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Sony TA-2000F knistert beim Einschalten
#1
Hallo liebe Fachkundige,
ich habe mich hier im Forum aufgrund der sehr informativen Reparatur Threads bezügl. des oben genannten Vorverstärkers angemeldet, in der Hoffnung, ein paar Hinweise zu erhalten, wo ich bei meinem Gerät nach der Fehlerquelle suchen soll.

Mein Sony TA 2000F hat (zur ZeitSmile 3 Störungen/Defekte.
1: Zum einen funktioniert in der Phonovorstufe 2 nur ein Kanal. Das Signal im defekten Kanal ist noch ganz leise und verzehrt wahrnehmbar. Dass der Fehler vom Plattenspieler kommt, kann ausgeschlossen werden. Da dieser Vorverstärker ohnehin über einen besser ausgestatteten Phono1 Eingang verfügt, ist dieser Defekt für mich zu verschmerzen. Denoch würde ich ihn bei Gelgenheit in Ordnung bringen wollen.

2. seit einiger Zeit funktioniert nur noch ein VU-Meter. Das defekte reagiert ganz schwach auf sehr laute Signalspitzen (auch diesen Defekt kann ich verschmerzen).

3. und zu guter Letzt, beim Einschalten des Vorverstärkers knistert es eine Weile in beiden Kanälen unabhängig davon, welcher Eingang geschaltet ist. Ab und zu kommt ein tieffrequentes, kurzzeitiges Störgeräuch hinzu (klingt wie ein laser-schwert in StarwarsSmile. Das ganze dauert mal länger, mal kürzer, hört dann meist abrupt auf. Dann läuft der Vorverstärker ohne Probleme, gelegentlich tauchen die Störgeräuche auch im laufenden Betrieb auf.

Ich habe vor einigen Jahren alle Elkos, sowie die Netz-Entstörkondensatoren hinten an den Stromanschlüssen ausgetauscht, nur auf der Kopfhörer/Vu Karte sind mir 4 entgangen, die ich bei Gelegenheit noch tauschen werde.

Ich repariere gerne Geräte, verstehe aber nichts von Schaltplänen/Schaltungen... d.H. ich suche nach optisch offenkundigen Defekten wie durchgebrannten Bauteilen oder Brüchen in den Leiterbahnen bzw. Kontaktproblemen in den Schaltern/Poti. Selbstverständlich komme ich damit schnell an meine Grenzen... (umso erstaunlicher, wieviele Geräte sich mit dieser rudimentären Vorgehensweise wiederbeleben ließenSmile.

Nachdem was ich bisher gelesen habe, deutet das Knistern/Störgeräuch beim Einschalten auf ein Massekontakt- Temperaturproblem in der Stromversorgung hin, da der Fehler verschwindet, wenn das Gerät warm wird. Ich habe mir daraufhin nochmal die Netzteilkarte auf optisch erkennbare Defekte hin angeschaut, bin aber nicht fündig geworden. Dabei ist mir aufgefallen, dass der große Transistor (q904) für die 150V Schiene nicht mehr original ist. Der ursprüngliche Sony 2sc807 wurde durch einen Sanken 2sc1454 ersetzt. Die übrigen Bauteile scheinen original. Ein Vergleich der Werte beider Transistoren zeigt, dass diese leicht voneinander abweichen. Meine Frage ist, ob der Sanken 2sc1454 trotzdem ein adäquater Ersatz für den Sony sc807 ist?

Ansonsten interpretiere ich die Störungen so, dass es sich bei den Ausfällen bei Phono2 und Vu-meter wahrscheinlich um defekte Bauteile in den entsprechenden Karten handelt, es sei denn es sind Kontakprobleme. Am meisten liegt mir jedoch daran, dass Knistern und Brummen beim Einschalten zu beheben. Über Hinweise, ob es eine wahrscheinliche Ursache/Fehlerquelle dafür gibt, bin ich dankbar! Als Hilfmittel verfüge ich über Lötkolben und Multimeter..

beste Grüße
Telecaster
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#2
Hallo Telecaster,
willkommen im Forum. Wäre nett, wenn du dich und deine Oldies kurz vorstellen könntest. Ich würde dich auch gerne beim Vornamen ansprechen.
Zu deinem Problem Knistern/Störgeräuch beim Einschalten habe ich die Idee, dass es am Netzschalter liegen kann. Einfach beim Knistern mit einem isolierten Teil draufklopfen und hören, ob sich das Geräusch ändert.
Gruß
Uli
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#3
(22.01.2021, 14:41)telecaster schrieb: Der ursprüngliche Sony 2sc807 wurde durch einen Sanken 2sc1454 ersetzt. Die übrigen Bauteile scheinen original. Ein Vergleich der Werte beider Transistoren zeigt, dass diese leicht voneinander abweichen. Meine Frage ist, ob der Sanken 2sc1454 trotzdem ein adäquater Ersatz für den Sony sc807 ist?

Moin,
die Transistoren im Netzteil sind einigermassen unkritisch. Wichtig fuer Ersatztypen ist hier, dass Spannungsfestigkeiten und zulaessige Verlustleistungen nicht unter denen der Originaltypen liegen.

73
Peter
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#4
Hallo Uli,
besten Dank für die schnelle Antwort!

Der Netzschalter sticht beim Klopfen nicht besonders hervor, aber... Klopfen am Gehäuse und an den Schaltern macht sich im Audioweg durch Knacksen/Krachen bemerkbar, wenn es knistert. Ich habe auch mal versucht, durch vorsichtiges Klopfen eine bestimmte Stelle zu lokalisieren.. Das gelingt aber eher nicht, außer dass mir der Effekt an der Kopfhörer/Vu-meter Karte am stärksten erschien, was aber auch daran liegen mag, dass ich über Kopfhörer gehört habe..?

Ansonsten schien mir das Vorstellen meiner Oldies hier in der Reparaturecke deplatziert, und tatsächlich ist dies auch nicht mein Anliegen. Ich hoffe, das Vorstellen eigener Geräte ist nicht Voraussetzung, um hier Fragen zu stellen. Ich bin grundsätzlich an Musik, und dadurch an alten und neuen Hifi-Geräten sowie Studiotechnik interessiert und gerate dadurch immer wieder in die Situation, dass etwas seinen Dienst verweigert. Es bereitet mir eine gewisse Freude, diese Geräte wieder zum Leben zu erwecken. Ein anderes Projekt dieser Art ist z.B. ein Sony-wm-d6c Walkman, der zu schnell dreht. Hier komme ich mit den im Netz vorhandenen Informationen aber vorerst weiter.

Nichts für ungut, dass ich unter meinem Benutzernamen Fragen stelle, ich halte das im Netz immer so, weil es mir dafür angemessen erscheint. Das sind natürlich persönliche Präferenzen und Entscheidungen, und ist keinesfalls unfreundlich gemeint.

beste Grüße
Tele
[-] 1 Mitglied sagt Danke an telecaster für diesen Beitrag:
  • winix
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#5
besten Dank auch an Peter für die Info!

ich bin dem Hinweis mit dem Netzschalter (besten Dank hier nochmals) weiter nachgegangen und habe ihn mir näher angesehen. Es ist ein Omron Microschalter, an dem ich in eingeschaltetem Zustand (Netzstecker nicht in der Steckdose..) einen Widerstand von mal 340, mal 280 Ohm messe, der Wert ändert sich immer ein wenig. Ich kann diesen Wert nicht wirklich einordnen, außer dass er vermutlich viel zu hoch ist und auf ein Kontaktproblem im Schalter hindeutet... 
Kann das schon die Ursache für Knistern und ähnliches sein?

Der Schalter läßt sich zum Reinigen nicht öffnen, so dass ich ihn ersetzen würde.

einen schönen Abend!
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#6
In eingeschaltetem Zustand muss der Schaltkontakt einen Widerstand von weit unter einem Ohm haben. Wenn deine Messung stimmt, ist er kaputt.
Bei Anlegen der Betriebsspannung fängt es am defekten Kontakt an zu schmoren, und das ist, was du hörst.
Gruß
Uli
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#7
Hmm, heute messe ich auf dieselbe Weise einen Widerstand kleiner als 0..
Ich habee den Schalter gestern Abend mal mit Teslanol Feinreiniger von allen Seiten und am beweglichen Knopf eingesprüht, um mal zu sehen, ob es vielleicht ins innere des Schalters kriecht. Er sieht nämlich eher dicht aus. Vielleicht habe ich dabei auch nur die Lötfahnen gereinigt, an welche ich die Messpitzen gehalten habe..
Aber... interessanterweise bleibt beim Einschalten heute vorerst das Knistern weg.

noch bin ich etwas ungläubig, mal sehen ob das so bleibt. Den Schalter sollte ich vielleicht trotzdem austauschen.
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#8
Hallo
Der neue Schalter ist noch auf dem Weg zu mir.

Zwischenzeitlich habe ich versucht, die Fehlerursache für den toten Phono2 Kanal einzugrenzen. Dadurch, dass die Platinen im TA-2000F absolut symmetrisch aufgebaut sind, lassen sie sich zu Testzwecken laut Service Manual auch verkehrt herum einstecken. Das habe ich mit der Phono2 Platine getan und festgestellt, dass der defekte Kanal auch die Seite wechselt. Daraus schließe ich, dass sich der Fehler auf der Platine und nicht an den Anschlüssen, Schaltern oder am Potentiometer auf der Rückseite befinden muss. Der rechte Kanal ist defekt.

Mich würde interessieren, wie man nun am besten bei der Fehlersuche vorgeht. Muss man die Transistoren zum testen auslöten, oder lassen sie sich auch in der Schaltung testen?
Oder gibt es vielleicht sogar einen üblichen Verdächtigen?

Ich habe mal ein 2 Bilder angehängt. Lediglich Widerstand R436 in der oberen Mitte ganz rechts schien mir etwas dunkel gefärbt, ich messe aber einen Widerstand von 980 Ohm.


[Bild: R0014708.jpg]

[Bild: R0014714.jpg]
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#9
Moin,
fuer eine Ueberlastungsverfaerbung sieht das zu gleichmaessig aus, der Widerstand hat wahrscheinlich einfach nur eine andere Grundfarbe. Nennwert 1K 5%, tatsaechlich 980 Ohm, das passt noch.

Wenn man ein Labornetzteil, einen Tongenerator und ein Oszilloskop hat, kann man die Platine auf dem Tisch untersuchen (Signalverfolgung). Um defekte Transistoren zu finden, sollte man erstmal die Platine nur unter Strom setzen und die Spannungen an den Transistoren messen. Die Basis-Emitterspannung zeigt dabei an, ob der Transistor ueberhaupt arbeiten kann, oft auch Hinweis auf Defekt.
Sie sollte bei 0,6-0,7V liegen, wenn zu klein, kann der Transistor nicht arbeiten, wenn zu gross, ist der Transistor defekt oder der Basisstrom zu gross (und die Basis-Emitterstrecke wird ueberlastet). Eine zu kleine Ube kann auch auf Schluss der Strecke B-E zeigen.

73
Peter
[-] 1 Mitglied sagt Danke an hf500 für diesen Beitrag:
  • bikehomero
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#10
Es empfiehlt sich generell alle zu prüfenden Bauteile zum Test auszubauen. Es gibt nur wenige Tester, die auch verlässlich In-Circuit, also in der Schaltung messen können.

Der braune Widerstand ist per se nicht schlecht, sondern nur einer mit einem schlechteren Temperaturkoeffizienten.
Dieser Temp.ko. wird über die Gehäusefarbe definiert, ist quasi der fünfte bzw. sechste Farbring.

Das wäre aber in deinem Fall auch ein Hinweis auf einen möglichen Austausch und deine Fehlersuche sollte im Umkreis von diesem Widerstand beginnen. Überprüfe dazu schrittweise die Spannungen zum guten Kanal bzw. zum SM.
[-] 1 Mitglied sagt Danke an Silomin für diesen Beitrag:
  • bikehomero
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#11
Hi telecaster,

ich habe gerade gesehen, dass der Phono-Vorverstärker mit 35 V und 150 V Betriebsspannung arbeitet.
Da wäre ich gaaaaanz vorsichtig.
Gruß Uli
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#12
Besten Dank erstmal, dass ihr euch die Zeit nehmt und euer Wissen teilt! Das ist echt klasse!
Ich lasse das alles erstmal sacken, und schaue dann, ob und wie ich weiter vorgehe..
vielen Dank auch an Uli für die Warnung!

schön Grüße
telecaster
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#13
Hallo wertes Forum,
ich habe den Ein/aus Schalter gestern ersetzt und stelle erfreut fest, dass das Knistern und kurzzeitige Brummen beim Einschalten nun weg ist.
Beim testen über Kopfhörer, den ich über einen separaten Kopfhörerverstärker, der am Ausgang des Sony-Ta2000F angeschlossen war, schien erstmal alles prima, bis mir auffiel, dass das Gerät immer noch auf Klopfen aufs Gehäuse und ähnliches reagiert. Ich hatte gehofft, dass sich das auch erledigt hat.
Ich bemerkte es zufällig, als ich etwas auf den Tisch stellte, auf dem auch der Sony stand. Das konnte ich dann im Signalweg hören, unabhängig von Eingang und Lautstärke. Je nach Stärke hört man ein leichtes Krachen...
Woran kann das liegen, sind da mikrofonische Bauteile oder immer noch ein Kontaktproblem?
Wie/wo sucht man hier am besten nach der Ursache?
besten Dank und schönen Abend!
Telecaster
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#14
Hi,
in so einem Fall würde ich erst einmal alle Gehäuse- und Platinenschrauben nachziehen.
Die wichtigste Verbindung ist die Masseverbindung von den Platinen ans Gehäuse. Diese ist meist hinten an den Eingängen oder sogar mit an der Phono-Masseschraube festgemacht.
Da ich das Innenleben des Geräts nicht kenne, kann ich dir leider nicht genauer weiterhelfen.
Gruß
Uli
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#15
Was ist passiert? Alles explodiert?
[-] 1 Mitglied sagt Danke an uli_d für diesen Beitrag:
  • winix
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