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SABA CS-2000 TapeDeck Wiederbelebung
#1
Wie in der Neuzugangsecke vorgestellt und angekündigt, braucht dieses 70er Jahre Deck eine Instandsetzung.

Saba CS-2000: 
[Bild: 20210615-142718.jpg]

[Bild: 20210613-064213.jpg]

1. Problem ist, der Capstanmotor läuft zu langsam. Oder läuft gar nicht erst an, da er schwergängig ist.

[Bild: 20210613-073641.jpg]

Das Capstan-Widerlager und die Montageplatte für die Motore sind recht zügig ausgebaut:
[Bild: 20210617-072811.jpg]

Der ausgebaute Capstanmotor:
[Bild: 20210617-074210.jpg]

Das Lagerschild ist an 8 Stellen mit dem Gehäuse verpresst. Ob man das abgehebelt bekommt - ohne den Motor dabei zu zerstören ?
Möchte ich wirklich nur im Notfall ausprobieren.
Bedeutet, ich habe als Notlösung Gleitlageröl an die Motorwelle gebeben, den Motor hingestellt und gelegentlich andrehen lassen. So kann das Öl bestmöglich in das Gleitlager laufen/sickern.
Das habe ich ein paar Mal wiederholt.
Nun lief der Motor beim Andrehen mit den Fingern wesentlich länger nach.

Der Pulley wurde gereinigt:
[Bild: 20210617-074227.jpg]

Mittig ist das Poti zum Einstellen des TapeSpeed:
[Bild: 20210617-074320.jpg]

Auch die Laufflächen der Schwungmasse wurden geschliffen/gereinigt:
[Bild: 20210617-075934.jpg]

Auch alle Gummireifen der Zwischenräder, Bandwickel usw. wurden gereinigt.
Ebenso die Welle, welche den rechten Bandwickel bei Wiedergabe antreibt.
Nun konnte das Laufwerk für einen Probelauf wieder komplettiert werden.

Beim Einschalten des Gerätes, lief der Capstan nun problemlos an.
Beim Abspielen einer Case stellte ich fest, dass der TapeSpeed nun fast richtig war.
Nur der Azimuth lief dabei nicht stabil, d.h. Tonhöhenschwankungen waren deutlich hörbar.

Der Einsatz der Spiegelcase konnte hier nicht wirklich helfen:
[Bild: 20210628-144207.jpg]
Bei Anschauen von unten mit einer Lupe konnte ich aber sehen, dass das Band auf der Andruckrolle leicht schlingerte.

Also wurde der Andruckrollenarm ausgebaut:
[Bild: 20210617-192320.jpg]

Habe ich bisher sehr selten sehen dürfen, ein Andruckrollenarm aus Zink-Druckguss:
[Bild: 20210617-192619.jpg]

[Bild: 20210617-192716.jpg]

Und zerlegt:
[Bild: 20210617-193957.jpg]

Nun konnten alle Teile optimal intensivgereinigt werden und das Gleitlager bekam einen Tropfen Öl.

Die Andruckrolle sieht nun gar nicht schlecht aus und hat auch wieder guten Grip.

Dann wurde die Rolle auch noch vermessen:
[Bild: 20210617-194939.jpg]
Abmaße der Rolle: 13 x 8,42 x 2,5 mm.

Öffnungsweite im Arm (nach Reinigung) ist 8,53 mm:
[Bild: 20210617-195225.jpg]

Nun konnte wieder komplettiert werden:
[Bild: 20210617-204832.jpg]

Nach dem Einbau und Probelauf stellte ich fest, dass der Azimuth nun stabil war.

Testcase für Umspulzeiten:
[Bild: 20210621-134745.jpg]
REW = 2:18 min.
FF    = 2:24 min.

Bei Umspulen konnte man sehen, dass dabei der Flachriemen nicht mehr auf de Buckel des Pulleys lief:
[Bild: 20210628-165710.jpg]

Hier muss nun erstmal ein neuer Capstanriemen besorgt werden.

Fortsetzung folgt ...

Gruß, Bob.
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#2
Der neue Capstanriemen wurde geliefert und eingebaut.
 
Ich hatte bisher noch kein Deck, wo der Flachriemen so dermaßen schnell und leicht zu wechseln ist.

Es müssen nur die beiden Schrauben von der Platte mit dem Widerlager entfernt werden.
Dann kann es abgenommen und der Riemen gewechselt werden:
[Bild: 20210629-205211.jpg]


[Bild: 20210629-205411.jpg]


Nun bleibt der Flachriemen auch beim Umspulen auf dem Buckel des Pulleys:
[Bild: 20210628-130948.jpg]

Das hat auch Auswirkungen auf die Umspulzeiten.
Die sind jetzt:
REW = 2:04 min.
FF    = 1:56 min.
Das Faltmaß des neuen Riemen ist nur ca. 5 mm geringer, aber macht einen großen Unterschied.

Nun wurde die Testcase für Gleichlauf und TapeSpeed geladen:
[Bild: 20210628-143133.jpg]

Ergebnis:
[Bild: W-FTest29-Juni21-SABA-CS-2000.jpg]

Der Gleichlauf ist unerwartet gut.
Der TapeSpeed ist etwas zu schnell.

Das Deck darf sich nun erst mal etwas mit dem neuen Flachriemen einspielen.
Danach wird der TapeSpeed eingestellt.

Fortsetzung folgt ...

Gruß, Bob.
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#3
Bisher lief das Gerät - bezüglich des Laufwerks - ohne Probleme.

Heute habe ich mich mit den VU-Metern beschäftigt.
Die sind beide praktisch unbeweglich - Zeiger fest.

Als erstes habe ich versucht, über die rückseitige Stellschraube wieder Bewegung in die Zeiger zu bekommen:
[Bild: 20210623-162525.jpg]

Das hat leider nix gebracht.

Danach ein VU-Meter abgenommen.
Ist hier nur mit einem Stück Schaumstoff an die Front geklebt:
[Bild: 20210624-155618.jpg]

Die Plexifront ist mit der Rückseite an nur drei Stellen mit Klebeband fixiert:
[Bild: 20210623-170438.jpg]

Nun habe ich mich an der oberen Lagerung zu schaffen gemacht.
Durch Erwärmung mit Lötkolben, habe ich wieder Beweglichkeit in den Zeiger gebracht:
[Bild: 20210623-170423.jpg]

Leider ging der Zeiger nicht bis 0 zurück, sondern nur bis -12dB. Wenn ich nicht irre, kann das mit der vorderen Schraube justiert werden.
Diese war jedoch nicht lösbar - auch durch längere Erwärmung nicht:
[Bild: 20210623-184918.jpg]

Beim anderen VU-Meter lief es auch nicht besser.
Hier konnte nicht mal der Zeiger zur Beweglichkeit gebracht werden.

Somit ist die Reparatur der Zappler gescheitert und es muss Ersatz beschafft werden.

Zu Glück sind es wohl eher Standartdinger, welche häufig verbaut wurden.

Die Abmaße sind:
Front     55 x 47,5 mm .
Fenster   50 x 28  mm .

Falls hier jemand sowas hat und loswerden möchte, kann er sich gerne melden.

Fortsetzung folgt ...

Gruß, Bob.
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#4
Versuche mal die Lagerschraube der Achse zu lockern. Die Schraube ist üblicherweise mit Lack gesichert, vorher mit ein paar Tropfen Aceton lösen, dann vorsichtig ca 1/4 Drehung lockern und schauen, ob sich der Zeiger wieder bewegt.
Viele Grüße
Lukas
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#5
*Beitrag entfernt, da der Wärmetrick bereits erfolglos angewendet wurde*
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#6
Ich habe bereits alle bekannten Tricks erfolglos angewendet.
Die vordenen Justierschrauben sind unlösbar fest - Ende Gelände.

Ich mache so etwas nicht zu ersten Mal.
Habe früher häufiger Drehspulen-Instrumente (hauptsächlich Kombiinstrumente aus PKW) repariert.
Hier hilft tatsächlich nur noch Ersatz.

Gruß, Bob.
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#7
Da zwischenzeitlich ein Sansui SC-1110 angeschafft wurde, konnte es auch hier weitergehen.
Natürlich ist das Gerät hauptsächlich dafür da, um das in Reparatur befindliche SC-1110 mit erforderlichen Teilen zu versorgen. Es soll am Ende ein technisch und optisch bestmögliches Gerät realisiert werden.
Aber, ich habe mir hier einfach die beiden Zappler ausgeliehen, damit es auch beim CS-2000 weitergehen kann.

Also Sansui Zappler ausgebaut und einen geöffnet:
[Bild: 20210712-173328.jpg]

Und ein Ziffernblatt von Saba danebengelegt:
[Bild: 20210712-173423.jpg]

Nun das Saba Ziffernblatt auf den Sansui Zappler gelegt:
[Bild: 20210712-174853.jpg]

Könnte angepasst werden. Allerdings müsste der Nullpunkt angeglichen werden.
Wird aber nicht gemacht, da die Sansui Zappler nicht im Saba bleiben werden.

Nun wurden die Sansui Zappler an die Front des Saba Decks gesteckt und angeschlossen:
[Bild: 20210713-112219.jpg]

Ok, funzt.

Testcase Wiedergabepegel: [Bild: 20210713-112437.jpg]
Muss noch eingestellt werden.

Die Frontplatte konnte nicht einfach wieder angebaut werden.
Die Fenster der Sansui Zappeldinger sind ca. 1 mm höher.
Daher musste der Rahmen der Frontplatte angepasst werden.

Das Ergebnis:
[Bild: 20210713-114714.jpg]
Sponsored by Sansui. LOL

Fortsetzung folgt ...

Gruß, Bob.
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#8
Da die Zappler so schön zappeln war nun die Frage, wie die Beleuchtung wieder reaktiviert werden kann.

Wie man hier sehen kann, wurden hier Soffitten mit Drahtenden verbaut bzw. verlötet:
[Bild: 20210617-131042.jpg]

Die haben die Abmaße von 4 x 20 mm.
[Bild: 20210715-133659.jpg]

So etwas spezielles habe ich natürlich nicht rumliegen.
Aber ich habe noch verschiedenste Soffitten aus dem Kfz-Bereich rumliegen.

Das war im Angebot:
[Bild: 20210714-203943.jpg]

Das sind Leuchtmittel (Soffitte 12V 1,2W) aus z.B. beleuchteten Schminkspiegeln der Sonnenblenden von Opel Omega B und Konsorten.
Die haben die Abmaße von 6 x 35 mm und sind daher nicht so einfach einsteckbar.
Also habe ich die Gummihalterungen angepasst. Einfach ein paar Cuts gemacht und dann konnten die Soffitten reingesteckt werden. Elektrischen Kontakt - der zu kurzen Drahtenden - habe ich durch Verlängerung mit Kupferlitzen hergestellt.

Ja, ist eine schlimme Pfuschlösung, aber es funktioniert.
[Bild: 20210714-195100.jpg]

[Bild: 20210714-195231.jpg]

[Bild: 20210714-203454.jpg]

Ob es allerdings auch so bleibt, weiß ich noch nicht.
Entsprechenden Ersatz konnte ich bisher nicht finden.
Bei eBay werden solche - optisch wohl passende - Dinger angeboten. Allerdings ohne Angabe der elektrischen und mechanischen Werte. Und die kosten das Paar 10 €.

Fortsetzung folgt ....

Gruß, Bob.
[-] 7 Mitglieder sagen Danke an AnalogBob für diesen Beitrag:
  • winix, Jörgi, xs500, hadieho, Hippman, SiggiK, Helmi
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#9
Ich sehe das nicht als Pfusch. Du hast eine saubere und vor Allem (für später) reproduzierbare Lösung gefunden. Pragmatisch angesetzt und vernünftig gemacht.
Lowfidele Grüße

Peter
[-] 1 Mitglied sagt Danke an sankenpi für diesen Beitrag:
  • Jörgi
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#10
Hi,

es stellt sich ggf. in dem Zusammenhang nur die Frage, ob es durch die Lämpchen zu warm wird und ob die Ausleuchtung wirklich gleichmäßig ist.

LEDs und darüber ein Diffusor wäre dann die Lösung. Es gibt die ja auch exakt in dieser Bauform
1) ARCAM AVR 550, Canton Ergo RCL + Ergo 655, 3 SAC Igel 50t, SUB10, Magnat Quantum 505, Vu duo4k, Panasonic UB704, Thorens TD320 MK2, AT33PTG/II, Trigon Vanguard 2; Zone 2 JBL Control One 
2) Sherwood AVP9080RDS, Abacus APC 12-23, TEAC V8030S, T+A DVD1235R, Dual CS5000, Goldring Eroica
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#11
Das denke ich nicht, bei gut 1,4W. Ich weiß allerdings nicht, wie der Wert der originalen Lämpchen ist.
Lowfidele Grüße

Peter
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