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Grundig A-5000 Endstufenreparatur Treibertransistoren?
#1
guten Abend zusammen.
Ich hatte zwei Grundig A-5000 Endstufen bekommen, die eine ist schon fertig, neue LS-Relais, der Netzschalter gereinigt (ließ sich nicht abschalten), Pegelschalter reinigen usw, usf.

Bei der zweiten ist der rechte Kanal ziemlich gut abgeraucht, diverse SiWis verbrannt, zwei Emitterwiderstände hochohmig, eine bunte Mischung von Endtransistoren (TIP35C, BD 746C, ein BD 249C) sind durchlegiert.
Ich weiß noch nicht genau, ob ich den Inchange BD745C/746C eine Chance geben soll, oder komplett auf TIP35C/36C gehe.

Problematisch sind die Treibertransistoren TE1394 und TE1395 von Motorola.
Das sind doch mit Sicherheit für Maxe gestempelte MJE's.
Ich finde im Netz nichts zu diesen Transistoren, nur einen Tip, daß sie eventuell durch BD189/190  ersetzt werden könnten.
Vielleicht kann mir hier jemand einen tipp geben.
Vielen Dank.
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#2
Guten Morgen.
Ich habe mal meine alte Jaeger-Liste herausgesucht und dort den MJE 243 NPN und den MJE 253 PNP gefunden, die von den Werten her doch ziemlich gut aussehen.
Wenn es denn Motorola/ON sein soll.
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#3
Amerikanische Bezeichnung ... würde ich ja sagen.
Grundig hatte in den 80er auch im Halbleiterwerk Frankfurt/Oder HFO eingekauft.
Die wiederum orientierten sich an der damaligen SU und die hatten sich an den Amerikanern orientiert.
Aus meiner Erfahrung ist bei den Grundig-Konstruktionen jener Jahre zumeist wenig Luft, weshalb die Werte schon ziemlich genau getroffen werden müssen.
Wenn du ISCs einbaust, schließt dich sofort jemand in sein Herz. Roulette sind eher die PMCs.
Ich glaube Oldiefan ist die Grundig-Koryphäe. Ich selbst hatte bisher nur einen R2000 hier.
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#4
Moin,

man könnte  die Treiber einer nicht defekten ES ausmessen ......

Die o.g. MJE werden funktionieren.
         Gute Grüße, Andreas
         36 Jahre HiFi-Service
               1984 - 2020
              >36000 Reps

Some people like cupcakes better,
    I for one care less for them!
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#5
oder z.B. Peter, HF500 per mail fragen(war ein paar Tage nicht hier), welche er nehmen würde.
[Bild: icon_e_sad.gif]
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#6
Wenn man sowieso Tip35/36 nimmt kann man auch die Tip31/32 als Treiber benutzen
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#7
A 5000 und V 5000 Endstufen:

Leistungs-Endtransistoren: BD745C (npn) / 746C (pnp) ISC sind hier einwandfrei, mit sehr gutem Erfolg bewährt.
TIP35C/TIP36C sind hier nicht ganz so gut, funktionieren aber auch, ebenso BD249C/BD250C.
ZU TIP35C/TIP36C von ST: http://saba-forum.dl2jas.com/index.php/T...-Spannung/

Treiber auf großem Kühlkörper: BD237 (npn) / BD238 (pnp)
Spannungstreiber auf dem NF-Modul (senkrechte Steckkarte) T7: MJE243 oder BD791
Spannungstreiber auf dem NF-Modul (senkrechte Steckkarte) T6: BD829-10


Ein-/Aus-Schalter Reinigen führt nicht zur dauerhaften Lösung des Problems (Kriechstrom schaltet den Verstärker erratisch ein und/oder er lässt sich nicht mehr ausschalten).
Die Pertinax-Platte des Schalters ist über die vergangenen Jahrzehnte zwischen den Kontaktpins minimal leitfähig geworden, was sich durch Reinigung nicht vollständig beheben lässt.
Es gibt verschiedene Lösungen:
a) Umbau / Umdimensionierung der Schaltung am Ein-/Ausschalter, ist umständlich - nicht empfohlen.
b) Kreuztausch des Netzschalters mit einem der Lautsprecherschalter (beim LS-Schalter stört der winzige Kriechstrom nicht). Nicht empfohlen, Schalterausbau wegen umgebogener PINs zeitraubend mit Gefahr der Beschädigung von Leiterbahnen, Lötösen.
c) Einfach eine Masseverbindung (grüne Leitung) am Schalterpin 3 zusätzlich nach GND (1E1 bzw. 3E2) einfügen, wie im Bild gezeigt - DAS ist die einfachste/eleganteste Lösung mit Dauererfolg!
Im ausgeschalteten Zustand ist damit der Schalterkontakt, der sonst den Kriechstrom (nur wenige µA) sieht, auf GND gelegt und kann den Schalttransistor für das Netzrelais nicht mehr erratisch einschalten.

[Bild: einfache-Losung.jpg]



Gruß
Reinhard
[-] 8 Mitglieder sagen Danke an oldiefan für diesen Beitrag:
  • Deubi, timundstruppi, frank_w, Thomas, AeroLars, Gorm, Fürchtenix, audiomatic
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#8
Weil hier etwas wenig Dank im Fred ist:

Danke Oldifan. Wie immer sehr fundiert.
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#9
Ich würde in solche Geräte irgendwas reinhämmern, was in etwa drei Beine hat. Wink3
However. Sie werden von ein paar verstreuten Leuten tatsächlich geliebt.
Ich weiss nicht warum, aber es ist halt so.

Das war jetzt nicht informativ.
[-] 1 Mitglied sagt Danke an scope für diesen Beitrag:
  • grautvOHRnix
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#10
Erst mal vielen Dank für die ganzen Tipps, besonders an den Oldiefan und an Scope, ich mag seine launigen, aber immer fachlich fundierten Beiträge gern.
Ja, diese Leute gibts....

Auf der "Treiberplatine" waren noch R28 (100 Ohm SiWi) und R 29 (180 Ohm SiWi ) links verbrannt, weil der T1002 von der bunten Endmänner-Mischung B-C-Schluss hatte..
T6 ist messtechnisch in Ordnung, für T7 und T107 sind hier mal BD 139-10 eingebaut worden.
Das werde ich wohl ändern in MJE 243.

Jetzt muss ich noch herausfinden, wie ich eine der beiden Endstufen betriebssicher "lahmlegen" kann, um einen nach dem andern Kanal zu überprüfen.
Einfach nur die Endmänner und die Treiber weglassen....damit hatte ich mal bei einem Denon Probleme.
Die Bestellung ist raus und sobald ich die Teile habe, gehts weiter.
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#11
Den Zirkus würde ich da nicht machen. Beide Seiten reparieren, und dann mit Offsetkontrolle über 2 Ch Scope langsam auf 80-100V AC hochfahren. Wenn sich dann plausible Zustände einstellen, und die Stromaufnahme am RTT ebenso plausibel ist, rauf auf 230V. Alles was dann bis dahin schief gehen kann, wird sich ankündigen.
Knallt es dann nach 2 Minuten, hätte man es auch auf anderen Wegen nicht vorhersehen können.

Hochinteressant nach komplettreparaturen wäre ja eine FFT.
Der Grundig ist zwar "scheiss hässlich", schlapp, und auch die Din-LS Buchsen können sich nur Revox-Fans schönsaufen, aber die technischen Eigenschaften sind ansonsten
durchaus in Ordnung.

Wieviel bleibt davon noch übrig? OK, ich weiß, das will so gut wie keiner wissen. Wink3
[-] 3 Mitglieder sagen Danke an scope für diesen Beitrag:
  • HVfanatic, grautvOHRnix, Mainamp
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#12
(08.01.2026, 18:38)Gorm schrieb: oder z.B. Peter, HF500 per mail fragen(war ein paar Tage nicht hier), welche er nehmen würde.

Moin,
da wuerde ich zuerst auch in meine Jaegerliste gucken, aber das ist ja schon getan ;-)
Die Hauptplatine der Endstufen und die Treiberplatine auch auf kalte/gebrochene Loetstellen ueberpruefen und alles, was nur irgendwie verdaechtig ist, nachloeten.
Falls die Verstaerker im Endstufennetzteil noch die "Gummistopfenelkos" haben, sind die Stopfen noch drin? ;-)

Zitat:Jetzt muss ich noch herausfinden, wie ich eine der beiden Endstufen betriebssicher "lahmlegen" kann, um einen nach dem andern Kanal zu überprüfen.
Einfach nur die Endmänner und die Treiber weglassen....damit hatte ich mal bei einem Denon Probleme.

meiner klapprigen Erinnerung nach hat jeder Endverstaerker sein eigenes Netzteil, daher die "vielen" Gleichrichterdioden und die vier Elkos.
Die Anschlussdraehte des Netztrafos enden in Schraubklemmen, also dem entsprechenden Verstaerker den Saft "abschrauben" ;-)

73
Peter
[-] 1 Mitglied sagt Danke an hf500 für diesen Beitrag:
  • Gorm
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