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..mal wieder eine Vorstufe mit Röhren..
#1
Moin Moin,

der Titel dürfte schon genug sagen, ich habe mal wieder einen Vorverstärker mit Röhren gebaut.

Die ganze Sache fing mit Aufräumen an, beim Sortieren meiner Röhrenvorräte fielen mir einige

ECC 808 und ein paar Sonderversionen der ECC88/6922, die CCA, in die Finger.

Dann kam die dümmste aller Fragen: Was mache ich jetzt damit ? Floet 

Im Netz bin ich dann bei Jogi's Röhrenbude auf einen Beitrag von Herrn Martin Ruppel gestossen, 

bei dem die ECC 808 im Phonoteil eines Vorverstärkers verwendet wurde.

Im Grunde ein Beitrag von Thorsten Lösch aus dem DIY-Forum den Herr Ruppel umgesetzt hat.

In Jogi's Röhrenbude unter dem Namen: "Phonoll" zu finden.

Es handelt sich um eine Schaltung mit nur 4 Röhren für einen kompletten Vorverstärker, sieht herrlich einfach aus;

DAS musste ich einfach mal ausprobieren.

https://www.jogis-roehrenbude.de/Leserbr...tplan1.gif

[Bild: Schaltplan1.gif]

Die als V2 angegebenne Röhre 7308 hatte ich nicht, aber das ist im Grunde auch eine "etwas feinere" 6922/ECC88.

Meine CCa sind da ganz prima für geeignet, die 6SN7 GTA habe ich nicht von RCA, aber eine "Gold Lion" sollte es fürs erste auch tun.

..und die Buchstaben GTA bedeuten nur "Glass Tube, das A bedeutet "schnell ansprechende Heizung".. eine 6SN7 ohne andere 

Bezeichnungen tut es genau so gut.


Im Schaltplan sind zwar einige nicht ganz billige Bauteile angegeben, mit Silver Mica bin ich aber sehr gut aufgestellt, da

brauchte ich nichts bestellen, die Glas Emalie Widerstände habe ich zwar auch hier liegen, ich habe aber keine so guten Erfahrungen
 
damit gemacht, also habe ich an dieser Stelle einfache Hochlastwiderstände eingestzt...und siehe da..klappt auch damit ganz prima.

Die angegebenen MCaps von Mundorf sind leider keine Sonderangebote, gute MKs oder MKPs tun es aber auch.


Wichtig ist aber dabei, alle Bauteile für beide Kanäle sogfälltig ausmessen und matchen.


Dabei ist wichtiger, in beiden Kanälen gleiche Werte einzusetzen als in einem Kanal den exakt vorgegebene Wert zu verwenden und

aus Mangel an Material im anderen Kanal einen abweichenden Wert zu verwenden.


Ausnahme: die passive RIAA Entzerrung, da sollten die Werte wirklich so genau wie möglich stimmen, in beiden Kanälen !!

Gemeint sind die Bauteile ab Röhre V1a, Pol 3 (der 215K Widerstand) bis zum Eingang V2a, Pol 2 (100Ω Widerstand)


Als Poti hatte ich noch ein probehalber gekauftes Poti der Marke EIZZ mit 24 Schritten, schickes, massives Gehäuse in gold,

das Ding hat sich in dieser Schaltung als ganz große Sch..e erwiesen, liegt auch inzwischen im Müll.


Zum Glück habe ich noch ein paar von den alten, große ALPS-Potis (die dicken, schwarzen Dinger), so was ist da jetzt eingebaut.

Weitere Zutaten sind ein paar Cinch-Buchsen, ein Umschalter für weitere Eingänge und ein Netzteil.


Ok Ok..ohne Gehäuse sieht das auch doof aus, also > ein Gehäuse muß auch noch sein.. Lol1
 

Im Fundus befand sich noch ein Ringkern-Trafo mit 250V 0,1A und 6,3V 3A, damit habe ich das Netzteil realisiert.

Ich habe das so gemacht: Brückengleichrichter, C-L-C-R-C-R-C-R-C bis auf 254V DC, dann weiter wie in der Schaltung angegeben.

Die Röhrenheizung habe ich als DC-Heizung (3x 10000µF) ausgelegt, ein Hochlegen der Heizspannung war aber nicht notwendig.

Die Kabel zu den Heizungen sorgfälltig verdrillen, die 0,1µF  63V MKS2 habe ich jeweils direkt an den Röhrenfassungen verlötet.

Der Massepunkt liegt zentral und um 30mm hochgebaut etwa mittig der Deckplatte, das zentrale Massekabel von dort unbedingt 

am Minus des ersten C anschliessen !!!

Die Metallplatte und den Boden des Gehäuses habe ich mit 100Ω an den Schutzleiter angeschloßen.


Das Ergebnis sieht inzwischen so aus:

[Bild: 241297-B8-62-C5-4-E9-E-AADE-0-A3-AB1-DF5-D17.jpg]


Die ECC 808 (hinten rechts im Bild) ist eine SEHR empfindliche Röhre, die muß entweder in ein geschlossenes Metallgehäuse oder,

bei offenem Aufbau, mit einer Röhrenkappe abgedeckt werden, die zweite Röhre mit Kappe ist die CCA, die benötigt

die Röhrenkappe eigentlich nicht, das habe ich der Optik wegen gemacht, mir gefällt es so besser.

Um das Holzgehäuse nicht wie wild zerbohren zu müssen, habe ich die Cinch-Buchsen und auch den Eingangswahlschalter plus Poti

von oben bedienbar gemacht.

Mir reichen 3 Eingänge: Phono (MM) , CD und AUX, wobei ich den CD-Eingang mit einem Dämpfungsglied (10k, 4,7k)

direkt an den Eingangsbuchsen abgeschwächt habe.

Diese kleine Vorstufe treibt auch längere Kabel, bei mir sind es etwas 3m bis zur Endstufe.

Bei sauberem Aufbau und genügend Siebung rauscht und brummt da nichts, gar nichts..nix nada niente..

Die Bohrungen (8mmø) vor der Trafokappe führen die warme Luft der Lastwiderstände des Netzteils ab.



Kleiner Tipp: man kann diese Schaltung auch mit einer ECC83/12AX7 anstelle der V1 (ECC808) bauen, auch eine normale ECC88/6922

als V2 klappt.

Mit diesem Aufbau rauscht es ein klein wenig (wirklich nicht viel), allerdings klingt es mit der ECC808 klarer und dynamischer.

Wer mit der ECC83 als V1 bauen möchte > bitte beachten: die ECC 808 hat eine andere Pinbelegung !!!

Vorteil> wenn man die preiswertere Variante zuerst zum Testen aufbaut: 

mit einem Sockeladapter ECC83/ECC808 kann man ohne umlöten nachträglich die 808 verwenden.

die ECC 808 heißt auch 6KX8

eine ECC88 > 6922, E88CC, CCa , 6DJ8, alle diese Typen kann man hier verwenden

6SN7 > 6SN7 GT / GTA /GTB, ich habe auch eine 6SN7 G im Fundus, passen alle, die russ. 6H8C ist auch prima geeignet


Klangbeschreibungen finde ich sehr subjektiv, 

die möchte ich mir und Euch hier ersparen, nur so viel sei gesagt: es lohnt sich wirklich SEHR, diese Schaltung nachzubauen.


VG
Hanno

NICHT VERGESSEN: 
Röhrengeräte arbeiten mit hohen Spannungen, wer damit nicht vertraut ist > bitte sein lassen !! Thumbsup
If you can see the speaker cone move...it's not hifi.. Floet


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