Hi,
auch wenn's jetzt ein wenig ins OT abdriftet:
Zitat:Was hilft die Darstellung von Peaks/Dips alle 12Hz ? Die kann man eh nicht korrigieren. Wichtig ist doch die Tendenz, damit man an den echten Problemen auch arbeiten kann.
Das stimmt. Eine 1/3-Oktavenglättung entspricht am ehesten dem tatsächlich Gehörten. Sogesehen ist diese Messung realitätsnahe, andererseits "schönt" sie den Lautsprecher.
Vorweg: Ich möchte nicht deinen Lautsprecher schlecht machen (kenne ich ja auch nicht), aber:
Zitat:Bei der für geschlossene Boxen idealerweise angepeilten Gesamtgüte von 0.71 sind es 6dB.
Nee, sorry:
Das Maß für den Schalldruckabfall eines Lautsprecherchassis zu tiefen Frequenzen ist die "Güte" Qts. Sie gibt an, um wie viel der Schalldruck bei der Resonanzfrequenz fs unter dem linearen Bereich liegt.
Bei Qts = 0,5 wäre das also die Hälfte (entsprechend
- 6 dB).
Damit hast du ein Tiefpassfilter 1. Ordnung. Bei 0,707 sind es näherungsweise 12 dB - 2. Ordnung (Bassreflex 4. Ordnung - ...).
Ist aber auch nicht soooo wichtig.
Wichtig ist, dass eine relativ flache Flanke im Tiefton eine gute Angriffsfläche für Raummoden bietet, die dann diese vermeidliche Bassschwäche anhebt. Bei linearen Bässen, bis in ganz tiefe Regionen sind die Moden dann eher schädlich, weil sie starke Überhöhungen produzieren (, die man dann mit DSPs wieder rauszieht - damit sowohl Chassis als auch Verstärker entlastet und so Leistung und Präzision gewinnt. Es geht dann nämlich auch deutlich lauter. Für PA-Anwendungen nicht ganz unwichtig).
Zitat:Siehste Spoci, so wie die Yamaha NS-10 kenne ich Bass-Frequenzverläufe von "Schuhkartons" - mit welchem Bass-Chassis bekommt man das tiefe E hin in einem Schuhkarton (also rund 5 Liter Volumen)???
In der NS-10 kommt auch noch der Frequenzgangabfall nach Unten infolge der Schallwand hinzu. "Bafflestep", daher auch der Buckel im Mittelton. Dieser Lautsprecher frei aufgestellt klingt wie... Zum genussvollenen Hören ist er ja auch nicht gemacht. Die Fehler, die dieser Monitor hat, hat er aus gutem Grund.
Es wäre eine Kleinigkeit, den Mitteltonbuckel mit einem Sperrkreis zu glätten.
In 5 Liter und dann 40 Hz? Physikalisch möglich, aber im Freifeld gemessen unrealistisch. Es müssen die Raummoden genutzt werden, um da hin zu kommen.
Wenn ich mir dann aber überlege, welche Lautstärken lediglich möglich sind - von der geringen Effizienz (Kennschalldruckpegel) ganz zu schweigen ... Die Luftfeder ist nicht linear. Je kleiner das Volumen, umso stärker werden Verzerrungen (Intermodulation) infolge eines nicht-linearen Luftvolumens. Die Folge sind Unlinearitäten in der virtuellen Aufhängung - das Chassis funktioniert nur bis zu einem begrenzten Hubraum mit erträglichen Verzerrungen.
Ich
glaube, Berndt Stark hat mal eine Faustregel (aus seiner Erfahrung) genannt - sinngemäß: "Tiefbass" braucht mindestens 60 Liter.
Theoretisch bekommt man 20 Hz aus 20 Litern, wenn die Parameter des Chassis so getrimmt werden. Das ändert aber nichts am kleinen Luftvolumen und deren Unlinearitäten.
Hört euch mal diese winzigen "Subwoofer-Würfel" in den Billigmärkten an: Ein sauberer, trockener, leicht federnder Bass ist was anderes. "Tiefgang" ist eben nicht alles.
"Viel hilft viel", hier stimmt's.