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Normale Version: Teac 102 --- Umgestaltung und Zarge
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Ich hol das mal aus den aktuellen Basteleien hier rüber, weil's vielleicht doch ein längeres Projekt wird und es dann sinnvoller ist, alles beieinander zu haben:

(01.03.2026, 22:22)frank_w schrieb: [ -> ][Bild: TN-102.jpg]

Anfang November war mir dieser Steampunk-Plattenspieler bei yahoo.jp noch "vom Haken gegangen" (siehe auch hier), aber ich hatte unfassbares Glück - einige Tage später wurde er wieder eingestellt, und dann war ich erfolgreich  Dance3 Dance3 Dance3 , und sogar noch erheblich günstiger als beim ersten Versuch. Nach zweieinhalb Monaten "surface transport" ist er am Donnerstag eingetroffen, und die Bilder aus der Auktion waren absolut ehrlich - das Ding ist in einem für das Alter geradezu sagenhaften Zustand (Baujahr geschätzt 1967). Das Bild oben ist aus der Auktion. Wichtiger erster Test - Strom geht  Floet , Motor dreht, und sogar lautlos. 

Das - für mich - einzige Manko ist allerdings die Farbe des Chassis; das ist so ein undefinierbares Grau-Beige, das ich gähnend langweilig finde. Ich hab da aber schon so eine Idee (keine Angst, nicht pink oder goldfarben) ...

Jedenfalls konnte ich die gesamte Elektrik und die simple mechanische Drehzahlumschaltung demontieren, ohne irgendwas ablöten zu müssen. Nur die (längst ausgetrocknete) Libelle hab ich dringelassen:

[Bild: Teac-Elektrik.jpg]


Tja, und da isses nun, das nackte Chassis (noch nix mit gemacht außer die Fotos auf s/w getrimmt):

[Bild: Teac-Chassis-1-sw.jpg]

[Bild: Teac-Chassis-2-sw.jpg]

[Bild: Teac-Chassis-3-sw.jpg]

So, und dafür such ich mir jetzt einen Lackierer. (Lieber einen Profi ranlassen als selber ruinieren.)

Ich berichte natürlich über den Fortgang und meld mich dann in Kürze noch mit einer Frage zur Motoraufhängung.

Guten Wochenstart!

Cheers
Frank

(06.03.2026, 01:13)frank_w schrieb: [ -> ]Noch schnell die geretteten kleinen Details...

[Bild: details.jpg]

Das Typenschild und der Magnefloat Schriftzug waren "nur" geklebt und ließen sich mit feiner Klinge lösen (und der Schriftzug ist sogar ganz geblieben!), und auch die Libelle hab ich noch rausgekriegt, ehe das Chassis heute zum Lacker gewandert ist. Dauert voraussichtlich 1-2 Wochen, weil die so einen Kleinauftrag erst abarbeiten, wenn sich mal eine Lücke auftut.

Es gab diesen Plattenspieler übrigens offenbar unter mehreren Bezeichnungen - vom Markennamen her dürfte Teac (als TN-102) etwas bekannter sein als die hier gezeigte Inkarnation TEIC MF-102SB. Aber auch dieser Denon DP-101 scheint die gleichen Gene zu teilen... (Schalter, Pulley-Abdeckung, Plattenteller).

[Bild: Denon101.jpg]





Am Donnerstag konnte ich nun die beiden Teile schon vom Lackierer abholen. Erste Impression, nur mal die Chassisteile mit Plattenteller:

[Bild: Montage2.jpg]


Die neue Farbe ist - tadaa! - Hammerschlaglack in silbergrau, was mMn die durchaus rustikale Anmutung des Plattenspielers noch unterstreicht.

Das Blech für die Motoraufhängung wieder verschraubt. Das Blech - und damit der Motor - kann um die kleine Schraube, die unten in der Mitte sitzt, um einige Grad verdreht werden, womit der Abstand zwischen Plattenteller und Pulley verändert werden kann, um bei Bedarf die Spannung des Riemens anzupassen.

[Bild: Montage3.jpg]


Drehzahlumschaltung wieder montiert. Zur Veranschaulichung hier noch ein Bild vom Verkäufer:

[Bild: TEAC102-9.jpg]

Die Umschaltung finde ich ziemlich genial... hinter der Sechskantmutter in der Bildmitte sitzt eine starke Spiralfeder mit zwei langen, zum Pulley hin rechtwinklig abgeknickten Schenkeln, die den Riemen (bzw. hier den Faden) auf dem Pulley nach oben oder unten transportieren können. Man sieht hier gut das Führungsblech für den unteren Schenkel. Drückt man auf den (in diesem Bild) hinteren Knopf, wird über eine Art Stößel (unter dem grünen Ring zu erkennen) das Ende des Führungsblechs nach unten gedrückt und damit der freie Schenkel der Spiralfeder nach oben - und damit auch der Riemen. Lässt man den Knopf los, kehrt wegen der Rückstellkraft der Feder der Knopf nach oben zurück und der Schenkel der Spiralfeder nach unten. Der andere Knopf funktioniert natürlich genauso, nur eben umgekehrt, so dass hier über das Führungsblech der obere Federschenkel nach unten gedrückt wird. Auch hier kehren Knopf und Feder nach dem Loslassen in ihre Ausgangsposition zurück, d.h. im Betrieb ist diese "Gabel" immer weit offen, und der Riemen läuft frei. (Bei meinem Thorens TD160 ist die "Gabel", die den Riemen umlegt, nur knapp breiter als der Riemen selbst, und wenn da nicht alles 100% passt, kann der Riemen schon mal an der Gabel schleifen.)

Schalter und Libelle wieder eingesetzt:

[Bild: Montage7.jpg]


Elektrik wieder montiert, Motor aber nur "so ungefähr" positioniert, noch nicht verschraubt.

[Bild: Montage5.jpg]


Denn hier kommen jetzt ein paar Bilder zur Veranschaulichung und dann eine Frage... Der Verkäufer hatte im Angebotstext erwähnt, dass sich die Dämpfung an der Aufhängung verflüchtigt hätte und er diese durch Schaumstoffringe ersetzt hätte. Dazu noch ein Bild vom Verkäufer:

[Bild: TEAC102-8.jpg]


Die weißen Ringe sind der Ersatz. Nun sieht man aber rechts vorn (in orange) auch den Gegenpart, nämlich die Gummi(?)puffer auf der Oberseite. (Bei diesem Foto lag das Chassis ja "auf dem Kopf", Unterseite oben.) Hier die Oberseite der runden Montageplatte - 

[Bild: Montage6.jpg]


Dieses Blech hat also vier Vertiefungen, in denen - wenn der Motor dann aufgehängt ist -  die vier orangefarbenen Gummipuffer drinliegen, nahezu fluchtend mit der Montageplatte. Womit dann aber auf der Unterseite der Abstand zwischen Platte und Motor deutlich größer wird:

[Bild: Montage8.jpg]


Hier sieht man also, dass die "Ersatzdämpfer" da irgendwie relativ haltlos herumhängen und somit kaum Wirkung entfalten dürften. Es handelt sich um Ringe aus einem sehr feinporigen Schaumstoff, der mir auch sehr weich vorkommt. Für die Montage hat der Verkäufer die Ringe einfach an einer Seite aufgeschnitten:

[Bild: Montage9.jpg]

Ich denke schon, dass eine Dämpfung auch an der Unterseite sinnvoll ist, denn durch den Riemen entsteht ja eine seitliche Zugbelastung auf Pulley und Motorwelle, die - übertrieben dargestellt - zu einer Schrägstellung der Motorwelle führen könnte, wenn der Motor nur lose in den vier oberen Puffern drinhängt. Realistischerweise steht dem unter normalen Umständen allerdings bereits das Eigengewicht des Motors entgegen... man müsste den Riemen wohl schon extrem spannen, um ein Verkanten von Pulley und Motorwelle zu provozieren. Ich glaube, es geht hier nicht so sehr um die Kompensation der Zugbelastung, sondern eher um zusätzliche mechanische Ruhigstellung. Aber da bin ich sehr auf Eure Einschätzung und ggf. Tips gespannt, insbesondere zu geeignetem Ersatz...

Und auch wenn an dieser Stelle vielleicht noch Nachbesserung erforderlich ist, hab ich dann doch mal alles soweit zusammengebaut und auch den Riemen aufgelegt. Sieht dann so aus:

[Bild: Montage10.jpg]


Und dann noch eins mit Stroboscheibe:

[Bild: Montage11.jpg]


Ach ja, hier noch ein (Verkäufer-) Bild von der Lagerachse, echt phatt (15mm):

[Bild: TEAC102-10.jpg]


Da stellt sich mir allerdings auch noch die Frage, wieviel Öl man in so ein Tellerlager reingibt. Gibt's da irgendwie Erfahrungswerte oder Faustregeln? (Ein Manual würde vermutlich helfen; online bin ich aber bisher nicht fündig geworden, unter keiner der drei hier genannten Typenbezeichnungen...)

Verpartnert wird der Teac übrigens mit dem h i e r schon mal gezeigten Neat GA-22 Tonarm. Für die Zarge hab ich schon recht konkrete Vorstellungen, bin aber kein Holzwurm und werde deshalb meinen Bruder um Hilfe bitten. Kann aber noch was dauern... stay tuned.

Cheers
Frank
Der Hammerschlaglack sieht super aus! Gute Wahl.
Ich persönlich finde aber, dass der Hammerschlaglack den Plattenspieler älter wirken lässt. Der Glattlack wirkt auf mich "moderner". Schön ist der Plattenspieler auf jeden Fall. Erinnert mich stark an meinen Empire Troubadour, der seit Jahren im Keller auf seine Restaurierung wartet...
Die hängenden Schaumstoffringe machen allerdings hier in der Tat wenig Sinn, da sie deutlich zu dünn sind, um eine Wirkung zu entfalten. Hier würde ich etwas elastischeres, das den kompletten Abstand ausfüllt, einbauen. Vielleicht durchbohrte Squashbälle oder ähnliches.