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Harman Kardon HK-705 TapeDeck Reparatur
#1
Da sich der Sommer 2022 in Hamburg mittlerweile verabschiedet hat, ist nun wieder Zeit und Interesse zum Basteln vorhanden.

Habe aktuell von einem Bekannten ein TapeDeck bekommen, wo ich mal reinschauen soll.
Es würde grundsätzlich laufen, aber z.B. Rückspulen ginge nicht.

Ist ein recht ungewöhnliches Deck von Harman Kardon, Modell HK-705:
[Bild: 20220921-162352.jpg]

Diese Flachschachtel ist ein Schubladen-Deck. Das Laufwerk hat Einmotor-Antrieb und mechanische Laufwerksteuerung über Stockschalter. Die Schublade bzw. der Schlitten wird elektromotorisch geschlossen.

Drückt man den Eject-Knopf, wird die Schublade - wie von der Tarantel gestochen - ausgespuckt.
Sieht ausgespuckt bzw. ausgefahren so aus:
[Bild: 20220921-164708.jpg]
Beim Schließen bewegen sich Schublade (schwarz) und Casenunterlage (silber) getrennt voneinander.

Dieser 6 Kg Klumpen wurde angeblich von 1980 bis 1983 hergestellt und soll 730 DM gekostet haben. Dafür erhielt man ein 2-Kopf Deck mit Dolby B, welches alle vier Bandsorten beherrscht.

In diesem ersten Teil sollte das Deck begutachtet werden und möglichst alle Problemzonen ermittelt werden.
Um vorab zu klären, ob es überhaupt sinnvoll erscheint, hier einen Reparaturversuch durchzuführen.

Bedeutet, erst mal Deckel runter und reingeglotzt:
[Bild: 20220921-164040.jpg]

Wie zu dieser Zeit leider üblich, recht verbaut. Auch der Kabelverhau lädt nicht gerade dazu ein, hier tätig zu werden.
Servicefreundlichkeit sieht - für mich - irgendwie anders aus.

[Bild: 20220921-164241.jpg]
Obwohl der Kasten um 40 Jahre auf dem Beckel hat, ist er innen recht sauber.

Beim Laufwerk gingen meine ersten Blicke Richtung Bandpfad:
[Bild: 20220921-165923.jpg]
Die schwarzen Flecke am orangen Leuchtmittelträger ? Ja, es ist Riemenpest ...

Tatsächlich könnte man diese Schachtel auch BackofenDeck nennen. Die Soffitten leuchten auf die Case. Über einen abgewinkelten Spiegel kann man - wenn man unbedingt will - von außen durch das Fenster auf die Bandwickel schauen.

Sieht dann so aus:
[Bild: BackOfen.jpg]

Nun etwas genauer Capstanwelle, Andruckrolle und Köpfe beäugt:
[Bild: 20220922-121809.jpg]
So sah das nach einer kurzen Reinigung aus. Auf den ersten Blick war kein Verschleiß sichtbar. Das Deck hat vermutlich nicht viel gelaufen.

Schaut man von hinten in das Laufwerk, sieht man zwei Riemen:
[Bild: 20220921-171238.jpg]
Links geht noch ein dritter Riemen Richtung Counter. Insgesamt wurden hier (laut Teileliste) fünf Riemen verbaut.

Da soweit alles ok aussah, konnte das Gerät nun ans Netz gehen.

Zuvor wurde auf 240 Volt umgeschaltet:
[Bild: 20220921-163216.jpg]

Das Laufwerk wurde erst mal ohne Cassette durchprobiert. Ok, alle Laufwerkfunktionen liefen, nur REW nicht.
Auch ohne Case dreht der linke Bandwickel nicht mal ansatzweise.

Nun konnte eine Opfercase antreten:
[Bild: 20220921-165252.jpg]

Dann Play gedrückt und die Wiedergabe begann.

Auch die Hochkant-Zappler wurden aktiv:
[Bild: 20220921-172448.jpg]
Kopfhörer reingesteckt und mal kurz reingehört.
Ich wurde wirklich positiv überrascht  - das klang gar nicht mal so übel.
Es leierte nicht und klang auch sonst sauber. Auch der TapeSpeed schien zu stimmen.
Auch wurde das Opfer nicht gefressen - alles schön.

Dann wollte ich auch mal Mucke hören:
[Bild: 20220921-165128.jpg]
Unglaublich, es klang wirklich gut. 

Nun wurde ich neugierig und habe auch gleich ein paar Calibrier-Tapes durchgespielt.
Testcase Gleichlauf und TapeSpeed:
[Bild: 20220921-172849.jpg]

Ergebnis:
[Bild: W-F-Test-HK-705-23-Sep22.jpg]
Der Gleichlauf ist wirklich nicht schlecht. Hatte ich so gut nicht erwartet.
Der Tape-Speed ist einen Tick zu langsam.

Da die drei - bisher - für mich sichtbaren Riemen nicht ausgeleiert sind, wurde hier vermutlich schon mal ein Service gemacht ? Laut Besitzer soll sich das Gerät im Originalzustand befinden. Das möchte ich schon jetzt bezweifeln. :floet:

Testcase Wiedergabepegel:
[Bild: 20220921-172953.jpg]
Hier wurde Korrektur erforderlich, da kanalungleich.

Eine Probeaufnahme wurde auch gemacht. Wie fast immer mit TDK SA Band:
[Bild: 20220922-124837.jpg]

Aussteuerung der Aufnahme von 1 KHz Testton bis +3dB:
[Bild: 20220922-125652.jpg]

Aufnahme läuft:
[Bild: 20220922-125716.jpg]

Wiedergabe der Aufnahme:
[Bild: 20220922-130223.jpg]
Laut Peakmeter kein Signal vorhanden. Auch am Kopfhörer nur Rauschen hörbar. Das noch immer die rote LED für Aufnahme leuchtet, hatte ich völlig übersehen. :denker:

Das fiel mir erst auf, nachdem ich Stop drückte:
[Bild: 20220922-125905.jpg]
Der Eimer ist nun dauerhaft im Aufnahmemodus und deshalb ist auch nix zu hören. Spielt man nun ein Tape ab, wird es tatsächlich gelöscht.  :flenne:

Was war die Ursache dafür ? Ich hatte direkt den unsäglichen Umschalter für Rec/Play in Verdacht.
So ein silbernes Ding gibt es in diesem Gerät leider auch:
[Bild: 20220921-164328.jpg]

Hier war die Ursache schnell gefunden: Der Schiebeschalter hakt mechanisch. Nach erfolgter Aufnahme geht er nicht mehr in die Ruhestellung (Wiedergabe) zurück.
Ok, also muss dem Umschalter nun - zumindest für diesen Test - entsprechend per Hand nachgeholfen werden.

Neuer Versuch - Aufnahme läuft:
[Bild: 20220922-132335.jpg]

Wiedergabe der Aufnahme:
[Bild: 20220922-132738.jpg]
Im rechten Kanal ist doch einiges an Pegel verloren gegangen. Aber es klingt sauber.
Habe dann noch eine Minute Mucke aufgenommen und tastsächlich klingt es ok. Scheint somit nur ein Abgleich erforderlich.

Aber, erst mal muss geklärt werden, warum REW nicht funzt.
Dazu muss das Laufwerk ausgebaut werden, da ich an die Unterseite muss.
Das wird bestimmt noch lustig. Selbstverständlich gibt es im Service-Manual dazu keinerlei Infos.

Apropos: Für das HK-705 konnte ich online nix finden.
Zum Glück fand ich ein vermutlich Originales bei eBay. Das wurde geordert:
[Bild: 20220922-203756.jpg]

Für heute war hier nun erst mal Schicht im Schacht.
Fortsetzung folgt ...

Gruß, Bob.
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#2
Zwischenzeitlich ging es mit der Reparatur weiter.

Auch hatte ich beim Durchschleusen der Testcasen die Spiegelcase eingelegt und den Bandpfad beäugt:
[Bild: 20220922-164006.jpg]
Auch ohne Lupe war sichtbar, dass das Band an zwei Stellen der Führungsgabeln krempelte.
Hier wird somit Korrektur erforderlich.

Nun wollte ich das Laufwerk ausbauen. Es ist mit 10 Schrauben an Boden und Seiten befestigt.
Möchte man das Laufwerk tatsächlich komplett ausbauen, werden weitergehende Arbeiten erforderlich. Dabei müssen dann z.B. viele Kabel von Pfosten abgelöten werden, da leider nur die Kabel für Löschkopf und A/W-Köpfe steckbar sind.

Also wurde das Laufwerk - so gut es ging - freigelegt und hochgeklappt:
[Bild: 20220923-145418.jpg]

Hier kann man sehen, dass der Antrieb des linken Wickeltellers komplett mit Riemenpest verseucht ist:
[Bild: 20220923-145644.jpg]
Klar, dass sich die Seuche auch noch weiter im Laufwerk verteilt hatte.

Nachdem die untere Abdeckung mit dem Capstanwiderlager demontiert war, bot sich folgendes Bild:
[Bild: 20220923-152323.jpg]

Die ausgebaute Capstanwelle mit der Schwungmasse:
[Bild: 20220923-154704.jpg]
Überall klebt die Pest. Auch der Antrieb für die Zwischenräder (für Antrieb der Wickelteller) ist verseucht.

Wurde bestmöglich gereinigt und die Lauffläche des Flachriemens geschliffen (hatte leichten Pickelbefall):
[Bild: 20220923-170235.jpg]

Nicht gerade wenig Aufwand war beim Reinigen der Laufflächen von Gummireifen und Riemenlaufrädern angesagt.
Besonders "lustig" war es den Antrieb für den linken Wickelteller zu reinigen:
[Bild: 20220923-175439.jpg]

Nun konnte ein neuer Riemen aufgezogen werden. So ein Set kostet bei eBay derzeit 33 €. Das ist - gelinde ausgedrückt - nicht gerade günstig (meine Meinung). Da von den 5 Riemen eigentlich noch vier brauchbar sind, entschloss ich, mein universelles Vierkantriemenset zu bemühen.

Es brauchte nur zwei Versuche, bis ein passender Riemen gefunden wurde:
[Bild: 20220923-182000.jpg]
0,7 mm Riemen mit 55 mm Faltmaß ist hier passend.

Der Motorpulley wurde gereinigt und an die Motorwelle gab es ein Tröpfchen Gleitlageröl. Auch das Capstanlager wurde nachgeölt und das Widerlager bekam einen kleinen Klecks Fett spendiert:
[Bild: 20220923-195910.jpg]

Alle Riemen wurden vor dem Einbau gereinigt. Bei den alten Riemen fiel mir auf, dass sie so gut wie keine Alterungserscheinungen zeigen. Sie sind nicht ausgeleiert, sie sind nicht ausgehärtet und sie sind nicht klebrig. Auch unter der Lupe betrachtet sehen sie gut aus (nicht porös/rissig). Wie ist das möglich ?
Auch wurden selbstverständlich alle fünf Gummireifen der Zwischenräder gereinigt. Auch hier war ich überrascht, wie griffig die noch sind.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieses Laufwerk noch nie ausgebaut wurde. Bedeutet diese Reifen und Riemen sind um 40 Jahre alt.

Das Laufwerk wurde nun "mal eben kurz" in die Schachtel gesteckt und testfähig angeschlossen.
Laufwerkfunktionen ohne Case durchgetestet - alles funzt.
Opfercase wieder bei der Zwangsarbeit:
[Bild: 20220923-114724.jpg]
Die Anschlüsse der Kontrollleuchten für Power, TapeEndIndicator und Rec wurden mit grünen LED's bestückt.

Case lief problemlos. Auch REW war nun wieder möglich. Auch Sound war per Kopfhörer vorhanden.

Ermittlung der Umspulzeiten. Hier läuft gerade REW:
[Bild: 20220923-210438.jpg]
Ergebnis:
REW = 1:48 Min.
FF    = 1:50 Min.
Da gibt es nix zu meckern. Läuft wirklich gut.
Auch wird beim Umspulen angenehm leise gewickelt - wie bei Wickelantrieb ohne Zahnräder üblich.

Nun konnte es an das Problem mit dem Bandpfad gehen. Wie bei Laufwerken gerne üblich, ist hier eine einfache Justierung der Kopfhöhe nicht vorgesehen, bzw. es wird über Korrekturscheiben eingestellt.

Einstellung der Höhe des Löschkopfes.
Befestigungschraube entfernt und geschaut was sich unter dem Kopfträger befindet:
[Bild: 20220924-153253.jpg]
Hier befand sich eine Unterlage (0,10 mm dick). Die wurde durch eine Scheibe mit 0,30 mm ersetzt.

Einstellung der Höhe vom A/W-Kopf.
Hier befand sich unter dem Kopfträger eine 0,30 mm Unterlage:
[Bild: 20220924-160017.jpg]
Die wurde ersatzlos entfernt. Ich hoffte, dass nun der Bandpfad besser laufen würde.

Kontrolle des Bandpfads mit der Spiegelcase:
[Bild: 20220924-161041.jpg]
Das Band lief nun sauber durch, ohne an den Führungen zu krempeln.
Auch hier bin ich mir ziemlich sicher, dass an den Köpfen noch nicht gefummelt wurde.
Was bedeuten würde, dass dieses Laufwerk schon ab Werk keinen einwandfreien Bandlauf hatte.

Ok, der Bandpfad stimmte nun. Nun konnte auch die andere Seite der Löschkopf Lagerung auf 0,3 mm aufgestockt werden. Anschließend wurden die drei Schrauben mit Lack gesichert:
[Bild: 20220926-202914.jpg]
Die Einstellschraube für den Azimuth bleibt noch weiter ungesichert. Die wird erst gesichert, wenn das Gerät abschließend nochmals mit den Testcasen überprüft wird.

Die 10 KHz Testcase wurde abgespielt und Azimuth eingestellt.
Nun die 3150 Hz Testcase rein und nochmals den Gleichlauf überprüft:
[Bild: 20220924-120309.jpg]

Ergebnis:
[Bild: W-F-Test-HK-705-25-Sep22.jpg]
Der Gleichlauf hat sich etwas verbessert - sehr schön !
TapeSpeed wurde korrigiert.

Auch die Aggressor-Case wurde schon mehrfach durchgespielt:
[Bild: 20220924-115301.jpg]
Dieses uralte Tape forciert sehr gerne z.B. Bandknittern bei Laufwerken, die Probleme mit dem Bandlauf haben - hier nicht.

Da das Laufwerk nun wieder uneingeschränkt funzt, wurde das Laufwerk weiter komplettiert und mit allen Schrauben befestigt.

Nun wurden ein paar Casen testweise gespielt und per Kopförer belauscht:
[Bild: 20220924-165029.jpg]
Wenn man bedenkt, wie alt diese Kiste ist und wie einfach gestrickt  - ist der Klang schon fast sensationell gut (meine Meinung).
Auch hier habe ich natürlich auch gleich einen direkten Vergleich mit meinem Denon DRM-800 gemacht.
Es sind keine wirklich großen Unterschiede für meine Holzohren feststellbar.
Allenfalls im oberen Hochtonbereich gibt es beim 10 Jahre jüngeren Denon etwas mehr Auflösung.

Auch hier wieder meine alte Leier: Sind die Geräte gewartet und halbwegs vernünftig justiert, sind die klanglichen Unterschiede doch recht gering. Natürlich ein Mindestmaß an die Qualität der Geräte vorausgesetzt.

Mein persönliches Fazit bis hier:
Wie bereits vermutet, ist diese Schachtel servicetechnisch eine Katastrophe.
Offensichtlich wurde werksseitig eher nicht vorgesehen, hier einen Riementausch zu ermöglichen.

Die Schachtel geht nun erst mal in den Teststapel und darf Zuverlässigkeit zeigen:
[Bild: 20220926-114216.jpg]
Die Front wurde noch nicht montiert, da es noch ein Problem mit defekten Leuchtmitteln (für Dolby HX und Dolby B) gibt. Da die Peakmeter fehlen, wird dieser Job vom Denon übernommen.

Fortsetzung folgt ...

Gruß, Bob.
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#3
Schöner Bericht, gerne mehr davon.
Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.
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#4
Ich glaube, Armin schrieb auch schon vor langer Zeit, dass ihn Harman Geräte immer kolossal genervt haben, weil die so serviceunfreundlich aufgebaut waren. Harman hat wohl eine spezielle Auffassung vom Begriff des Alleinstellungsmerkmals...
"No matter what you do it's bound to be a waste of time in the end so you might as well go mad." (Jack Kerouac)
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#5
(26.09.2022, 21:38)frank_w schrieb: Ich glaube, Armin schrieb auch schon vor langer Zeit, dass ihn Harman Geräte immer kolossal genervt haben, weil die so serviceunfreundlich aufgebaut waren. Harman hat wohl eine spezielle Auffassung vom Begriff des Alleinstellungsmerkmals...

Hallo Frank,
Also ich kann nicht bestätigen, dass Verstärker und Receiver von Harman/Kardon besonders serviceunfreundlich sind. An die wenigen Geräte, die ich auf dem Tisch hatte, kam ich überall hin wo ich wollte/musste.

Ich habe eher den Eindruck dass manch ein Hersteller für bestimmte Baureihen aus Marketinggründen die Tapedecks von Drittherstellern zugekauft haben. Gibt es dann besondere Designanforderungen oder Größenbeschränkungen der Gehäuse (wie hier), kommt solch ein Kompromiss bzw. Drahtverhau raus.

Ein weiteres solches Beispiel ist z.B. auch das Braun C301 Tape, das nichts mit der Studio Line Serie gemein hat. Gehäuse doppelt so hoch, komplett serviceunfreundlich, und ebenfalls im Kontrast zu den restlichen Komponenten ein Drahtverhau. Schon ein kurzer Blick ins SM verrät die japanische Herkunft (ich glaube von Funai). 

Hauptsache ein Tape im Sortiment. Bei der Atelier Serie war dann egal, das kam ja dann alles aus Übersee.

Hi Mike
„Ein Dummkopf, der verbessert wird, hasst auf der Stelle seinen Mahner.“ (Egbert von Lüttich, um 1020)
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#6
Die Bude hat in der Zwischenzeit immer mal wieder spielen dürfen.
Dabei hat es bisher keine Probleme gegeben.

Daher sollte nun die Baustelle mit den vermutlich defekten Leuchtmitteln abgearbeitet werden. 

Hier sieht man die Miniaturglühlampen:
[Bild: 20220923-110000.jpg]
Die leuchten, sobald Dolby HX und/oder Dolby B eingeschaltet wird. Hier leuchtet nix mehr.

Als ich die Dinger sah, dachte ich, die könne ich gleich wechseln. Diese T1 Lampen in der Größe ca. 6,5 x 3 mm habe ich vorrätig, da ich sie zumindest früher fast regelmäßig brauchte (im KfZ-Bereich für Kombiinstrumente, Außentemperatur-Anzeigen, Schalter usw.).

Platine von der Front abgeschraubt:
[Bild: 20220924-145950.jpg]
Wie zu sehen, sind es klare Leuchtmittel die mit grünen "Überziehern" versehen wurden.

Ausgelötet:
[Bild: 20220925-164546.jpg]

Die beiden leuchtmittel durchgemesssen. Beide defekt - wie erwartet.
Dann das Gerät eingeschaltet, die beiden Dolby Funktionen eingeschaltet und gemessen, was an den Leuchtmitteln ankommt. Das waren jeweils knapp 22 Volt. Somit ging ich davon aus, dass hier 24 V Leuchtmittel gebraucht werden.
Meine für 12 Volt ausgelegten Leuchtmittel waren hier wohl eher nicht einsetzbar.

Ein Blick in die Teileliste machte mich leider auch nicht schlauer:
[Bild: 20220925-144547.jpg]
Da steht dann zu PL3 + PL4 einfach nur: Lamp. Klasse ! Ganz großes Kino ! Sollte man nun diese Dinger bei Harman Kardon bzw, dessen Teilevertrieb bestellen ?

Früher habe ich solche einfachen Sachen bei Unrat-Conrad Lipsrsealed2 gekauft. Bin dann zum Altonaer Bahnhof geradelt, da gab es eine Filiale. Die wurde vor ein paar Jahren geschlossen ...
Also einfach mal bei eBay geschaut. Da kostet ein Fünferpack inkl. Versand fast 9 €. Auch nicht gerade günstig. Außerdem gibt es die auch noch in 20, 40 oder 60 mA. Welche Helligkeit wäre hier nun passend ? Keine Ahnung !

Also kam ich auf die Idee, hier LED's einzusetzen. Die Frage war nur: Ist die Helligkeit einer normalen LED hier ausreichend ? Das Problem bei LED's ist ja vor allem auch der sehr eingeschränkte Abstrahlwinkel.
Ok, musste einfach ausprobiert werden.

Aus der Bastelkiste wurde dieses testbereite Teil gefischt und ans 12 Volt Netzgerät angeschlossen:
[Bild: 20220928-195156.jpg]
Das ist eine Standard 5 mm LED mit vorgeschaltetem 500 Ohm Widerstand. So wurden sie von mir sehr gerne im Kfz-Bereich eingesetzt.

Die LED habe ich jetzt so positioniert, dass sie direkt auf den Lichtleiter bzw. den Schalter leuchtet:
[Bild: 20220928-200348.jpg]
Besonders hell wurde der Schalter nicht beleuchtet. Wäre das ausreichend ? Ich war unsicher.

Eigentlich hatte ich entschlossen, die 24 Volt Glühlampen zu bestellen. Doch dann entschied ich, den Versuch mit den LED's zu machen.

Welchen Widerstand sollte ich nun vorschalten ? Einfach ausprobieren.
Angefangen hatte ich mit 3,3 kOhm. Nicht sehr hell.
Nun mit 2,2 kOhm. Auch nicht viel heller.
Jetzt mit 1 kOhm. Auch nicht viel heller. Merkwürdig ?!

Dann habe ich die Platine ohne jeweiligen Widerstand bestückt und kurz die Funktion getestet:
[Bild: 20220929-131248.jpg]
Die LED's fingen nicht Feuer und die Helligkeit war ok. Auch besonders warm wurden sie nicht.

Das machte mich neugierig und ich schaute in den Schaltplan:
[Bild: 20220925-143546.jpg]
Da sind doch tatsächlich 560 Ohm Widerstände (R817 + R818) vorgeschaltet.

Dann wollte ich schauen, wo sich diese Widerstände befinden. Um sie ggf. gegen höhere Werte auszutauschen. Dabei sah ich, dass im Bereich hinter der Frontaufnahme der Boden feucht/nass war.

Also wurden die beiden Schalterplatinen ausgebaut. Natürlich war auch das keine einfache Angelegenheit.
Auch die Platinen waren feucht:
[Bild: 20220929-092149.jpg]
Hier hat jemand wohl nicht gerade wenig Kontakt-Chemie reingeschüttet ?

Die beiden Schalterplatinen:
[Bild: 20220929-101812.jpg]
Die wurden nach der Reinigung und wieder eingebaut.

LED's verlötet:
[Bild: 20220929-132426.jpg]

Die Platine wieder an die Front montiert und getestet:
[Bild: 20220929-133438.jpg]

Nun konnte die Front an die Schachtel gesteckt werden. Hier sind bereits alle Stecker dort, wo sie hingehören:
[Bild: 20220929-151457.jpg]

Bei der Montage muss man sehr sorgfälltig vorgehen. Die Front möchte eigentlich gar nicht mehr zurück und wehrt sich nach Kräften.
Überall hakt es und/oder es werden Kabel irgendwo eingequetscht. Irgendwann hatte ich gewonnen und die Front wurde ohne Beschädigungen angenommen.

Gerät eingeschaltet:
[Bild: 20220929-153631.jpg]
Das sah überraschend gut aus. Dance3

In Aufnahmebereitschaft. Voll ausgepegelt - für eine bessere Lightshow:
[Bild: 20220929-154420.jpg]
Die Beleuchtung der Schalter ist besser als erwartet - das kann und wird so bleiben.

Fortsetzung folgt ...

Gruß, Bob.
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#7
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