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Pioneer CT-F850 TapeDeck Reparatur
#1
Dieses Gerät hat in den letzten 10-15 Jahren nicht viel gelaufen.
Es wurde wohl so gut wie gar nicht mehr benutzt.

Nun wurde eine Wiederinbetriebnahme versucht. Das Gerät ließ sich einschalten, aber viel mehr als Umspulen ging da nicht mehr. 
Wiedergabe war nicht möglich, da die linke Andruckrolle schwergängig war. Nachdem sie wieder beweglich gemacht wurde, funzte auch die Wiedergabe. Allerdings sehr unzuverlässig, da sie immer mal zwischendurch abgebrochen wurde. Test der Aufnahme funktionierte auch nicht, da das Gerät nicht in den Aufnahmemodus versetzt werden konnte (rote Status LED leuchtete nicht). 

Pioneer CT-F850:
[Bild: 20210930-083009.jpg]

[Bild: 20210930-083439.jpg]

[Bild: 20210930-083712.jpg]

Deckel runter:
[Bild: 20210930-084325.jpg]

Hier scheint es schon mal einen Service gegeben zu haben. Ein paar Riemen sind nun nicht mehr ausreichend straff. Aber keine Anzeichen von Bildung der Riemenpest. Ein Riemenset wurde bestellt.

Der Grund für die nicht funktionierende Aufnahme war schnell gefunden.
Der Schalter (welcher vom Hebel für die Abtastung der Löschsperre angesteuert wird) wird nicht geschaltet.
Einstellen des Schalter brachte keinen Erfolg. 

Daher wurde etwas Schaumstoff auf den Hebel aufgeklebt:
[Bild: 20211005-161929.jpg]

Nun konnte die Aufnahme aktiviert werden:
[Bild: 20211003-185312.jpg]

Bei der Gelegenheit wurde auch gleich eine Testaufnahme gemacht.

Rec Pause, Aussteuerung bis auf 0 dB: 
[Bild: 20211003-185946.jpg]

Aufnahme läuft:
[Bild: 20211003-190017.jpg]

Wiedergabe der Aufnahme:
[Bild: 20211003-190122.jpg]
Aufnahme funzt grundsätzlich. Wie üblich, ungleich und mit weniger Pegel. Das wird vermutlich durch Einstellung/Abgleich korrigiert werden können.

Da die Wiedergabe grundsätzlich funktioniert, wurde als Vorabtest der Gleichlauf getestet:
[Bild: 20210929-220556.jpg]

Ergebnis:
[Bild: W-FTest-05-Okt21-CT-F850.jpg]
Der Gleichlauf ist ok.
Der TapeSpeed ist fast perfekt.

Bezüglich der - immer mal wieder - unterbrochenen Wiedergabe, hatte ich den Bewegungssensor in Verdacht (Riemen zu schlapp = drehende Lichtschranke bleibt stehen). Mit etwas gefrickel ist es möglich diesen Riemen (und die beiden Riemen Richtung Counter) zu wechseln, ohne das Laufwerk auszubauen.

Frontplatte entfernt:
[Bild: 20210930-093524.jpg]

Schalter und die Platine mit dem Bewegungssensor wurden entfernt:
[Bild: 20211005-181053.jpg]

Diese drei Riemen habe ich vermessen und durch entsprechende Riemen aus meiner universellen Riemensammlung ersetzt.

Dabei ist dann auch ein Kabel vom Schalter für "Case ist drin" abgebrochen:
[Bild: 20210930-094631.jpg]
Wurde wieder angelötet.

Die Schachtel hat nun erstmals eine komplette 90er Case durchgespielt, ohne zwischendurch in den Stoppmodus zu gehen. 

Geht nun erst mal in den aktiven Stapel und darf Zuverlässigkeit zeigen:
[Bild: 20211006-151306.jpg]

Fortsetzung folgt ....

Gruß, Bob.
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#2
Danke für deinen Bericht, ich bin gespannt auf die Fortsetzung.

Bei mir steht seit langer Zeit ein CT-F1250 welches irgendwann auch mal in die Revision möchte. An Tapedecks und DAT habe ich mich wegen des hohen mechanischen Aufwands und fehlendem handwerklichem Geschick und Tools (Testcassetten, De-magnetizer, etc.) bislang noch nicht herangetraut. Somit ist dieser Beitrag hier eine schöne Anleitung für die ersten to do's.

[Bild: CT-F1250.jpg]
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#3
Wer noch nie das Laufwerk eines Tapedecks ausgebaut und zerlegt hat, sollte hier - mMn - gar nicht erst anfangen.
Die Gefahr dabei etwas zu beschädigen und/oder das am Ende einfach nicht läuft, ist recht groß.
Das F1250 hat zwar ein ähnlich aufgebautes Laufwerk (hier mit Direktantrieb) aber es ist mindestens eine Klasse schlimmer - was die Service-Freundlichkeit betrifft.

Egal ob F850 / F950 / F1250 - da sollte Anfänger lieber die Finger weg lassen.
Ist natürlich nur meine Meinung.
Auch sollen meine Reparaturberichte nicht unbedingt auffordern, es nachzumachen.
Es soll lediglich ein Überblick zum Umfang der jeweiligen Reparaturen sein.
Und daran kann man dann selbst abwägen, ob man sich das zutraut und auch wirklich in die Tat umsetzen möchte.


Zurück zum Thema.
Das F850 hat nun schon einige Casen durchgespielt und verhält sich bisher unauffällig:
[Bild: 20211007-153749.jpg]

[Bild: 20211007-154157.jpg]

Auch dieser Aggressor wurde gemeistert:
[Bild: 20211007-154439.jpg]
Dieses Ding sorgt insbesondere bei Doppelcapstan-Laufwerken gerne für zerknitterten Bandtransport.

Fortsetzung folgt ....

Gruß, Bob.
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#4
An das Zerlegen und vor allem Zusammenbauen eines Laufwerks würde ich mich auch nicht ran trauen ... ich kenne meine Grenzen.
Aber Danke für die Bestätigung, ich hatte es befürchtet ;-)
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#5
Da das Gerät ohne Mucken läuft, wurden weitere Tests gemacht.

Kontrolle des Bandpfads mit der Spiegelcase:
[Bild: 20211007-194743.jpg]

Hierbei stellte sich heraus, dass das Band an der Führung der linken Andruckrolle außen krempelte.
Die Einstellmutter musste fast eine Umdrehung gelöst werden.

Wenn der Bandpfad verändert wird, muss anschließend auch der Tonkopf wieder kontrolliert/justiert werden.

Testcase Azimuth:
[Bild: 20211008-115602.jpg]
Wurde eingestellt.

Testcase Wiedergabe-Pegel:
[Bild: 20211008-104528.jpg]
Wurde eingestellt.

Nun konnte auch der Rec Pegel eingestellt werden.

Rec Pause - Aussteuerung von 1 kHz Testton bis 0 dB:
[Bild: 20211008-171814.jpg]

Aufnahme läuft: 
[Bild: 20211008-171905.jpg]

Wiedergabe der Aufnahme:
[Bild: 20211008-172231.jpg]

Probeaufnahme mit Musik wurde auch schon gemacht. Bei BIAS-Regler in Mittelstellung gibt es eine ausgewogene Aufnahme. Hier gibt es für meine hölzernen Lauscher nix zu meckern.

Fortsetzung folgt ...

Gruß, Bob.
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#6
Mittlerweile wurden zig Casen durchgerudert - läuft alles einwandfrei.
Auch die ab und an aufgetretene abgebrochene Wiedergabe ist seit Wechsel der 3 Riemen nicht mehr aufgetaucht.
Da die beiden Flachriemen und der Vierkantriemen für den Wickelantrieb noch gut sind, werden die Riemen aus dem zwischenzetlich eingetroffenen Set nicht eingebaut.
Ganz einfach deshalb, weil hier kein Bedarf ist. Hier gilt meine Devise --> never chance a running system.
Auch der Idler-Reifen wird nicht getauscht, obwohl er schon Rissbildung hat.
Er läuft trotzdem einwandfrei und liefert kräftigen Zug am rechten Bandwickel bei Wiedergabe.

Auch das Umspulen funzt einwandfrei:
[Bild: 20211014-162449.jpg]
REW = 1:57 min.
FF    = 1:58 min.


Hier wäre durch ein Neuteil keine Verbesserung möglich. Eher im Gegenteil. Denn ich weiß was man - zumindest teilweise - an schlechten Nachbauteilen geliefert bekommt.

Teilweise kam es vor, dass nach dem Dranstecken einer Case, die automatische Bandstraffung nicht funktionierte. Das lag am "Case ist drin" Schalter. Der wurde teilweise bei Entnahme der Case nicht gedrückt. Auch Gangbarmachen des Hebels brachte nix. 

Daher wurde mit einem angefertigtem "Zughaken" die Federspannung erhöht:
[Bild: 20211013-205101.jpg]
Nun funktioniert es wieder zuverlässig.

Abschließender Test des Gleichlaufs:
[Bild: W-FTest-13-Okt-21-CT-F850.jpg]
Ich bin überrascht wie gut der Gleichlauf nun ist. Ich hatte schon lange kein Pioneer Laufwerk mehr mit so einem guten Gleichlauf.

Der TapeSpeed wurde auch noch korrigiert:
[Bild: Tape-Speed-Justiert-13-Okt-21-CT-F850.jpg]

Fazit: Obwohl diese Schachtel mehr als 40 Jahre auf dem Buckel hat, braucht sie sich nicht vor jüngerer Konkurrenz zu verstecken. Es macht einfach Spass, damit zu spielen und hören.


Hier wird noch "kurz" eine standesgemäße Case für den Besitzer aufgenommen:
[Bild: 20211014-173449.jpg]


Gruß, Bob.
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