Du überhaupt redest. Dass der Lautstärkesteller zu 3/4 aufgedreht war, ist keine hinreichende, schon gar keine ausreichende Angabe.

Bei Vollaussteuerung ist der genannte Verstärker in der Lage, 220 W an 8 Ohm Leistung abzugeben, das entspricht 42 Vrms am Verstärker-Ausgang.
Vollaussteuerung wird bei Rechtsanschlag (Max.) des Lautstärkestellers erreicht, wenn der Verstärker mit dem für dessen Eingangsempfindlichkeit genannten Eingangspegel (Vrms) gespeist wird. Diese Eingangsempfindlichkeit ist bei diesem verstärker zu 150 mV angegeben. Wird dieser Pegel überschritten, wird Vollaussteuerung schon bei weniger als Rechtsanschlag des Lautstärkestellers erreicht.

Das Lautstärkepoti arbeitet logarithmisch. Das bedeutet, dass vom Linksanschlag her kommend, zunächst eine Drehung um z.B. 10 Grad Drehwinkel eine relativ kleine Änderung des Ausgangspegels erfolgt. Mit zunehmendem Drehwinkel wird die Änderung pro 10 Grad immer grösser. Die grösste Pegelzunahme pro 10 Grad Drehwinkel erfolgt also gegen Rechtsanschlag (Maximum) des Lautstärkestellers. Die genaue Charakteristik weicht von Hersteller zu Hersteller etwas ab. Zusätzlich gibt es auch noch weitere Unterschiede in den Poti-Kurven. Du darfst also nicht dem Irrtum unterliegen, dass bei Lautstärkesteller auf 3/4 auf, wäre gleichbedeutend mit 3/4 der Verstärker-Nennleistung.

Bei einem häufig verwendeten Lautstärke-Poti des Herstellers Alps/Japan, das einen Drehwinkel-Umfang von 280 Grad hat, ist z.B. bei 210 Grad Drehwinkel, das sind 3/4 des Drehwinkel-Umfangs, erst 60 % des Vollpegels (Vollaussteuerung bei Eingangspegel in der Grösse der Eingangsempfindlichkeit) erreicht. Die restlichen 40% werden erst im letzten Drittel des Drehwinkel-Umfangs erreicht.

Hättest Du also als Ausgangspegels des Quellgeräts 150 mV(rms), würde der Verstärkerausgangspegel an 8 Ohm im genannten Beispiel (Lautstärke 3/4 aufgedreht) gerade mal 60% von 42 Vrms betragen, das sind 25 Vrms. Dieser Ausgangspegel liefert an 8 Ohm Boxen (an den genannten Canton Fonum, die einen Nennimpedanz von 8 Ohm haben) eine Ausgangsleistung von u^2 / R = 635 / 8 = 79 W.

Hättest Du stattdessen als Ausgangspegels des Quellgeräts (den Du nicht genannt hast) allerdings 0,9 Vrms, so errechnet sich damit entsprechend bei Lautstärke zu "3/4 auf" sogar mehr als die max. Ausgangsspannung, also mehr als die Nennleistung mit starkem Anstieg der Verzerrungen.

Wenn ich jetzt den Fall zugrundelege, warum geht dann nicht der Lautsprecher kaputt, der nur für 70 W Nennleistung ausgelegt ist? Darauf zielt ja Deine Frage.
Der Grund ist, dass Du damit "Musik" gehört hast, die Nennleistung (220 W/8 Ohm) bei Verstärkern auf die Messbedingungen mit Sinuston bzw. mit weissem Rauschen bezieht, bei Lautsprechern aber mit rosa Rauschen.

Das Tonspektrum von Musik und damit die relative Verteilung der Pegel über das Frequenz-(Hör-)Spektrum ist sehr verschieden von der eines einzelnen Sinustons und der des weissen Rauschens, bei dem alle Frequenzen des Rauschspektrums mit derselben Amplitude vorhanden sind. Bei Musik ist der Pegel im höherfrequenten Tonbereich sehr viel kleiner als der im Bassbereich. Ähnlich ist das bei rosa Rauschen, wo die Pegel vom Tiefbassbereich zu den hohen Frequenzen hin linear abnehmen. Das rosa Rauschen ist deshalb am ehesten geeignet, um den Energiegehalt eines Musikspektrums modellhaft darzustellen. Deshalb wird es zur Ermittlung der max. (Nenn-)leistung für Lautsprecher verwendet.

Würde man die maximale Leistung eines Lautsprechers mit weissem Rauschen messen wollen oder erst recht mit Sinuston, würde die Schwingspule des Hochtöners sofort durchbrennen. Denn der Hochtöner, selbst eines Lautsprechers mit mehreren hundert Watt Nennleistung, ist nur für einen kleinen Bruchteil davon ausgelegt, da im Musikspektrum und auch in rosa Rauschen hohe Frequenzen mit so hoher Energie nicht vorkommen. Die Frequenzgangkurve eines Lautsprechers wird also niemals bei dessen maximaler Leistung gemessen, sondern bei einer kleineren Leistung, so dass die Maximal-Nennleistung der Hoch- und Mitteltöner nicht erreicht oder überschritten wird.

Ganz anders beim Verstärker, dort wird die Ausgangsleistung (Nennleistung) mit Sinuston oder mit weissem Rauschen gemessen, wo der Energieinhalt (oder Pegel) bei hohen Tönen (z.B. bei 15 kHz) genauso groß ist wie bei tiefen Tönen (z.B. 200 Hz). Warum? Weil der Verstärker es kann, ohne kaputtzugehen (anders als ein Lautsprecher)!

Eine Nennleistung bei einem Verstärker von z.B. 220 W / 8 Ohm über den Bereich von 20 Hz bis 20 kHz bedeutet, dass dieser Verstärker jeden Ton innerhalb dieses Frequenzspektrums mit 220 W an 8 Ohm Boxen abgeben kann.
Eine Nennleistung bei einem Lautsprecher von 70 W bedeutet aber keinesfalls, dass er einen Ton von z.B. 10 kHz mit 70 W wiedergeben könnte. Tatsächlich, würde bei einem solchen Versuch der Hochtöner durchbrennen. Vielmehr bedeutet hier 70 W Nennleistung, dass ein rosa Rauschen mit einem Gesamt-Energiegehalt, integriert über den Audio-Frequenzbereich, von max. 70 W wiedergegeben werden kann. Dabei ist von Bedeutung, dass der Grossteil des Energiegehalts davon auf die tiefen Frequenzen entfällt, also auf den Tieftöner und der Hochtöner nur mit weniger als 10 W belastet wird.

Die Leistungsangabe bei einem Verstärker kommt also von einer ganz anderen Messmethode als die bei einem Lautsprecher. Deshalb sind beide miteinander direkt nicht vergleichbar. Beim Lautsprecher ist besonders darauf abzustellen, in welchem Frequenzbereich welche Leistung anfällt. Hochtöner mit dem sehr dünnen Spulendraht können/vertragen bei weitem nicht so viel Leistung wie ein Tieftöner, dessen Spule dicken Draht hat, für mehr Stromstärke.

Jetzt nochmal zurück zur Frage:
Aus dem Gesagten wird verständlich, dass auch ein Lautsprecher mit einer Nennleistung von 70 W u.U. ohne Schaden zu nehmen, an einem viel leistungsfähigeren Verstärker arbeiten kann, der - wie hier - Lautstärkesteller auf 3/4 aufgedreht, weit mehr Leistung (je nach Eingangspegel auch Nennleistung oder dann verzerrt auch mehr) abgeben könnte. Der Punkt dabei ist "könnte". denn es hängt von der Art der Musik ab, genauer, wie tiefbasslastig sie ist. Also unter den Umständen deiner Frage: Bei Techno (stark Tiefbass-lastig) könnte/würde nach einer gewissen Zeit der Tieftöner (Schwingspule) einer 70 W Box durchbrennen. Bei weniger basslastiger Musik ist i.a. der tatsächliche Eingangspegel (rms) geringer und somit die tatsächliche Leistungsabgabe des Verstärkers auch entsprechend geringer, so dass auch eine 70 W Lautsprecherbox damit u.U. noch zurechtkommen kann. Man sollte es aber nicht darauf anlegen, denn hohe Leistung bei weniger basslastiger Musik belastet den Mittel- und Hochtöner stärker. Nicht von ungefähr kommen immer wieder durchgebrannte Mittel- und besonders Hochtöner vor! Bei durchgebrannten Tieftönern ist zu vermuten, dass ein zu weit aufgedrehter Bassregler in vielen Fällen mitursächlich ist.

Der Sohn eines Freundes hat mal mit der väterlichen HiFi-Anlage eine Gartenparty gefeiert. Der Verstärker war ein Yamaha B-2 mit Nennleistung von 100 W/8 Ohm pro Kanal. Für den Bass kam im Garten ein grosser 70 W HiFi-Subwoofer JBL L212 mit Tieftöner JBL 121A zum Einsatz. Da es trotz des Subwoofers im Freien (Garten, dort fehlt die bassverstärkende Raumresonanz) nach Empfinden der Gäste "noch mehr Bass sein könnte", wurde der am Vorverstärker kräftig aufgedreht. Folge: Schwingspule des wertvollen Subwoofers brannte durch!
Daran siehst Du, wie leicht man selbst mit dem Verhältnis Verstärker/Lautsprecher von hier 100 W/70 W einen Lautsprecher zerstören kann. Bei "normalen" Hörbedingungen wäre es kein Risiko. Aber unter diesen Unständen, Bass über normale Wohnraum-Hörbedingungen hinaus hochgedreht, und die max. Subwoofer Leistung wurde überschritten.

Hab' also keine Sorge - unter solchen oder ähnlichen Bedingungen wird auch Dein Verstärker Deine Canton-Fonum Boxen zerstören! Ganz sicher.

Gruß
Reinhard
[-] 4 Mitglieder sagen Danke an oldiefan für diesen Beitrag:
  • kandetvara, Bassmann, racingfreak, operator71
Zitieren
#7
Reinhard, vielen Dank für diese umfangreiche und doch gut verständliche Erklärung, es hat mich sehr erfreut, das heute morgen zum ersten Kaffee zu studieren.... 
ich war noch nicht im Bereich des Clippings und die Bässe waren nicht voll eingedreht. Dann wären die Cantons sicher schon verstorben.

Der Dank gilt ebenso "Passat"!

Andreas  Kaffee
Anything over a mouthfull is wasted!
Zitieren
#8
Eine Frage bleibt noch offen für mich:

Meine KEF 107 haben eine Angabe in der damaligen Prospektbeschreibung, wo von 50-300 Watt Verstärkerleistung an 4 Ohm geschrieben wird, die Lautsprecher sind mit 4 Ohm Impendanz angegeben. An den Speakern selbst ist am rückwärtigen Typenschild zu lesen:

"For Amplifiers up to 300W at 4 Ohm or 150W at 8 Ohm"

Das entspricht ergo den hier erwähnten Berechnungsgrundlagen oder geben die da Nonsens von sich? KEF wurde hier und da schon einschlägig für falsche Impendanzangaben kritisiert....
Anything over a mouthfull is wasted!
Zitieren
#9
Das ist eine Empfehlung des Lautsprecherherstellers, die ganz richtig den Anwender dahin führt, lieber einen etwas stärkeren Amp zu verwenden - einfach aus dem Grund, dass dieser erst bei sehr hohen Anforderungen soviel Verzerrungen liefert, dass es für den Lautsprecher gefährlich wird.

Bei Arcus haben die mal einen 24-Stunden-Praxistest durchgeführt mit zwei Boxen TM-30, die eine Nennbelastbarkeit von 50 Watt haben.
Diese Boxen wurden in dem schalltoten Raum mit normalem Programm (Sprache/Musik von Radio) mit einer zwei Mal 500 Watt sinus leistenden Endstufe mit rund 250 Watt Dauerleistung beschallt. Beide Boxen haben keinen Schaden genommen. Der zweite Test wurde mit einem Receiver Luxman R-1030 (zwei mal 45 Watt Sinus an 4 Ohm) durchgeführt, ebenfalls mit Radioprogramm und voll aufgedrehtem Volumesteller, jedoch ohne Loudness und ohne Klangbeeinflussung. Ergebnis: beide Hoch- und Tieftöner kaputt, beide Endstufen am Receiver ebenfalls. Ich durfte den Receiver damals reparieren.

Diese Versuch zeigt, um es mal ganz einfach zu sagen: Lautsprecher gehen eher von zu wenig Leistung kaputt als von zuviel. Die Defekte entstehen durch starke Verzerrungen, wobei beim Clipping (der Verstärker versucht Töne abzugeben, die größer sind als seine Railspannung) deswegen hohe Gleichspannungsanteile im Signal enthalten sind, die dann als Folge die Schwingspulen der Tieftöner sehr stark erhitzen, bis diese wegen aufgequollener Lackes im Spalt stecken bleiben und dort dann einen Kurzschluss nach Masse bilden - dieser zerstört dann die Endstufe(n).
Beste Grüße
Armin von good-old-hifi.de

gewerblicher Geraffelrestaurator - arbeitet seit 1969 in der Hifi-Branche
[-] 7 Mitglieder sagen Danke an Armin777 für diesen Beitrag:
  • Kimi, Bassmann, AeroLars, Deubi, Frank62, HiFi1991, HifiChiller
Zitieren
#10
(01.09.2026, 11:09)Armin777 schrieb: Das ist eine Empfehlung des Lautsprecherherstellers......

Und wieder einmal möchte ich mich gern bedanken, das war auch sehr gut erklärt und hat mir geholfen, neben den bisherigen Beiträgen der anderen Mitglieder... wenn ich nicht älter als 20 wäre  Floet... ich würde zu gern bei dir und euch in eine Ausbildung gehen.

An alle Beitragsgeber: Schön, mal wieder sachlich informiert zu werden und nicht in Polemik zu ersticken, so liebe ich das Forum! Hi
Anything over a mouthfull is wasted!
Zitieren
#11
Zitat:Schön, mal wieder sachlich informiert zu werden und nicht in Polemik zu ersticken,

.... Wir sind hier ja noch nicht am Ende. Raucher
"Analog" ist in der Regel zwar deutlich teurer, dafür aber auch nicht so gut. 

[-] 1 Mitglied sagt Danke an scope für diesen Beitrag:
  • Deubi
Zitieren
#12
Ihr verschweigt alle ein paar Dinge:

(i) Normalhoeher stossen mit normalen Lautsprechern NIEMALS in die Sphaeren vor, in denen ein Verstaerker ins clipping laeuft.
(ii) Die alleallermeisten Hifi-Lautsprecher beginnen bei hoeheren Lautstaerken (also >90dB) extem fuerchterlich zu klingen. Kompressionseffekte etc verleiden da jedes Hoeren. Die Steroplay hat damal regelmaessig Maximalschalldruecke bei ertraeglichen Verzerrungsleveln ermittelt - normalerweise war da mitte 90dB selbst fuer veritable boliden Schluss.

Man KANN natuerlich 2x150W in eine Regalbox blasen - aber man muss dabei zwangslaeufig auf seinen Ohren sitzen. Ich hab andernorts schon geschrieben: Nachpruefbare Schwanzlaengen, tatsaechlich benoetigte Verstaerkerleistung und realexistierende Lautstaerken sind die am haefigsten ueberschaetzten Messwerte. Und wie bei Schwanzlaengen bleibt das OHNE Pegelmessung am Hoerplatz alles ohnehin eine schlecht nachpruefbare Raeuberpistole.

Ich finde, bei 2x1W an MEINEM Setup ist die Grenze erreicht, an der es noch sinnvoll weiter und lauter geht ... und da ist die Ermuedung (listening fatigue) schon erlebbar hoch. 2x100W wuerden wahrscheinlich irgendein militaerischen Fruehwarnsystem ausloesen.

Nehmen wir mal an, eine typische Regalbox hat um die 85dB Wirkungsgrad ... Heco Sup500 & Co ... da geht bei 2x10W und ~95dB 1m/1W normalerweise der klangliche Ofen auch schon wieder aus, und GENAU DAS ist auch der Fall. Kannst lauter drehen, klingt aber dann wie eine Kreissaege oder wie ich beim Singen unter der Dusche. Das ist aber auch trotzdem schon bei 90dB INFERNALISCH laut und vollkommen ungeeignet fuer normale Hoersituationen, wenn man nicht grad eine Turnhalle beschallt oder in einem Flugzeughangar wohnt.

Insofern ... die Praxis ueberholt auch diesen Thread im ersten Gang auf dem Standstreifen.
Democracy Dies in Darkness
Zitieren
#13
(01.09.2026, 16:27)scope schrieb:
Zitat:Schön, mal wieder sachlich informiert zu werden und nicht in Polemik zu ersticken,

.... Wir sind hier ja noch nicht am Ende. Raucher

Drinks
Anything over a mouthfull is wasted!
Zitieren
#14
Zitat:Ich finde, bei 2x1W an MEINEM Setup ist die Grenze erreicht, an der es noch sinnvoll weiter und lauter geht ... und da ist die Ermuedung (listening fatigue) schon erlebbar hoch. 2x100W wuerden wahrscheinlich irgendein militaerischen Fruehwarnsystem ausloesen.

Foto vom Setup und Raum parat, damit man zumindest Anhaltspunkte dazu bekommt, vorüber überhaupt geschrieben wird? 
Einige schämen sich ja, oder wollen das einfach nicht.

Bei solchen Beschreibungen gerät man sehr schnell in Bereiche, wo ein "Besuch" zur verifizierung der geschilderten Eindrücke mit den eigenen Eindrücken wohl die einzige 
Möglichkeit ist, um festzustellen, dass man überhaupt auf der selben Frequenz funkt.

Das ist in Foren ja absoluter Alltag. 

Wenn ich von einem subjektiv (!) beeindruckenden, und auch "großartig" klingenden Setup spreche, ist es hin und wieder so, dass andere, die direkt neben  mir sitzen, eine völlig anderes
Setup beschreiben. 

Als stünde da vor uns etwas völlig Unterschiedliches. 
Mit der geeigneten Musik, mit der man das feststellen möchte, ist das nicht anders. Wenn ich wuch erzählen würde, mit welchen CD´s einige Leute zu Blindtests (nicht nur bei mir) erschienen sind....Das war schon ausgesprochen ..."abweichend" von meiner Auswahl....

Es gibt immer Falschfahrer .....WER das in so einer Situation aber ist, konnten wir bislang aber nie restlos klären.  Drinks

Mir fällt übrigens kein Lautsprecher ein, mit dem ich mit maximal einem Watt gut hören könnte, WENN ich den Hörraum zum Musikhören und nicht zum Lesen oder Häkeln betrete.

Welche Box würdet ihr (aus der 1W Sekte) mir vorschlagen, oder zumindest "welche Art" ? Ich würde mir dann sowas mal besorgen und die Dinger zum Test in den Raum schleppen, sofern
ich das in der Vergangenheit nicht bereits getan habe
Einen kleinen 5 € DIY Chipamp, der exakt 2x1W (8R)  und fast das Doppelte an 4 R vor Clippingeinsatz liefert, habe ich vor Ort.
"Analog" ist in der Regel zwar deutlich teurer, dafür aber auch nicht so gut. 

[-] 1 Mitglied sagt Danke an scope für diesen Beitrag:
  • Deubi
Zitieren
#15
Deshalb schrieb ich ja, das man den Verstärker, egel, welche Leistung er hat, nicht ins Clipping treiben darf.
Oft erkennt man Clipping auch akustisch. Das Klangbild wird dann höhenlastig.
Spätestens dann ist es Zeit, den Lautstärkeregler etwas herunter zu drehen.
Und an der Belastungsgrenze gibt es bei Lautsprechern dann auch noch die Kompression.
D.H., die Leistung wird nicht mehr linear in Schallpegel umgesetzt.
Beispielsweise wenn man 5 dB mehr Leistung zuführt, der Schallpegel aber nur um 3 dB steigt.
Ursache ist die Erwärmung der Schwingspulen. Je wärmer die werden, desto größer wird ihr Widerstand.
Und je höher der Widerstand, desto weniger Strom fließt durch und desto geringer ist das Magnetfeld, das die Spule aufbaut.

Ich habe es auch schon einmal bei einer Party erlebt, das ein Lautsprecher ausgefallen ist.
Der Besitzer hat dann die Chassis raus geschraubt und sah dann das Dilemma:
Ein großer schwarzer Fleck auf der Frequenzweiche.
Deren Bauteile waren unterdimensioniert und daher durchgebrannt.
Die Chassis haben es aber überlebt.
Zitieren
#16
Ach du liebet Lottchen... jetzt kommt wieder die 1-Watt-ist-mehr-als genug-Geschichte.... anderer Fred, bitte!   LOL
Anything over a mouthfull is wasted!
[-] 1 Mitglied sagt Danke an Bassmann für diesen Beitrag:
  • Deubi
Zitieren
#17
AtPassat....

Selbstverständlich gibt es das alles....irgendwo , bei irgendwem....

Aber auf welches unterirdische  NIWO Freunde wollt ihr eigentllich hinaus?  
Dass ein Verstärker in einem halbwegs abzeptablen "Setup" stets weit davon entfernt ist, bei hohen Pegeln zu verzerren....davon möchte ich einfach mal ausgehen, wenn man 
von "gutem sound" in einem Hi-Fi Forum erzählt.

So viel (minimal) Anspruch ist doch nicht übertrieben...

Wenn ich dann aber hin und wieder Fotos von diversen "Zusammenstellungen" im Forum sehe, die laut Besitzer "richtig Spass machen", frage ich mich schon,
ob ich überhaupt im richtigen Film bin.

In allen Bereichen des Lebens  gibt es Extreme, und ich bin der letzte, der sich einen Shiron leisten kann, oder für notwendig hält, um sportlich zu fahren.
Aber warum gleich auf ein Paar Rollschuhe mit Lagerschaden downgraden?  Wozu?
"Analog" ist in der Regel zwar deutlich teurer, dafür aber auch nicht so gut. 

[-] 1 Mitglied sagt Danke an scope für diesen Beitrag:
  • Deubi
Zitieren
#18
Aus Gründen der Selbstgeißelung natürlich  LOL
"Autofocus has ruined quality"
[-] 3 Mitglieder sagen Danke an Kimi für diesen Beitrag:
  • scope, source, Deubi
Zitieren
#19
(01.09.2026, 17:41)scope schrieb: So viel (minimal)  Anspruch ist doch nicht übertrieben...

Wenn ich dann aber hin und wieder Fotos von diversen "Zusammenstellungen" im Forum sehe, die laut Besitzer "richtig Spass machen", frage ich mich schon,
ob ich überhaupt im richtigen Film bin.

DA bin ich voll bei dir, mir wollte ein Kumpel auch was erzählen, als ich meine frisch restaurierten 107er seinerzeit das erste Mal in Betrieb nahm, mit einer zornigen 40-W-Schiit-Endstufe aus seinem Bestand und er beleidigt war, als ich ihm sagte, das mir das aber erheblich zu dünn war und ihn auf die Daten der Tröten hinwies... als dann der Yammi 1090 dazukam, wurde er blass.
Anything over a mouthfull is wasted!
Zitieren
#20
(01.09.2026, 17:25)Bassmann schrieb: Ach du liebet Lottchen... jetzt kommt wieder die 1-Watt-ist-mehr-als genug-Geschichte.... anderer Fred, bitte!   LOL

Naja - Deine eher infantile bis einfaeltige Eingangsfrage wirft zumindest berechtigte Zweifel auf, ob Dein Experten-Format ausreicht, um Die Sache mit den 1W bis zu Ende zu durchdenken und auch zum richtigen Ergennis zu kommen.

Denke einfach, ich sei der brennende Dornbusch, der nur Weisheit verstroemt. Und Gebote ... und das erste Gebot ist mir grad eingefallen: "Du sollst nicht glauben, Du waerest der grosse Zampano, wenn Du mit Wirkungsgrad, Leistung und logarithmischer Skalierung nicht unfallfrei umgehen kannst."

Aber mal eine einfache Frage: Wie laut horst Du denn so? Daraus leisse sich vieel Erkenntnis gewinnen. Aber lass mich raten ... da fehlt Dir schon mal das Messgeraet, und damit verschwindet auch dieser Thread im Dunste der Befindlichkeiten, Annahmen und des gekonnten Aneinander-Vorbeiredens.
Democracy Dies in Darkness
Zitieren
#21
In meinem relativ stark bedämpften Raum sind es am Hörplatz immer wieder knapp >90 dB in den Spitzen (nicht A), wenn mir ein Stück gerade besonders gut gefällt, und auch die Aufnahme "Zucker" ist.
Meine kleine Endstufe wird dann bereits ordentlich gefordert.

Und da ist es nicht so, dass ich das gesamte Album über eine Stunde hinweg, jeden Tag SO laut hören könnte, oder möchte..
Das ist vergleichbar mit SEX. Das schafft man auch nicht jeden Tag über viele Stunden hinweg, und die meisten möchten das auch gar nicht so exzessiv...
Aber das ist kein Grund dafür, sich bereits im Vorfeld die Hoden entfernen zu lassen, um danach NUR noch zu schmusen.

Ich meine, dass es meinen Standpunkt ganz gut verdeutlicht.
"Analog" ist in der Regel zwar deutlich teurer, dafür aber auch nicht so gut. 

[-] 1 Mitglied sagt Danke an scope für diesen Beitrag:
  • Bassmann
Zitieren
#22
Hast Du ... aber 95dB Wirkungsgrad sind nun mal 95db Wirkungsgrad. Und mein Wattmeter-Schaetzeisen sagt, dass ich bei bei 95dB (mit meinem Schallpegelschaetzeisen gemessen) durchaus richtig liege.

Und das ist RICHTIG LAUT. Vollkommen kommunikations-, lebensgefaehrtinnen- und mietwohnungsuntauglich ... da klirren eine Etage drueber alle Glaeser in der Vitrine. KANN man machen, macht auch mal Spass, aber lange geht das nicht.
Democracy Dies in Darkness
Zitieren
#23
Zitat:Hast Du ... aber 95dB Wirkungsgrad sind nun mal 95db Wirkungsgrad.

Auf jeden Fall...Wenn man sich dabei das Fenster für den zu messenden Frequenzbereich nicht interessiert. 
Da plärrt ein wirkungsgradstarker Breitbänder mitunter auch sehr laut im mittleren Frequenzbereich.  Ein Druckkammerlautsprecher aus guten Megaphonen  ist da sogar noch effzienter bei 400Hz  bis 4 K. 

Viel Spass damit....Tolles Erlebnis.

Wünsche dir viel Spass mit deinem Setup.....Möchtest du mir mal ein Foto schicken? Du machst mich neugierig, da ich mit Lautsprechern wie der La Scala oder anderen Horn-Plärrern durchaus meine  Erfahrungen gemacht habe. Sollte man zumindest alles mal im Hörraum gehabt haben, um sie (für sich) beurteilen zu können.

Ich wiederhole mein Interesse an so einer 1W Box....Was muss ich da besorgen? Eine Le Petit? Wohl nicht.

Zitat:Und das ist RICHTIG LAUT.
Schon mal direkt vor so einem Megaphon gestanden?...nein? Musst du unbedingt mal machen, denn das ist auch mit Batteriebetrieb verdammt laut....Ich schwöre. Musst mal auf ne Demo gehen, da kannst du sowas hören.

Ich bin mir nicht ganz sicher, habe aber die Vermutung, dass DU , und ich doch sehr unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was sich "gut" anhört. Kann das sein?
"Analog" ist in der Regel zwar deutlich teurer, dafür aber auch nicht so gut. 

Zitieren
#24
Also ich höre momentan mit PA Lautsprechern Musik und da geht schon was, was die Lautstärke angeht. Die entfalten sich natürlich nicht bei Hintergrundbeschallung 
sondern erst weit drüber  LOL  Klar, die klingen sicher nicht "audiophil". Aber ich habe manchmal keinen Bock auf besonders sanfte, durch die Luft schwebende Höhen.
Es soll nicht kreischen, aber es darf ruhig mal mit gewisser Würze in den Ohren knallen. Anders ist es auf einem Konzert ja auch nicht.
"Autofocus has ruined quality"
[-] 1 Mitglied sagt Danke an Kimi für diesen Beitrag:
  • Deubi
Zitieren
#25
Zitat:Also ich höre momentan mit PA Lautsprechern Musik

Und jetzt?
Zitat:Klar, die klingen sicher nicht "audiophil"

Obwohl mir der Begriff nicht besonders gefällt, kann ich mir vorstellen, was du meinst. 
DU musst damit halt zurechtkommen.... nicht ich. 

Zitat:darf ruhig mal mit gewisser Würze in den Ohren knallen

Jo, knall du mal  LOL 

Zitat:Anders ist es auf einem Konzert ja auch nicht.
Das hängt dann wohl doch etwas von der Art des Konzerts ab. 
Tote Hosen?  Feine Sahne Fischfilet ?....

War vor einiger Zeit auf einem Konzert von Al Di Meola....Da knallte nix. 

Meine La Scala hat(te) 105 dB 1W 1m.....Das macht sie zu einer lauten Box.....Wollte ich damit Musik hören? ...nein....---> zügig  verkauft.
"Analog" ist in der Regel zwar deutlich teurer, dafür aber auch nicht so gut. 

[-] 1 Mitglied sagt Danke an scope für diesen Beitrag:
  • Deubi
Zitieren


Möglicherweise verwandte Themen…
Thema Verfasser Antworten Ansichten Letzter Beitrag
  Impedanz und Widerstand beim Abtastsystem Svennibenni 25 13.285 25.03.2019, 10:59
Letzter Beitrag: Svennibenni
  Telefunken TRX 3000 - DIN LS-Buchsen und die liebe Leistung DIYLAB 30 23.994 07.10.2014, 07:26
Letzter Beitrag: Deichvogt
  Leistung Verstärker/Lautsprecher EvilMM 17 12.538 14.07.2014, 07:50
Letzter Beitrag: EvilMM



Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste