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Verständnisfrage Phantomspeisung
#1
Hallo,
ich habe günstig ein Sennheiser ME80 mit K3N Griff und Speiseteil erstanden, dass auch funktioniert.
Normalerweise benutze ich das bessere Sennheiser MKH-416 mit externem Mikrofonverstärker inklusive Phantomspeisung.
Aber da das ME80 auf einen Teleskoparm aufgesetzt werden kann
[Bild: sennheiser-mke202-manual017.jpg]
kann ich auch als 1-Mann Team mit dem Mikro auf der Kamera herumlaufen und bin über den Teleskoparm MZS-802 Arm näher an den Protagonisten dran.
Was generell spannend wird, denn entwickelt und gebaut wurde das alles in Pre-Handy-Zeiten, der Weg zur Kapsel über den langen Arm ist unsymmetrisch,
mal sehen, was einstreut...
Nun habe ich auch einen kleinen Mikrofonverstärker -für das MKH416, das auch weiter im Einsatz bleibt - mit 48-V Speiseteil, der rauscharm ist und ich würde das ME-80 gerne an ihm nutzen.
Die Speisung lässt sich aber nicht abschalten, aber das soll am K3N laut Sennheiser auch gehen, man lötet wohl ein Adapterkabel mit
eingesetzten Widerständen, nur erscheint mir die Beschreibung von Sennheiser wegen der Adaptierung kryptisch:

[Bild: Externe-Phantomspeisung.jpg]
Gleich ein Hinweis, links ist die Steckerbelegung eines Tuchelsteckers gezeigt, nicht von XLR, die anders ist,
und "gelesen" wird die Zeichnung von Rechts (Ausgang der Phantomspeisung) nach Links.
Aber verstehe ich das richtig: Löte ich mir ein Kabel, müssen am Ausgang der Speisung rechts zwei Widerstände
- Präzisionwiderstände mit möglichst wenig Toleranz zueinander -von je "Heiss" und "Kalt auf die Masse / Schirmung gelötet werden?
Und wohl am Ausgang, wegen der Impedanz des Kabels?
Der symmetrische Kabelweg in meinem Aufbau ist kurz (nicht mehr als 20cm) und man findet leichter Präzisionswiderstände im SMD-Format, daher:
lassen die Widerstände sich deshalb auch Eingangsseitig, also nahe dem K3N verlöten?
Denn dann könnte ich die gleich ins K3N setzen und habe den Streß nicht, immer das richtige Kabel parat halten zu müssen.
Und generell: Habe ich über die Widerstände nicht einen Pegelverlust?
Ach ja, und es sind zwei Tantalelkos drin, ich glaube 22µF/16V und 1µF / 35V.
Die dürften kein Problem von der Alterung darstellen, oder?
Danke und Grüße,
Sal
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  • HiFi1991
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#2
,,Präzisionwiderstände mit möglichst wenig Toleranz zueinander -von je "Heiß" und "Kalt auf die Masse / Schirmung gelötet werden?"

So suuuuuuuperpräzise müssen die Widerstände nicht sein, 1%er in Bauform MF0307 reichen vollkommen und sind mit den Anschlussdrähten auch praktischer als Ess-M-Dees.

,,Und wohl am Ausgang, wegen der Impedanz des Kabels?"

Biite nur 1x über die Widerstände einspeisen. Wo du einspeist, ist schnurz. Da kann auch der Mikro-Eingang des Verstärkers genutzt werden. Wenn dort aber gespeist wird, sollte das auch am Gerät ersichtlich sein, damit nicht nochmal eine Speisung eingefügt wird. Das würde zu ,,Funkenflug" führen.

,,Und generell: Habe ich über die Widerstände nicht einen Pegelverlust?"

Nein.

,,Die dürften kein Problem von der Alterung darstellen, oder?"

Die beiden Elkos im Mikro führen i. d. R. von heiß und kalt zum Gehäuse und nicht zur Masse! Wenn das Mikro mit Metallgehäuse angefasst wird, stellt es eine hochohmige Verbindung über den Körper zur Erde (versus Masse!) dar. Ohne die Entkoppler (besagte Elkos) würde es eventuell brummen. Die Beschaffenheit dieser Entkoppler ist aber ziemlich Banane.
[-] 2 Mitglieder sagen Danke an Florida Boy für diesen Beitrag:
  • HiFi1991, Sal
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#3
Danke für die Antwort! Anbei das Schaltbild des K3N.
[Bild: image-2026-04-22-230222043.png]
Links werden die Mikrofonkapseln aufgeschraubt,  rechts der Ausgang (und damit Eingang für die 48V) da sitzt ein Übertrager.
Wenn ich Wikipedia richtig verstanden habe, brauche ich in dem Fall nicht mal die Widerstände?
Oder doch 6k8 jeweils zwischen Pins 3 und 2 und Pins 1 und 2?
Damit kein Missverständnis aufkommt, ja, da sorgt eigentlich eine Batterie von 5,6V für die Speisung, die wird dann nicht verbraucht,
wie in der BDA von Sennheiser aus meinem ersten Posting beschrieben.

Grüße und Danke,
Sal

P.S.: Du meinst wahrscheinlich Bauform 0207, also die üblichen 0,6W Widerstände?
Hier zerlegt übrigens jemand den Vorgänger, tut irgendwie weh...
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#4
Du machst dir da zu viele Gedanken.
Du hast das Mikrofon mit der entsprechenden Phantomspeisung. Dein Zutun beschränkt sich auf die Batteriewartung und die Schalterbedienung.
Nur wenn du die leeren oder ausgelaufenen Batterien leid bist, kommt eine externe Speisung in Betracht und dort sind dann auch die Widerstände relevant.
(Gemeint war eigentlich die 1/8-Watt Ausführung. Kann auch Bauform 308 oder 309 sein. Bin da nicht so fit.)
[-] 1 Mitglied sagt Danke an Florida Boy für diesen Beitrag:
  • Sal
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#5
(22.04.2026, 22:19)Sal schrieb: Oder doch 6k8 jeweils zwischen Pins 3 und 2 und Pins 1 und 2?

???? Diese Widerstände sitzen doch auf beiden Seiten nicht zwischen Signal und Masse/Schirm, sie sitzen in Reihe zu den 48 Volt.

Im Schaltbild des Mikrofons (mit Übertrager) wird  die Spannung am Mittelpunkt des Übertrager ausgekoppelt. Da gibt es diese 6,8k nicht.

Gruß Ulrich
[-] 1 Mitglied sagt Danke an uk64 für diesen Beitrag:
  • Sal
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#6
(24.04.2026, 08:07)Florida Boy schrieb: Du machst dir da zu viele Gedanken.
Du hast das Mikrofon mit der entsprechenden Phantomspeisung. Dein Zutun beschränkt sich auf die Batteriewartung und die Schalterbedienung.
Nur wenn du die leeren oder ausgelaufenen Batterien leid bist, kommt eine externe Speisung in Betracht und dort sind dann auch die Widerstände relevant.
(Gemeint war eigentlich die 1/8-Watt Ausführung. Kann auch Bauform 308 oder 309 sein. Bin da nicht so fit.)

Nun, der ganze Thread geht darum, dass ich auf die Batterien verzichten will, bzw. als Backup im Mikro behalten kann.

Zitat: Diese Widerstände sitzen doch auf beiden Seiten nicht zwischen Signal und Masse/Schirm, sie sitzen in Reihe zu den 48 Volt.
Sie sind aber in Richtung Masse geschaltet in "Bild 2" (Scan im ersten Post) gezeichnet - über einen Kondensator, dessen Wert nicht angegeben ist.

Sähe in Reihe im Schaltbild nicht anders aus?

Zitat:Im Schaltbild des Mikrofons (mit Übertrager) wird  die Spannung am Mittelpunkt des Übertrager ausgekoppelt. Da gibt es diese 6,8k nicht.

"Gibt" heißt: Fehlen die oder sind sie wegen des Übertragers nicht nötig?
Merci, Sal
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#7
Das ist kein Kondensator, das ist die Spannungsquelle der Phantomspeisung (altes Batteriesymbol).
Damit gehen die Widerstände vom Pluspol der Phantomspeisung jeweils zu "Hot" oder "Cold", gleichspannungsmässig sitzen sie in Reihe zur Phantomspannung.

Der Pluspol der Phantomspeisung ist zur kompletten Verwirrung wechselspannungsmässig allerdings tatsächlich Masse. 

Gruß Ulrich
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#8
Hallo Ulrich, Danke für die Antwort!
So, ich habe jetzt die Probe aufs Exempel riskiert und das ME80 mit K3N Speiseteil - ohne irgendwas daran zu machen - an meinen tragbaren Mischer angeschlossen,
ein SIE232.
Kleiner Exkurs: Der SIE232 war Anfang der Achtziger im Auftrag des ZDF ein Nachbau des SQN3, damals und heute Standard der Monomischer bei Film und TV.
Aber beim SQN musste man einen kleinen Schlitzschraubenzieher dabei haben, um die Dämpfung oder Speisung einzustellen (!) und hatte "nur" VU-Meter.
Das SIE232 hatte dafür Schalter und eine LED Pegelanzeige.

Also, K3N angeschlossen, Phantomspeisung angeschaltet - läuft.
Batterie beim K3N rausgenommen, Phantomspeisung angeschaltet - läuft noch immer.
Allerdings muss der Schalter beim K3N auf "Ein" bleiben.
Klanglich kein Unterschied zwischen Phantomspeisung und interner Speisung.

Also, ich habe keinerlei Ahnung, was der Exkurs von Sennheiser über die "Externe Phantomspeisung" und Speisewiderstände in der BDA des K3N sollte,
die ja nichts weiter als das Prinzip der Speisung darstellt.
Es hätte vollkommen gereicht anzugeben, dass das K3N auch an phantomgespeisten Eingängen läuft...
Der Dauerbetrieb wird übrigens an einem viel kleineren „XVive“ laufen, ein Phantomspeiseteil für mein MKH416, in das ich einen Mikrofonverstärker gefummelt habe, um Line-Pegel zu bekommen. Und dort sind die 48V nicht abschaltbar…

Grüße, Sal
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