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Sony TC-K7BII wickelt nicht bei Wiedergabe
#1
Hallo!

Mein TC-K7BII, welches beim Vorbesitzer bestimmt 15 Jahre nicht benutzt wurde, war komplett verharzt.

Zunächst versuchte ich mit langen Stäbchen die Mechanik wieder gangbar zu machen, mit dem Erfolg, dass es brav wieder vor und zurück spult.

Es weigert sich aber beharrlich, bei Wiedergabe anständig zu wickeln. Im Gegenteil, von links wird die Kassette abgewickelt, Capstan läuft auch brav, aber die rechte Spule wird nicht angetrieben und es folgt natürlich Bandsalat.

Mittlerweile habe ich das Laufwerk ausgebaut, den Capstan entfernt und die Mechanik gut gereinigt, so dass alles leicht gangbar ist.

Nun wollte ich auch die Reibräder, die die Wickel antreiben ziehen, habe extra einen 0,9mm Inbus besorgt um die Madenschrauben zu entfernen, die Räder sitzen allerdings bombenfest.

Öl habe ich bei den Madenschraubengewinden eingelassen und auch das Ganze an der Achse mit dem Lötkolben erhitzt. Kein Erfolg. Angeknackst war das Plastik schon vorher, da kann man nicht mehr mit Gewalt ran.

Die Wickelachsen sind relativ schwergängig, treiben aber ja über eine Reibkupplung die Dorne an. Ist das normal so, dass die einen gewissen Widerstand haben?

Woran könnte es liegen, dass sie nicht richtig läuft?

Danke und viele Grüße
Henning
[Bild: IMG-5414.jpg]

[Bild: IMG-5415.jpg]

[Bild: IMG-5416.jpg]
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#2
Ach so: auf den Bildern fehlt ein zur Reinigung demontiertes Zwischenrad. Dieses Zwischenrad wird mittels einer Flachfeder an einen Filz gepresst und ist relativ schwergängig. Das ist vermutlich so konstruiert worden!?
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#3
Moin,
wickelt nicht bei Wiedergabe?
Dann kann es ein "unechter Zweimotoriger" sein, wie das TC-229SD.
"Unecht" nenne ich die, weil sie den Wickelmotor nur beim Umspulen verwenden, bei Aufnahme/Wiedergabe wird der Aufwickeldorn vom Capstan ueber Zwischenraeder angetrieben.
Was der Unsinn soll, ich weiss es nicht, bei Technics gab es auch sowas.
Bei den "echten Zweimotorigen" werden die Wickel immer vom Wickelmotor angetrieben, bei Aufnahme/Wiedergabe mit reduziertem Strom und damit Drehmoment, Damit wird dan der korrekte Bandzug eingestellt.

Untersuche also mal das Laufwerk, ob es zwei Antriebe fuer die Wickeldorne gibt. Das Laufwerk hat eine Aehnlichkeit mit dem des TC-229SD, ich werde meins aber jetzt nicht aufschrauben, um naeher nachzusehen ;-)
Beim 229 sitzt der Vorlaufantrieb auf der Vorderseite des Laufwerkes in Form eines Zwischenrades zwischen Capstan und Wickeldorn.

73
Peter
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#4
Danke schon einmal Peter! Ja, das könnte eventuell sein, dass der Capstan auch fürs Wickeln zuständig ist. Ich verstehe die Mechanik aber noch nicht. Auf der Vorderseite ist ein Zwischenrad, die Blende hatte ich auch schon einmal ab.
Guter Hinweis, ich hatte das schon gesehen, aber das das fürs Wickeln zuständig sein könnte, auf den Gedanken kam ich nicht...
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#5
So, hier schicke ich zwei Bilder der Vorderseite. Das Blech auf dem das Zwischenrad sitzt ist freigängig und gut beweglich, das Rad läuft leicht. Allerdings hat das Blech gar nicht so viel Bewegungsspielraum als dass das Rad an den Capstan und den "Wickelteller" mit dem Dorn angedrückt werden kann. Ich verstehe es nicht.


[Bild: IMG-5418.jpg]

[Bild: IMG-5419.jpg]
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#6
Grr, ich hab's glaube ich!
Das war Hilfe zur Selbsthilfe durch Denkanstöße, Peter!
Es lag hier noch eine kleine Plastikrolle rum, die genau auf den Capstan passte...
Die muss ich ja wohl abgezogen haben.
Nun greift das Zwischenrad und ich werde gleich mal testen, ob es nun läuft!

Danke!!!
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#7
Operation gelungen! Patient tot...

Alles war prima, nur leider ohne linken Kanal.

Alles verfolgt. Alles klar, Glück gehabt, nur die Litze am Wiedergabekopf hatte sich gelöst. Kein Problem, wieder angelötet. Aber in dem Moment brach ohne mein Zutun die Rausführung des rechten Kanals direkt am Tonkopf ab. Ich bin unschuldig. Es ist wohl unmöglich da wieder dranzulöten, das Lötzinn sammelte sich stattdessen wohl beim Aufnahmeteil.

Ob man da noch mehr Kontaktfläche mit einem Dremel freilegen kann?

Es wäre sehr schade, wenn nach den Stunden mechanischer Arbeit dies nun das Todesurteil für das TC-K wäre...

[Bild: IMG-5421.jpg]
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#8
Ich würde versuchen, an die Bruchoberfläche eine dünne Litze anzulöten mit feiner Lötspitze. Dabei darf aber keine Verbindung zum Tonkopfgehäuse entstehen. An das andere Ende des kurzen Litzenstücks dann das rosa Kabel ohne den Rest der Herausführung. 

Aber vielleicht gibt es noch bessere Ideen. „Freigedremelt“ habe ich so einen Stummel  bisher nur mal bei einem Revox-Löschkopf, da ist es wegen des Kunstoffgehäuses einfacher.
Viele Grüße aus Kiel,
Hans-Volker

Es gibt viel zu tun, fangt schon mal an!
[-] 1 Mitglied sagt Danke an havox für diesen Beitrag:
  • derHamburger
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#9
Zitat:Ob man da noch mehr Kontaktfläche mit einem Dremel freilegen kann?


Davon gehe ich mal aus. Nach Verlötung mit 5 min Epoxy verschliessen.
[-] 1 Mitglied sagt Danke an scope für diesen Beitrag:
  • derHamburger
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#10
Hallo ihr beiden!

Danke auch Euch für die Tipps, die mir Mut machen. Sonntag werde ich es wohl versuchen.

Viele Grüße,
Henning
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#11
Erfolg! Patient ist wiederbelebt!
Ich habe mit einem Dremel ein Loch neben den Stumpf gesetzt und konnte so eine einzelne Litze des Kabels in der Nähe einklemmen und festlöten.
Ich weiß dass das Deck nicht Highend ist, tatsächlich treibt der Capstan ja wie von Peter vermutet die aufwickelnde Spule an und der zweite Motor ist nur fürs schnelle Spulen da.
Aber mit dem hochwertigen Metall in der Farbe Gunmetal und den aus den vollen gedrehten Knöpfen und den großen VU-Metern ist es eindrucksvoll.
Und es klingt nicht schlecht, selbst mit einer ollen Hitparadenkassette von 1983.
Damals ist vermutlich die linke Seite ausgefallen und das Deck wurde nicht mehr benutzt...
Also Danke für Tipps und Daumendrücken.
VG aus Hamburg, Henning

[Bild: IMG-5441.jpg]

[Bild: IMG-5443.jpg]

[Bild: IMG-5444.jpg]
[-] 6 Mitglieder sagen Danke an derHamburger für diesen Beitrag:
  • Frank62, xs500, dg2dbm, Dude, Casawelli, havox
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#12
Moin,
es sieht dem 229SD so aehnlich, dass man es fuer seinen Nachfolger halten koennte...
;-)
Dem 229 fehlt die Peak-Level Anzeige aber sonst sind die Unterschiede gering und aufs Design beschraenkt.

Der Antrieb ist zugegebenermassen seltsam, aber in den restlichen Eigenschaften ist es von zumindest guten oberen Mittelklassegeraeten spaeterer Zeit nicht allzusehr entfernt. Im Gegensatz zum juengeren Zeug hat es einen tachogeregelten Capstanmotor, eine Technik, die Anfang der 80er wieder ausstarb, weil man fand, die herkoemmliche Motorregelung, wie sie schon bei Henkelware (ausser der mit fliehkraftgeregelten Motoren) verwendet wurde, sei gut genug. Seit der Zeit haben es die Geraetehersteller auch aufgegeben, sich bis auf Ausnahmen bei den Motoren gross etwas auszudenken, sondern sich bei einschlaegigen Zulieferern (Mabuchi etc.) bedient. Seitdem haben fast alle Geraete die gleichen Motore, ob Henkelrecorder oder "fast High-End" ;-)
Aber sonst... Der verschleissfeste Tonkopf (Glas-Ferrit) ist es schon wert, gerettet zu werden.

Ich habe auch schon mal ueberlegt, ob man den Antrieb nicht auf echten Zweimotorigen umbauen kann. An sich braeuchte es dafuer nur eine einstellbare Konstantstromquelle, die bei Aufnahme/Wiedergabe den Wickelmotor versorgt.

73
Peter
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#13
Hallo! Das ist interessantes Hintergrundwissen, Danke. Ausweislich eines Prospektes hat Sony die Mechanik ja auch beim damaligen Spitzendeck, dem TC-K8, verwendet.
Heute müsste mich eine nagelneue RTM-Kassette erreichen, mit BASF SM900 Bandmaterial, ich bin mal gespannt, was aus dem kleinen Deck damit herauszuholen ist.
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#14
Gestern kam die neue RTM-Kassette an. Sehr schöne Kassette. Sehr gut: sie steckt in einer kleinen Tasche aus Plastikfolie, die nur zugeklebt ist. Was war das immer ein Geknibbel früher, bis man die Kassette aus der Folie hatte...

Dummerweise stellte sich nun heraus, dass kein Signal auf den linken Kanal kommt. Schon das VU-Meter schlägt nicht aus und auch mit dem Sourcemonitor hört man ihn nicht. Ich weiss nicht, ob ich das hinbekomme, wenn es ein elektronischer Defekt ist.

Es wäre schade nach all der Arbeit. Und die Aufnahme des rechten Kanals Mono auf beiden Seiten abgespielt klingt ziemlich gut!
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#15
Moin,
das klingt zuerst nach einem Problem mit dem Aufnahme-Wiedergabeschalter.
So ein (oder auch zwei) langer Schalter auf der Hauptplatine, der von einem Zugmagneten oder dem Laufwerk betaetigt wird.

Wenn das Geraet auf beiden Kanaelen wiedergibt, ist es grundsaetzlich in Ordnung. Bei Geraeten ohne getrennte Aufnahme- und Wiedergabeverstaerker wie diesem hier (die meisten Zweikopfgeraete haben keine getrennten Verstaerker) muss der Verstaerker fuer Aufnahme und Wiedergabe umgeschaltet , quasi "herumgedreht" werden. Der groesste Teil von ihm wird fuer Aufnahme und Widergabe verwendet, daher sollte der Verstaerker an sich in Ordnung sein, wenn die Wiedergabe funktioniert.
Daher ist der Umschalter der erste Verdaechtige.
Das Geraet so stellen, dass der/die Schalter senktrecht stehen und dann oben etwas Kontakt61 hineinspruehen, Schalter mehrmals betraetigen. Wenn es der Schalter war, sollte sich wenigstens was aendern ;-)
Wenn nicht, muss man mit Schaltbild und geeignetem Messgeraet (Signalverfolger, Oszilloskop) auf die Suche nach der Stelle gehen, an der das Signal verschwindet.

73
Peter
[-] 1 Mitglied sagt Danke an hf500 für diesen Beitrag:
  • akguzzi
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#16
Moin,
ich habe da ein paar Hinweise erhalten.
Der Verstaerkerteil ist doch umfangreicher, als ich in Erinnerung hatte und fuer Aufnahme und Wiedergabe weitgehend getrennt.
Der beschriebene Fehler wird im Schgaltungsteil "Line-Amp" vermutet. Dort mal genauer nachsehen. Die erste Stufe dieses Verstaerkers (im SD229 Q107/207) wird bei Aufnahme und Wiedergabe umgeschaltet. Am Line-Amp haengen hier der Hauptausgang, der Anzeige- und der Kopfhoererverstaerker.

73
Peter
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