Old Fidelity - HiFi Klassiker Forum

Normale Version: Revox A76 newbie benötigt Hilfe
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Hallo zusammen,

vor einiger Zeit hatte ich mir in der Bucht einen Revox A76 gefischt. Optisch ist das Gerät in einem guten Zustand - aber es gibt Mängel und bevor ich etwas total falsch mache.....nur fragenden Menschen wird geholfen LOL.

Problem 1: Die Skalenwahl ist total (!!) schwergängig - drehen nach rechts geht gar nicht. Ich habe die Front abgenommen, dachte ggf. sei der Faden verklemmt, ist er aber nicht - das Führungsrad in der Skalenmitte läst sich selbst von Hand nur schwer bewegen. Also, womit/wie bekomme ich die gesamte Mechanik wieder gangbar?

Problem 2: Die Schalter links springen z.T. nicht wieder zürück. Die kleinen weißen Plastikteile sind vorhanden, rotieren aber nicht immer.

Problem 3: Ich habe eine Zimmerantenne mit typischem Koaxanschluß - gibt es Adapter für den BNC (?) Anschuss des Revox?

Problem 4: Es war natürlich kein Netztkabel dabei - aber da habe ich die nötige Info schon hier im Form (inklusive ebay link) gefunden Thumbsup.

Also Eure Unterstützung wäre wirklich hilfreich Wink32.
Wolfram,

Revoxe sind hier nicht soo weit verbreitet...Denker eventuell solltest du aussagekräftige Fotos beisteuern, um die Problemzonen zu verdeutlichen. Ist ja nicht normal, das hier immer noch keiner reagiert hat...Flenne

Martin

JW1961

Prob 1:
Alle Führungsrollen/Umlenker säubern und neu fetten/ölen.

Prob 2:
Alle Schalter säubern von altem Dreck und Schmiere danach neu fetten, ggf. mit Gefühl zurechtbiegen

Prob 3:
Klar gibt es, Fa. Pollin oder Konrad im Netz

Prob 4:
ist anscheinend keines mehr!Lol1

Drinks
Coole tips. Sauber scheinen mir die Rollen, Schalter zu sein (s. Bilder). Zum Reinigen T6 und zum Einfetten nehme ich....?

[Bild: DSC02337_Mittel.jpg]

[Bild: DSC02338_Mittel.jpg]

[Bild: DSC02343_Mittel.jpg]

[Bild: DSC02344_Mittel.jpg]

[Bild: DSC02345_Mittel.jpg]

[Bild: DSC02346_Mittel.jpg]
Sieht doch alles supersauber aus...Denker
Ich bin blutiger Schrauber-Amateur, aber wenn ich dein letztes Bild anschaue, dann sollten doch die Seile am Ende im Drehko enden unter dem sülbernen Deckelchen...Floet Und meine bescheidene Erfahrung sagt mir, wenn diese längere Zeit (eventuell sogar Jahre) nicht betätigt wurden, dann setzen die sich fest. Da können die Rollen noch so freigängig sein. Aber eventuell wird Armin oder einer der anderen Profi-Schrauber sich der Frage kompetent annehmen.

Den Antennenadapter bekommst du sofort bei Armin, schaust du hier etwas weiter unten...

http://www.good-old-hifi.de/selbstbauobj...ekte.shtml

Martin
Und Wolfram...wie wärs mit diesem Spielpartner, ganz frisch drin?...Drinks

http://kleinanzeigen.ebay.de/anzeigen/s-...-172-17085
zu 1. Die Spannung des Skalenseils geprüft? Wenn der Drehko an einem Anschlag steht, gehts nur noch in eine Richtung. Mach mal den Deckel vom Drehko ab und schau ob der Rotor sich sich leicht bewegen läßt. Wenn nicht, ist warscheinlich das Lagerfett verharzt und muß ausgewaschen und erneuert werden. Hier gibt´s Tips: Drehko auswaschen
Das Skalenseil neu auflegen oder zu erneuern ist nicht jedermanns Sache, aber machbar. Wenn Du kein SM hast, den Seilverlauf über alle Rollen gut aufzeichnen oder fotografieren.
so, jetzt weiß ich auch warum das Teil Drehkondensator heißt LOL.

Also ich sehe keinen Schmier, sondern mir scheint, es gibt dort gar kein Schmiermittel mehr. Wie seht Ihr das und nochmals: womit schmiert man so ein Teil?


[Bild: DSC02352_Mittel.jpg]

[Bild: DSC02353_Mittel.jpg]

[Bild: DSC02354_Mittel.jpg]
Da ist nicht viel zu sehen. Die Lager sind klein und die Fettmengen winzig.
Geschmiert werden die Wellenlager der Drehkowelle und der kleinen Vorgelegewelle. Ein Lager der Drehkowelle sieht man im 3. Foto rechts. Die beiden Drehkowellenlager sitzen in den etwas dickeren senkrechten Blechen.

Ist denn der Drehko leicht beweglich? Dazu entweder Skalenseil vom Drehkoseilrad oder wenn möglich das Drehkoseilrad auf der Welle lösen. Als Schmierstoff geht säurefreies Fett. Aber wenn der Drehko schwer geht, vorher das alte Fett wie im Link oben beschrieben auswaschen!
hier noch ein Link, der einiges klarmacht Drehko flottmachen
Es gibt auch spezielle Foren, wo sich lauter Revox-User rumtreiben. Vielleicht kennt man da das Problem besser.

http://www.revoxforum.de/forum/
Moin,
der Rotor des Drehkos ist beidseitig auf Kugeln gelagert, hier muss man praktisch nie nachschmieren.

Die Antriebswelle laesst sich auch ohne Zerlegen meist wieder gaengig machen:
Das Seilrad vorziehen, damit man auch an das vordere Ende der Lagerbuchse kommt. Mit einer kleinen Spritze (1ccm) mit Nadel tropft man langsam Aceton an beide Enden der Lagerbuchse und versucht gleichzeitig, die Welle zu drehen. Besonders, wenn sie sich noch drehen laesst, sollte sie sich schnell loesen. Weitertraeufeln und drehen, bis sie richtig frei ist, zum Schluss Oel an die Buchse geben.
Vorsicht, das Aceton nicht an Kunststoffteile gelangen lassen, viele Kunststoffe loesen sich auf (und lassen sich dafuer ganz vorzueglich mit Aceton "chemisch schweissen")

Einen kleinen mechanischen Fauxpas hat sich Revox bei der Konstruktion des Seiltriebes geleistet, das Seilrad des Drehkos ist nicht vom Seilzug entlastet. Haette man das Seil unter dem Seilrad durchlaufen lassen und den Drehko etwas tiefer gesetzt, es waere perfekt gewesen. So zieht der Seilzug an der Lagerbuchse. Bei einem Hersteller mit der mechanischen Erfahrung wie Revox erstaunt mich das, denn die Loesung waere praktisch gratis zu haben gewesen. Nicht entlastete Drehkos findet man uebrigens auch bei fast allen Fernostgeraeten.

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Peter
(03.11.2012, 19:34)hf500 schrieb: [ -> ]...
der Rotor des Drehkos ist beidseitig auf Kugeln gelagert, hier muss man praktisch nie nachschmieren.
...

Peter, Du bist der Profi.
Trotzdem ein kleiner Hinweis von mir. Bei einem Kofferradio saß der Mittelwellen-Drehko nach jahrzehntelanger Nichtbenutzung im Kugellager fest. Das alte Fett konnte ich gut mit Feuerzeugbenzin herauswaschen, das ist auch unkritischer bei Plastik. Ist jetzt ein Jahr her und alles funktioniert weiter, wie es soll.

Drinks
Moin,
wenn die Lager des Rotors feststecken, kann das Fett nur noch zu Beton geworden sein ;-) Mit denen hatte ich noch nie Aerger, es war immer die Lagerbuchse der Ritzelwelle, auf der das Seilrad steckt. Die Groesse der Rotorlagerung ist auch eher zu klein, als dass sie ein nennenswertes Gegendrehmoment auch bei verharztem Fett aufbringen. Bei meinem schlimmsten Kampf mit der Ritzelwelle musste ich sogar zu einer Zange greifen, um sie, unter Acetoneinwirkung, drehen zu koennen. Es hat aber geholfen, der Drehko hatte zwei Jahre mit seltener Betaetigung, um wieder festzugehen und tat es nicht.

73
Peter
(03.11.2012, 22:37)rappelbums schrieb: [ -> ]fest. Das alte Fett konnte ich gut mit Feuerzeugbenzin herauswaschen,

Benzin oder Alkohol erscheint mit auch ungefährlicher als Aceton - ein Tropfen davon aufs Kunststoffgehäuse und dahin ist die schöne Welt...