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Thorens Vakuumpumpe
#1
Moin,

z.Zt. habe ich eine Thorens VG-26 Vakuumpumpe zur Reparatur, mit der ich nicht recht weiterkomme.
Die Pumpe gehört zu einem TD-226, den Plattenspieler selbst habe ich aktuell nicht hier, hier mal ein älteres Bild von einem Gerät was zum Service bei mir war; ein Plattenspieler für Erwachsene:

[Bild: 4lmufo.jpg]

Das VG-26 Vakuumgerät sieht so aus:

[Bild: 1l2u4b.jpg]

[Bild: 2vcu2g.jpg]

[Bild: 37gukd.jpg]

Die Funktionsweise ist leicht beschrieben: Die Pumpe (oranger Block) erzeugt einen Unterdruck, der Pumpen"ausgang" ist an ein Magnetventil angeschlossen, von da geht es parallel zu einem Drucksensor und zum "Ausgang". Von dort geht dann ein Schlauch zum Plattenspieler, die Tellerachse des TD-226 verfügt innen über einen Kanal mit dem die Luft unter der Platte weggesaugt wird:

[Bild: 541u80.jpg]

Um den Unterdruck zu dosieren, hat Thorens die aufwendige Geschichte mit dem Drucksensor und der Regelung erfunden: Wenn die Pumpe losläuft, ist das Magnetventil geöffnet, der Unterdruck steigt und der Drucksensor erzeugt eine proportionale Spannung. An einem fest eingestellten Punkt wird das Magnetventil geschlossen, und die Pumpe abgeschaltet. Da der Drucksensor weiterhin im "Ist-Kreis" hängt, misst er permanent den Unterdruck und schaltet die Pumpe wieder ein, falls dieser absinken sollte.
Soweit die Theorie.
Aus eigener Erfahrung kenne ich das relativ simple "Discontact" System von Thorens, ich habe das auf meinem 126er montiert. Dieses System ist wesentlich primitiver, das Vakuum wird in einer Art Glocke erzeugt, die von oben über den Mitteldorn gestülpt wird, alles manuell ohne "Automatic". Die Pumpe des Discontact hat "richtig Dampf", d.h. die zieht recht kräftig.
Und hier sind wir am Punkt: Die Pumpe des VG-26 ist dagegen viel, viel schwächer. Wenn man auf den Geräteausgang mal den Finger legt, wird kein nennenswerter Unterdruck erzeugt. Die Fehlerbeschreibung des Besitzers deckt sich damit: Pumpe läuft ständig, Platte wird nicht richtig angesaugt, die grüne "Vakuum" Lampe geht nie an (diese bestätigt dass der Soll-Unterdruck erreicht ist).
Auch wenn ich "druckmäßig" mal alles abhänge und den Finger direkt auf den Pumpenausgang lege, kommt mir der Unterdruck relativ bescheiden vor. Nach meinem Dafürhalten ist die Pumpe defekt bzw. zieht Fremdluft. Das orange Gehäuse hatte ich bis jetzt noch nicht offen.

Langer Rede, kurzer Sinn: Gibt es hier jemanden mit nem TD-226 und dieser Pumpe, der mir ggf. berichten könnte, wie stark der Unterdruck ist den die Pumpe macht? Wie lange muss die Pumpe durchschnittlich laufen, bis der Sollwert erzeugt ist?
Ach ja, Herrn Kelch hab ich natürlich schon versucht zu erreichen, scheint im Moment schwierig.
Konstruktive Beiträge sind sehr willkommen...

gruß, audiomatic
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#2
im HF schreibt ab und zu einer der ehemaligen Thorens Techniker, mir fällt im Moment der Name nicht ein Dash1
Er ist Belgier/Luxemburger/Franzose mit manchmal etwas eigenartigen Postings. Aber dafür kennt er jede Schraube persönlich mit Vor- und Nachnamen.
[-] 1 Mitglied sagt Danke an wattkieker für diesen Beitrag:
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#3
Joel Boutreux


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#4
Im HF gibt es einen ehemaligen Thorens Mitarbeiter (username: Violette) Real live Name: Joel Boutreux der kennt sich damit bestens aus!
Gruß Jan-Cedric
[-] 1 Mitglied sagt Danke an hifijc für diesen Beitrag:
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#5
genau den meinte ich Thumbsup Drinks
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#6
OK, danke!
Werde den mal kontaktieren.
Noch jemand ne gute Idee?

gruß, audiomatic
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#7
Lässt sich das Gehäuse öffnen, Audiomatic ? Sieht doch so aus - vielleicht ist der Pumpenmotor nicht mehr der beste oder der Motor-Kondensator.
Da wird der Hase im Pfeffer liegen.
Die einzige Pumpe, die ich kenne, die ewig hält - ist der LÖWE Wasserknecht Dance3
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#8
Immerhin gibt es noch Ersatz.

Viele Grüße, Jörg
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#9
Das kann auch mechanisch am Verschleiß der Pumpe liegen.
Grundsätzlich gibt es zwei Arten - Membran oder Kolbenpumpen.
Membranpumpen sind die leiseren und vibrationsärmeren und dürften daher hier eher eingesetzt sein.
Solch eine Membran hat eine begrenzte Lebensdauer und bei einer eingerissenen Membran wird kein Unterdruck erzeugt.

AtAudiomatic wird uns hoffentlich auf dem laufenden halten
Gruß von Christoph
___________________________________________________________________
„Der Klügere gibt nach! Eine traurige Wahrheit, sie begründet die Weltherrschaft der Dummheit.“

Marie von Ebner-Eschenbach
mps-Kinder
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#10
Thumbsup
Vielen Dank an alle Helfer, insbesondere an Jörg/backinblack für das Datenblatt der Pumpe - !
Werde mich in den nächsten Tagen mal dransetzen und das Pumpengehäuse zerlegen, mal schauen was mich da erwartet. Natürlich werde ich hier wieder berichten...

gruß, audiomatic
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#11
Hallo audiomatic,http://old-fidelity-forum.de/images/extra-smilie/hi.gif

solche Schwinganker-Membranpumpen gibt es im Aquariumbedarf.
siehe hier http://www.schwarzer.com/pages_de/produk...php?id=102
Einstufige Modelle erreichen typischerweise ca. 100 mbar Absolutdruck. (maximaler theoretischer Unterdruck 0mbar)
Laufen diese Pumpen gar nicht, ist die Diode übern Jordan. (Diese lässt den Anker länger "Anlauf" holen, ohne Diode flattert die Membran meist zu schnell)
Erreicht Sie den Druck oder Vakuum nicht (fast alle Vakuumpumpen sind auch Druckpumpen), ist entweder eines der Rückschlagventile, oder die Membran hinüber.

Membranpumpen Animation aus Wikipedia

Gruss Studi_Ha
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#12
Soso, jaja...

die olle Pumpe vakuumiert natürlich schon längst wieder bei ihrem Besitzer herum, hier noch die kurze Story wie es ausging:
So schaut die Pumpe von unten aus, eine Membranpumpe, die von einem kräftigen Elektromagneten per Schwinganker angetrieben wird.

[Bild: txguks.jpg]

Nachdem der ganze Klimbim dann mal zerlegt war, fiel mir auf, dass die Pumpe etwas manuelle "Nachhilfe" brauchte, damit der Schwinganker ordentlich in Gang kam, und einige Zeit danach meist auch selbsttätig ohne Nachhilfe funktionierte. Stand sie dann einen Tag herum, wieder das alte Spiel... also: Gummibalg bzw. Membran verhärtet.
Hatte dann ein sehr nettes und ausführliches Telefonat mit der Firma Schwarzer, die mir auch prompt die Lieferung von Ersatzteilen zusagte. Als es dann später per mail und Fotos ins Detail ging, hieß es dann jedoch, es gäbe für dieses alte Modell keine Teile mehr, und man hat mir für einen sehr exklusiven dreistelligen Betrag - bei dem ich mich echt setzen musste - eine neue, bauform-identische Pumpe angeboten.
Ergo bin ich hingegangen und habe alles komplett zerlegt, den Balg gängig gemacht, Anker und Widerlager neu justiert etc. pp. - et voila: Pumpe funktioniert wieder perfekt! Möglicherweise nicht unbedingt für die nächsten 30 Jahre, aber ich hatte den Besitzer vor die Alternative gestellt (teure Ersatzpumpe oder Reparatur der alten) und er hat sich für diese Variante entschieden. Ende gut - alles gut...
Eines noch zur Richtigstellung: Die VP-26 hat keine "Vollautomatik", wie von mir im ersten Beitrag fälschlicherweise dargestellt. Zwar wird die Pumpe durch den Drucksensor bei Erreichen eines bestimmten Unterdrucks per Relais abgeschaltet, danach wird ein (zwangsläufig stattfindender, allmählicher) Druckabfall jedoch nicht registriert, so dass ein erneuter Pumpvorgang nicht automatisch ausgelöst wird, sondern manuell angestoßen werden muss...

so long, audiomatic
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