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Normale Version: Revox B77 MK II Restauration
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Deshalb bin ich seinerzeit auf das LPR 35 ausgewichen . Das ist auch gut verfügbar beim Händler.

Captn Difool

LPR35 ist auch mein Standardband. Aber ich probiere gerne "Geschmacksmuster" in Form von Bändern anderer Hersteller, so z.B. TDK GX oder Maxell XL. Bei den Maxell schaue ich immer, ob ein günstiges Angebot dabei ist, denn Zockerpreise zahle ich dafür nicht.

Damit das alles besser zu händeln geht, habe ich im Boden des B77-Gehäuses einen Ausschnitt gemacht, so brauche ich die Maschine nur legen und kann einmessen. Da ist das dann auch kein Problem, mal eben ein anderes Band aufzunehmen.
(12.01.2018, 21:34)Baruse schrieb: [ -> ]Die 601-er zeigen kaum Ausfälle - ich glaube 621 oder 631 waren die schlimmen Kandidaten

Genau so ist es. Ich hatte damals auch einige Bänder des Nachfolgetyps (in den Boxen mit braunem Rücken, vermutlich 621), die fingen schon nach kurzer Zeit an zu schmieren/quietschen. Hat mich damals sehr gewundert, dass die neueren Bänder defekt wurden und nicht die alten. Angeblich hat Revox die 621 damals sogar umgetauscht. Wenn ich das rechtzeitig gewusst hätte...Bänder waren ja früher auch eine teure Angelegenheit.
(12.01.2018, 23:07)proso schrieb: [ -> ]Die Revox 601 sind zwar relativ haltbar, aber es gibt doch deutlich neueres und besseres Bandmaterial (Aussteuerbarkeit, Höhendynamik.....).
Aber gut, es gibt ja auch noch wie vor Menschen, die Normalband-Kassetten in Tapedecks benutzen. UndWeg

Und es gibt auch noch solche Menschen, die zum Ausgleich dessen mit HighCom II aufnehmen Idea und die 20.000 Hz eh schon lange nicht mehr hören  Oldie
(13.01.2018, 00:10)Captn Difool schrieb: [ -> ]LPR35 ist auch mein Standardband. Aber ich probiere gerne "Geschmacksmuster" in Form von Bändern anderer Hersteller, so z.B. TDK GX oder Maxell XL. Bei den Maxell schaue ich immer, ob ein günstiges Angebot dabei ist, denn Zockerpreise zahle ich dafür nicht.

Damit das alles besser zu händeln geht, habe ich im Boden des B77-Gehäuses einen Ausschnitt gemacht, so brauche ich die Maschine nur legen und kann einmessen. Da ist das dann auch kein Problem, mal eben ein anderes Band aufzunehmen.

Ja das stimmt: Die Maxell XL sind auch meistens gut, habe ich auch einige. Vermutlich qualitätsmäßig dem 601 sogar überlegen. Aber die Preisvorstellungen mancher Anbieter sind ja schon etwas abgehoben, vorsichtig ausgedrückt.
Bei der PR99 III, die ich ja auch noch habe, kann man geschickterweise die Bodenplatte abschrauben und hat dann alle Einstellregler offen vor sich. Vielleicht baue ich das Einbaugehäuse, mit dem ich die B77 gekauft habe, dementsprechend um  - Bodenplatte dazu und furnierte Seitenteile.

Captn Difool

Die Maxell sind von ihren magnetischen Eigenschaften den BASF-Typen nicht unbedingt überlegen, aber sie haben sich als sehr haltbar erwiesen. Die können im Prinzip uralt werden, ohne zu kleben oder das die Beschichtung abfliegt. Das macht sie so beliebt.

So habe ich das gemacht. Meine B77 ist noch Original, daher bitte nicht daran stören, das das Nextel so häßlich aussieht. Denn das klebt noch schlimmer als Shamrockbänder. Wenn ich die neu aufbaue, bekommt sie ein neues Gehäuse, aus Holz...


[Bild: k_IMG_2245.jpg]
Die Hintergründe zu den Revox-Bändern sind hier sehr gut beschrieben:

http://www.reeltoreel.de/Revox/Tips08.htm

Ich glaube aber, es gab die braunen Rücken auch schon vor dem 641. Meine "Problembänder" stammten bestimmt nicht von 1986 oder später, und waren eher 621 oder das bekannt schlechte 631.
Viele Grüße,
Hans-Volker
(13.01.2018, 11:26)Captn Difool schrieb: [ -> ][Bild: k_IMG_2245.jpg]


Damit sich das Abgleichbesteck nicht mal versehentlich im Bias-Trap verirrt, habe ich dort das Loch bewußt nicht geöffnet.
Ansonsten sieht's bei mir genauso aus - allerdings mit neuer Nextel Lackierung.

Captn Difool

Ich werde nach dem Umbau ein neues Etikett sauber platzieren, vielleicht auch mit farblichen Markierungen. Ansonsten sind Fehlbedienungen eher auszuschließen, wenn man etwas konzentriert dabei ist und nicht versucht, den Abgleichdreher blind einzuschieben. Wink3
Und noch ein kleines Update: In der von mir eingebauten Laufwerks-Steuerplatine war auch der bekannt böse C12 fällig. Der hatte noch 13 µF statt 47 µF. Das führt dazu, dass die Verzögerung zwischen Spulen und Play zu kurz ausfällt, wenn man die Play-Taste drückt, bevor das Band steht.

Edit: andere Elkos auf der Platine haben auch stark an Kapazität verloren - das wird also dann doch mal ein Rundumschlag.
Moin,
gestern hat mir "derHamburger" seine B77 MKII zum Weiterbearbeiten vorbeigebracht. Sie war schon in einer "offiziellen" Werkstatt, nimmt aber nicht vernünftig auf.

Optisch super in Schuss, auch die Köpfe gerade mal kurz "angefahren".


[Bild: front.jpg]

und die Rückseite:


[Bild: r-ckansicht.jpg]

die Karten:


[Bild: karten.jpg]

und das Netzteil:


[Bild: netztei-lspeed.jpg]

Da sind insgesamt noch etliche FRAKO Elkos vorhanden, die werde ich austauschen. Auf der Repro-Platine sind Potis verbaut statt Trimmer, die das Abnehmen/Aufsetzen der Bodenplatte geringfügig erschweren  Denker  

Für die ersten Platinen hatte ich bis auf zwei Trimmer alles da:


[Bild: karten-berarbeitet.jpg]

Auf den anderen Platinen waren schon diverse Elkos neu, die Entstörkondensatoren auch und die Relais auf der Oszillatorplatine. Ausserdem waren schon fast alle Trimmer ausser dem auf der Capstansteuerungs-Platine und denen für die Übersteuerungsanzeige erneuert.

Dann habe ich schon mal ein bisschen eingemessen:

- Azimut des Wiedergabekopfs war gut daneben - korrigiert
- VU-Meter-Kalibrierung geringfügig korrigiert
- Übersteuerungsanzeige eingestellt
- VU-Meter-Kalibrierung nachgestellt, und die Übersteuerungsanzeigen auch noch mal
- Wiedergabepegel für 257nWb/m auf 0VU = 0,775V am Output eingestellt

Und die Potis am Oszillator standen so:


[Bild: oszillator-potis.jpg]

Kein Wunder, dass bei Aufnahmen der linke Kanal zu schrill und der rechte  zu dumpf klang  LOL 

War aber nicht das einzige Problem. Irgendwie verhielt sich der Bias beim Einstellen komisch. Kein schöner Anstieg/Abfall. Trotzdem werden die Aufnahmen abgesehen von etwas zu viel Höhen schon mal ziemlich gut.

Die Oszillatorplatine habe ich dann mal gezogen und genauer begutachtet:


[Bild: falsche-potis-auf-oszillator.jpg]

Ach soooooo  Floet 

Da gehören doch 50kOhm Trimmer drauf, nicht 25kOhm  Oldie 

Hab ich noch in der Kiste, gleich mal getauscht.

Genug für heute, jetzt muss ich erstmal Diafilme entwickeln  Floet
Wow, das sind ja schon gewaltige Fortschritte! Bis morgen bin ich noch in der Nähe von Kiel, dann kann ich sie ja direkt wieder abholen!
Smile
Nein, kein Stress, mach in Ruhe weiter. Vielen Dank, dass Du Dich ihrer annimmst. Und vielen Dank für den bebilderten Bericht, bei Dir weiß ich die Maschine in den besten, fachkundigen Händen!

LG Henning
Das Problem bei Maschinen, bei denen schon mal irgendwer herumgebastelt hat:
Man muß quasi alle Teile nachkontrollieren, die offensichtlich gewechselt wurden.
Nicht selten stecken da tatsächlich falsche drin - wie hier die Trimmer.

Aber bei Hans-Volker ist das Gerät in den richtigen Händen!
Und als Ausgleich für die falschen Trimmer auf der Oszillatorplatine wurden dann noch die Vorwiderstände von 1kOhm auf 20kOhm erhöht  Dash1 Die müssen also auch noch wieder zurück  Floet
Soooo, geschrieben, getan  Thumbsup

Und dann läuft die Einmessung wie im Bilderbuch, und der Hinterband-Vorband - Vergleich passt dann auch. Rec - Level für 9,5 cm/s muss ich noch etwas über Bias/Eq anpassen, habe ich jetzt für 19cm/s eingestellt.

Dann bleibt nur noch, diverse Elkos auf der Netzteilplatine und der Laufwerksteuerung zu erneuern und 3 Trimmer. Da geht morgen die Bestellung raus, da ich die gerade nicht vorrätig habe.
Wow werde ich auch noch mal messen, da die Andruckrolle noch eine alte ist. Die Werte für Flutter fallen dabei natürlich auch an. 

Fortsetzung folgt  Floet
Danke lieber Hans-Volker! Was sagt Dein detektivischer Spürsinn: wie sahen die Lötstellen der falschen Bauteile aus? Relativ frisch, oder kann es sein, dass die seit 10 Jahren falsch waren?
Mmmm ... die gezeigte ,,Anpassung" ist im technischen Sinne durchaus korrekt umgesetzt: die Vormagnetisierung wird dadurch in ihren Maxima reduziert, was im Umkehrschluss eine präzisere Einstellung des Aufnahme-Kopfes erfordert.

EDIT: Der Löschstrom ist statisch.
Man soll ja nie meinen, man wäre fertig  Floet 

Gestern gemütlich eine CD über Band gehört - Moooment, in den Pausen ist da aber was, was da nicht hingehört Denker 
Da habe ich mir mal den Bandlauf angeschaut:


[Bild: Bandlauf-falsch.jpg]

Ja, schon klar. Wenn das Band so am Löschkopf vorbeiläuft, dann wird halt nicht genau die Spur gelöscht, die dann am Wiedergabekopf abgehört wird  LOL 

Bekannter Fehler: Beim Austausch des Bandeinlauflagers wurde die Beilagscheibe unter der Lagereinheit vermüllert, und damit sitzt das Lager zu tief...

Korrigiert sieht das dann so aus:


[Bild: Bandlauf-korrigiert.jpg]

Dann ist auch ausreichend Ruhe, nur bei aufgedrehter Lautstärke ist im Bandrauschen noch ein bisschen was zu hören. Kann entweder von der Gegenspur kommen oder daher, dass das Band vorher Halbspur bespielt war. Mein Testband habe ich jetzt mal auf dem bulk-eraser gelöscht, und kann dann mal korrekt testen, wie sich Löschdämpfung und Übersprechen von der Gegenspur verhalten.

Statt der riesigen Beilagscheiben am Einlauflager (sorry, unscharfes Bild)


[Bild: beilagscheiben.jpg]

habe ich gleichzeitig auch noch originale (rechts auf dem Bild) eingebaut.

Natürlich musste ich dann Azimut für Wiedergabe- und Aufnahmekopf sowie Record Level nochmal korrigieren  Floet , da sich ja jetzt das Band in einem anderen Winkel und minimal anderer Position über die Köpfe bewegt.


Dann nochmal Aufnahme ab:


[Bild: test-aufnahme.jpg]

Sehr schön  Dance3
Die linke Aufnahmeanzeige-LED ist mal gegen eine rote getauscht worden und ist etwas heller als die rechte. Das fasse ich aber nicht an  Denker
(02.11.2022, 09:00)derHamburger schrieb: [ -> ]Danke lieber Hans-Volker! Was sagt Dein detektivischer Spürsinn: wie sahen die Lötstellen der falschen Bauteile aus? Relativ frisch, oder kann es sein, dass die seit 10 Jahren falsch waren?

Wie alt die Lötstellen sind, kann ich nicht sagen. Auffällig ist aber die verschwenderische Anwendung von Kolophonium (Löthilfsmittel, das oberflächliche Oxidschichten entfernt). Die Einige nicht-originale Lötstellen sind alle an einem dicken braunen Ring zu erkennen  LOL 

Die können durchaus 10 Jahre alt sein. Dafür sprechen auch die auf je 8 einzelne "Stelzen" aufgesetzten zwei ICs auf der Monitorplatine, statt übliche 8 pin-DIL-Fassungen zu verwenden. Da muss jemand viel Zeit und Geduld gehabt haben  Floet 

Edit: die sind definitiv alt, denn die Lötstellen der neu eingesetzten Relais auf der Oszillatorplatine sehen ja gut aus  Oldie

Auf dem Bild der Platine oben (letztes Bild von #36) kann man sogar auf der Oberseite das durch die Bohrungen für die vier Widerstände gelaufene Kolophonium sehen.
Jetzt habe ich mal das Wow/Flutter-Meter angehängt und das entsprechende Testband aufgelegt.

Wow:


[Bild: wow-0-025.jpg]

0,025 % Thumbsup also kein Bedarf für eine neue Andruckrolle.

Flutter bei rund 0,2% - das ist aber vermutlich der Wert des Bandes selbst...
Edit: Ich habe Flutter nochmal mit Signaleinspeisung und über LPR35 gemessen - 0,1%, da hier aber der Flutter sozusagen doppelt gemessen wird (bei Aufnahme und Wiedergabe) sind 0,05% ein realistischer Wert.

[Bild: fluttter-0-2.jpg]

Und zuletzt ein Wert für "gewichtet":


[Bild: weighted-0-05.jpg]

0,05%  Thumbsup  Kann man lassen.

Speed habe ich noch nicht eingestellt, da auf der entsprechenden Platine ja noch der Trimmer zu tauschen ist - deshalb werden hier die 3,150 kHz nicht ganz erreicht.

Das Übersprechen von der Gegenspur ist bei erträglicher Abhörlautstärke kaum wahrnehmbar...wenn ich mit Kopfhörer die Lautstärke so einstelle, dass kein Hintergrund zu hören ist, und dann von „Löschen“ auf Wiedergabe gehe, dann ist diese schon richtig laut.
Hallo zusammen,

ich möchte gerne noch ein Foto beisteuern, wie der Löschkopf einer 2-Spur Studer Maschine von der Höhe her ab Werk eingestellt ist.

Das Foto ist nicht sonderlich gut, aber ich denke, dass man es gut erkennen kann. Hier ragt der Spalt des Löschkopfs immer (!) über die Bandkante hinaus.


[Bild: IMG-20221102-154505.jpg]
Nun, das ist je nach Maschine unterschiedlich. In dem Fall der B77 war aber die Position des Löschkopfs relativ zum Wiedergabekopf definitiv und hörbar falsch. Zu bedenken ist hier auch, dass es sich um eine Viertelspurmaschine handelt.

So, wie das Band jetzt gegenüber dem Löschkopf positioniert ist, wird eine Eigenaufnahme auch perfekt gelöscht, und eine Aufnahme in „Rückwärtsrichtung“ beeinflusst die zuerst gemachte Aufnahme in „Vorwärtsrichtung“ nicht. So muss das sein.

Auf deinem Bild sieht man auch, dass beim Studer Halbspur-Löschkopf mit versetzten Spalten der Spalt der unteren Spur auch über das Band hinausragt, der Kopf also zentriert zum Band positioniert ist. Bei Viertelspur muss aber der Löschkopf die Spur genau einhalten. Hier befindet sich die Spur für den rechten Kanal ja nicht am unteren Rand des Bandes.
So ist es Thumbsup. Und genau aus diesem Grund wollte ich mal den Unterschied zeigen Drinks .
Vielen Dank, da schaue ich mal einen Tag hier nicht rein und schon sind wieder so viele Verbesserungen an der B77 erfolgt! Mannomann, eigentlich wollte ich nur noch die G36 verwenden, aber wenn ich dann bald eine absolut perfekte B77 habe dank Hans-Volker, dann weiß ich auch nicht. Dann werde ich sie wohl wöchentlich durchtauschen müssen im Wohnzimmer.
Ja, das wirst Du dann wohl müssen  LOL Bandmaschinen brauchen regelmäßige Bewegung!

(02.11.2022, 20:50)Accu-Fan schrieb: [ -> ]So ist es Thumbsup. Und genau aus diesem Grund wollte ich mal den Unterschied zeigen Drinks .

Ach so - mir war nicht klar, was Du mit dem Bild sagen wolltest  Denker
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