Sickenwechsel, Sicken erneuern – der Werdegang zusammen gefasst
Ich versuche mal, mit vielen Bildern - ein Sickenwechsel, anhand der Lautsprecher L7XXX der Boxenreihe BR25 bis BR50, von RFT anschaulich darzustellen, damit die Nachwelt sich ein Bild davon machen kann. Okay, gibt es massenhaft, aber eben nicht so konzentriert, in einem Beitrag. Andere Lautsprechertypen können eventuell empfindlich auf Azeton reagieren, aber der eigentliche Werdegang, ist derselbe. Daher bei Lösungsmittel, immer erst vorsichtig probieren!
Jeder hat seinen Weg, das zu realisieren, oder auch nicht - ich inzwischen lege absoluten Wert auf relativ detailgenaue und eine saubere Arbeit. Ich habe inzwischen auch einige Arbeitsschritte etwas perfekter gestaltet. Vielleicht dient das dem einen, oder anderen als Anregung, es selber zu versuchen.
Dem aufmerksamen Betrachter wird auffallen, dass hier Bilder, mit verschiedenen Lautsprechern, gleichen Typs gezeigt werden, sie stammen aus verschiedenen Reparaturthreads und Veröffentlichungen, hier nun erstmalig konzentriert zusammen getragen, stammen aber alle aus meiner Hand.
So bekam ich, die Lautsprecher in die Hand gedrückt, die man auf den nächsten Bildern sieht. Das war eine schlecht umgesetzte Arbeit, die man aber wieder richten konnte. Die ersten Bilder dienen daher als negatives Beispiel, wie man es nicht machen sollte. Der Verursacher möge mir verzeihen, dieses spezielle Beispiel dient nur zur Veranschaulichung und nicht zur Verunglimpfung seiner Umsetzung. Ich kann auch nicht alles und bei anderen Sachen, kommt bei mir auch nur, solch unbefriedigendes Ergebnis raus.
Vorher:
Die Sicke konnte man relativ leicht abziehen, ohne den Einsatz jeglicher Lösungsmittel. Hätte ich sie nicht unbedacht durchgerissen, wäre es der Beweis – für diese fragwürdige Arbeit. Man sieht, wo der Kleber eben nicht gehaftet hat. Daher - es lag nicht am Kleber, sondern an der nicht fachgerecht ausgeführten Vorarbeit.
Grausam, auf den nicht gereinigten Untergrund, den neuen Kleber drübergepappt. Dass das nicht hält, dürfte spätestens jetzt jedem klar werden. Die Sicke kann daher nicht "lufttechnisch" abdichten und daher braucht man sich nicht wundern, wenn der Lautsprecher später schnarrt, wie Hulle.
Nach der Reinigungsorgie:
Das ist derselbe Lautsprecher – garantiert. Nach einer endlosen Fummelei, kam dieser „Schwan“ zum Vorschein. Andere Lautsprecher sehen nicht ganz so „auffällig“ aus, aber der Werdegang, ist grundsätzlich immer derselbe.
Werdegang:
So sollte es aussehen, dann kann man davon ausgehen, dass der weitere Werdegang ebenfalls gut werden könnte.
Aber bis dahin, ist es eine echt filigrane Geduldsarbeit, zig mal mit Azeton den Kleber eingeweicht, bis er endlich anfing sich lösen zu lassen. Und nicht einfach sinnlos das Azeton raufpappen, sondern gezielt die Stellen, zig mal einpinseln. Und nicht zu früh beginnen, den Kleber zu lösen, oder abzuwischen, das könnte mehr Schaden bringen, wie Erfolg. Dann die Klebestellen mit einem azetongetränkten Lappen säubern, bis der Lappen sich nicht mehr verfärbt. Immer mit Vorsicht und ohne großen Druck, damit die Membran nicht beschädigt wird. Zum Schluss, die gesamte Membran ebenfalls gut reinigen, damit der ganze Dreck, der letzten Jahrzehnte gelöst wird und die Membran absolut fettfrei ist.
Auch den Lautsprecherkorb richtig reinigen. Dazu habe ich mir einen kleinen Schraubenzieher "scharf" geschliffen, ähnlich eines Stechbeitels und dann rein mechanisch erst mal alles abkratzen. Klar wird der Lack dabei verletzt. Na und, jetzt kommt ja noch Azeton ans Werk, der gibt dem Lack den Rest. Danach schleife ich mit einem Dremel (Flachschleifer), den Korbrand noch, damit er ein wenig griffig, für den neuen Lack wird. Dann die Membran, mit Küchenkrepp schützen und Nitrospraylack (matt) 1 - 2 mal drüber = sieht aus, wie neu. Unbedingt mehrere Tage trocknen lassen, Nitro braucht länger, wie auf der Pulle drauf steht. Und ich meine furztrocken, nicht oberflächlich grifffest!
Sicken kleben:
Zu den „Holländersicken“, gibt es den passenden Dispersionskleber, beim Anbieter. Nur den kann ich absolut empfehlen. Er bassiert auf Kautschukbasis und härtet nicht aus, das heißt er bleibt immer ein wenig elastisch, wie z. Bsp. Ponal und andere Holzkleber es nicht tun - den auch viele, mit dem Holländerkleber verwechseln und meinen, den kann man ebenso verwenden. Beide Kleber sind wasserverdünnbar und riechen so gut wie gar nicht, trotzdem nicht identisch. Das es wohl besser ist, eine Sicke mit elastischen, wie mit einem aushärtenden Kleber zu befestigen, kann sich wohl jeder denken.
Die erste Schicht dünn und gut, mit einem Pinsel, auf den inneren Kleberand der Sicke - einmassieren.
Da die erste dünne Schicht schnell ihre Anfangshaftung verliert, unmittelbar einen zweiten Auftrag durchführen, dieser sollte etwas satter und relativ geleichmäßig erfolgen.
Dann die Sicke zentrisch auflegen, vorsichtig andrücken und mit einem geeigneten Gefäß beschweren. 30 min später ist sie schon fest, dass man weiter arbeiten kann.
Nun kommt der äußere Rand der Sicke dran. Der Kleberauftrag auf dem Korb, erfolgt im letzten Bild, noch mit einer Spritze. Um einen noch gleichmäßigeren Auftrag hinzubekommen, habe ich diesen Schritt weiter perfektioniert (leider ohne Bilder). Der Lautsprecher ruht auf einem Drehteller und der Kleber wird mit einer kleinen Plastikflasche, das eine dünne Spitze enthält, ähnlich eines heute erhältlichen Plastikölfläschchen - aufgetragen. Der Vorteil, der Kleber lässt sich leichter und besser gleichmäßig auftragen, da die "Kanüle" der Plastikflasche etwas dicker ist und sie keinen schwergängigen Stößel hat. Man hebt z. Bsp. mit einem Zahnstocher, die Außenseite der Sicke an, positioniert die Kanüle des Fläschchens drunter, übt einen leichten Druck auf das Fläschchen aus, damit der Kleber austritt und dabei dreht man mit der anderen Hand den Lautsprecher. Das geht absolut super und man braucht nicht mal so eine dicke Klebernaht auftragen, wie auf dem Bild zu sehen ist. Danach die Sicke andrücken, dabei zentrieren und bei der richtigen Klebermenge, tritt diese seitlich ein wenig hervor, daher kann man sicher sein eine gute Klebenaht geschaffen zu haben.
Zur Zentrierung, da gibt es verschiedene Methoden, wenn man schon die Staubschutzkappen entfernen muss, sind dünne Plastikstreifen, die man z. Bsp. aus dem Material eines entsprechenden Schnellhefters gewinnen kann und in den Spalt, zwischen Spule und Magnet eingeführt werden = erste Wahl.
Man kann auch mit einem Frequenzgenerator, die Spule zentrieren. Bei so kleinen Lautsprechern, wo man nicht die Staubschutzkappe entfernen muss, genügt auch die Fingerprobe. Das ist aber keine Empfehlung.
Dann lege ich einen Schlauch ein (siehe Bild), z. Bsp. einen dickwandigen, entsprechenden Elektroisolationsschlauch, bzw. Benzinschlauch und positioniere ringsherum diverse Wäscheklammern. Dadurch wird der gesamte Sickenrand gleichmäßig angepresst und entsprechend gehalten. Und es gibt keinerlei Druckstellen.
Dann kann man, die Membran noch färben. Zum reinen färben, geht z. Bsp. Druckertinte (schwarz), oder ähnliches. Satt einpinseln und sofort, das überschüssige Färbemittel, mit einem saugfähigen Lappen, wieder abnehmen. Dadurch hat man so wenig wie möglich drauf und einen gleichmäßigeren Auftrag garantiert. Man kann die Membran, auch vor dem Sicken kleben färben, letzteres mache ich jetzt auch so.
Zum Finish, kann man die Membran noch beschichten, muss man aber nicht, das ist reine Geschmackssache. Ich nehme gern, das Beschichtungsmittel von Visaton LTS 50. Das ergibt zusätzlich eine wasser- und dreckabweisende Schutzschicht und man kann die Membran leichter, mit feuchten Lappen reinigen.
Hier sieht man den Unterschied, zwischen einer frisch beschichteten Membran (Visaton LTS 50) und einer unbeschichteten. Ob man die Membranen beschichtet, oder nicht, muss ein jeder mit sich selber ausmachen. Es sollte – laut Hersteller – keinen negativen Einfluss haben, im Gegenteil. Und optisch finde ich es zumindest – schöner.
Thema Staubschutskappen:
Auch kommt es vor, dass man die Staubschutzkappe erneuern muss. Die originale hat einen Durchmesser, von 40 mm und hat eine feinstrukturierte Oberfläche. Der bekannte holländische Sickenhändler, bewirbt eine passende Staubschutzkappe, die mir persönlich nicht zusagt. Denn ihre Oberfläche ist glatt und sie ist 3 mm größer im Durchmesser. Aber es gibt noch mehr fähige Angebote im (holländischen) Netz und so fand ich eine eher passende = sie ist aus Stoff, sieht recht gut aus und ähnlich strukturiert, wie das Original + passender Durchmesser. Die sieht schon wesentlich näher dem Original aus!
Bei der Staubschutzkappe ist es schon etwas schwieriger, die nachgekaufte, vom Original zu unterscheiden. Wer traut es sich zu?
Die Staubschutzkappen + dessen Kleber zu lösen, ist noch zeitaufwendiger. Mit einem Pinsel Azeton auftragen, immer und immer wieder, da es rasend schnell verfliegt. Natürlich nur auf die Stellen, wo sich der Kleber befindet und nicht alles sinnlos einweichen. Denn auch die Membran, wird zumindest feucht und daher verliert sie ihre Widerstandsfestigkeit, also diese bitte nach Möglichkeit, so wenig, wie möglich, mit Azeton tränken. Nach etlicher Geduldsarbeit, kann man die alte Sicke, mit einer Spitzpinzette abheben. Ebenso die an der Membran anhaftende Klebenaht. Das erfordert aber weitere Weichorgien vorher. Und bitte, ganz vorsichtig! Wenn nämlich der Kleber seine Haftung noch nicht ganz aufgegeben hat, läuft man Gefahr, Fasern der Membran, oder sogar mehr - mit abzureißen. Die ist ja ebenfalls, durch die Azetoneinwirkung geschwächt. Nur Geduld, das geht schon irgendwann und zum Glück, verfliegt das Azeton recht schnell und nach ein paar Stunden, ist alles wieder so ausgehärtet, wie es vorher war. Ebenfalls zusätzlich, nach Entfernung der Staubschutzkappe, die Klebestellenreste, mit einem azetongetränkten Lappen reinigen. Wie schon erwähnt, das ist erst dann richtig sauber, wenn ein weißer, azetongetränkter Lappen, beim wischen, nicht mehr nennenswert dreckig wird.
Anschlussterminal befestigen:
Bei manchen Lautsprechern, bricht die Befestigungsniete des Anschlussterminals. Okay, nicht zu ändern, kommt eben eine Schraube / Scheibe / Mutter dran. Und fertig!
Andere Reparatur, gleiche Machart - Lautsprecher nach Rekonstruktion:
Hochtonlautsprecher Anschluss abgerissen:
Okay, von der Seite sieht alles bestens aus, aber ...
… wenn man ihn umdreht, dann ist Trauer angesagt!
Hier ist schon mein Originalnachbau angebracht, den ich hier beschreiben möchte. Ich habe schon einige, abenteuerliche Konstruktionen gesehen, die sicherlich alle ihre Aufgabe erledigen, aber diese kommt dem Original am nächsten.
Der Anschlussdraht, wurde mit einem dünnen Drähtchen verlängert (Lötstelle) und mit einem Tröpfchen Kleber fixiert und isoliert.
Das sind die Ausgangsteile, die Lötösen gibt es im Netz (Ebay) und die Pappscheiben, werden aus Isolationspappe (Elektrobau), durch ausstanzen gewonnen. Auch Pappschnellhefter, liefern diese „gute“ Pappe, die als Ausgangsmaterial sehr fähig ist.
Mit diesem Werkzeug kann man die Pappscheiben ausstanzen.
Das innere Loch, habe ich mit dieser Lochzange verwirklicht.
Wichtig ist, erst mit einem Bit die Anschlussfahne zu bearbeiten, dieser Bit "schneidet" die Niete in Segmente, die dann gut „platt“ genietet werden können.
Dann noch mit einem Durchschlag, alles gut festnieten - fertig!
Fertig, wundert Euch nicht, bei den letzten Bildern - dient ein Schrottlautsprecher als Übungs- und Anschauungsobjekt.
Anschlusslitzen:
Es kann vorkommen, dass eine Litze bricht, das sieht man nicht, das hört man aber. Der Lautsprecher schnarrt, mehr – oder weniger, bei bestimmten Frequenzen. Es kann auch ein anderer Fehler sein, wie Spule abgerissen, oder gestaucht, bzw. nicht richtig zentriert - aber wenn man Glück hat, ist es „nur“ eine Litze.
Da gibt es nur eins, die Litzen durchmessen. Zwischen beiden Enden der Litze (jede einzeln) ein Ohmmeter klemmen und die Litze bewegen. Der Zeiger darf nicht zucken und sollte keinen Widerstand anzeigen. Wenn man das Widerstandsmessgerät nicht problemlos ranbekommt, speziell an der Übergangslötstelle an der Menbran, dann muss man ein Hilfsdraht anlöten, oder gleich die Litze auslöten. So kann man störungsfrei messen.
Und wenn, wo bekommt man neue her? Ich habe noch keine Quelle gefunden! Aber im Laufe der Zeit, findet man mal Lautsprecher am Wegesrand, auf dem Sperrmüll und dann …! Man sollte aber darauf achten, dass der Durchmesser der Litzen, einigermaßen harmoniert. Und nicht eine Litze von einem Kofferradiolautsprecher, in einem 100W Tieftöner reinoperiert.
So, ich habe fertig!
Ich versuche mal, mit vielen Bildern - ein Sickenwechsel, anhand der Lautsprecher L7XXX der Boxenreihe BR25 bis BR50, von RFT anschaulich darzustellen, damit die Nachwelt sich ein Bild davon machen kann. Okay, gibt es massenhaft, aber eben nicht so konzentriert, in einem Beitrag. Andere Lautsprechertypen können eventuell empfindlich auf Azeton reagieren, aber der eigentliche Werdegang, ist derselbe. Daher bei Lösungsmittel, immer erst vorsichtig probieren!
Jeder hat seinen Weg, das zu realisieren, oder auch nicht - ich inzwischen lege absoluten Wert auf relativ detailgenaue und eine saubere Arbeit. Ich habe inzwischen auch einige Arbeitsschritte etwas perfekter gestaltet. Vielleicht dient das dem einen, oder anderen als Anregung, es selber zu versuchen.
Dem aufmerksamen Betrachter wird auffallen, dass hier Bilder, mit verschiedenen Lautsprechern, gleichen Typs gezeigt werden, sie stammen aus verschiedenen Reparaturthreads und Veröffentlichungen, hier nun erstmalig konzentriert zusammen getragen, stammen aber alle aus meiner Hand.
Zitat:Kannste mal kucken!? An den Sicken kann es nicht liegen, die habe ich schon gewechselt. Und - der Scheiß Kautschuk-Holländer-Kleber, der taugt gar nichts! Immer wieder hat sich da was gelöst, ich habe schon nachgeklebt = nie wieder den Mist aus Holland! (sinngemäß)
So bekam ich, die Lautsprecher in die Hand gedrückt, die man auf den nächsten Bildern sieht. Das war eine schlecht umgesetzte Arbeit, die man aber wieder richten konnte. Die ersten Bilder dienen daher als negatives Beispiel, wie man es nicht machen sollte. Der Verursacher möge mir verzeihen, dieses spezielle Beispiel dient nur zur Veranschaulichung und nicht zur Verunglimpfung seiner Umsetzung. Ich kann auch nicht alles und bei anderen Sachen, kommt bei mir auch nur, solch unbefriedigendes Ergebnis raus.
Vorher:
Die Sicke konnte man relativ leicht abziehen, ohne den Einsatz jeglicher Lösungsmittel. Hätte ich sie nicht unbedacht durchgerissen, wäre es der Beweis – für diese fragwürdige Arbeit. Man sieht, wo der Kleber eben nicht gehaftet hat. Daher - es lag nicht am Kleber, sondern an der nicht fachgerecht ausgeführten Vorarbeit.
Grausam, auf den nicht gereinigten Untergrund, den neuen Kleber drübergepappt. Dass das nicht hält, dürfte spätestens jetzt jedem klar werden. Die Sicke kann daher nicht "lufttechnisch" abdichten und daher braucht man sich nicht wundern, wenn der Lautsprecher später schnarrt, wie Hulle.
Nach der Reinigungsorgie:
Das ist derselbe Lautsprecher – garantiert. Nach einer endlosen Fummelei, kam dieser „Schwan“ zum Vorschein. Andere Lautsprecher sehen nicht ganz so „auffällig“ aus, aber der Werdegang, ist grundsätzlich immer derselbe.
Werdegang:
So sollte es aussehen, dann kann man davon ausgehen, dass der weitere Werdegang ebenfalls gut werden könnte.
Aber bis dahin, ist es eine echt filigrane Geduldsarbeit, zig mal mit Azeton den Kleber eingeweicht, bis er endlich anfing sich lösen zu lassen. Und nicht einfach sinnlos das Azeton raufpappen, sondern gezielt die Stellen, zig mal einpinseln. Und nicht zu früh beginnen, den Kleber zu lösen, oder abzuwischen, das könnte mehr Schaden bringen, wie Erfolg. Dann die Klebestellen mit einem azetongetränkten Lappen säubern, bis der Lappen sich nicht mehr verfärbt. Immer mit Vorsicht und ohne großen Druck, damit die Membran nicht beschädigt wird. Zum Schluss, die gesamte Membran ebenfalls gut reinigen, damit der ganze Dreck, der letzten Jahrzehnte gelöst wird und die Membran absolut fettfrei ist.
Auch den Lautsprecherkorb richtig reinigen. Dazu habe ich mir einen kleinen Schraubenzieher "scharf" geschliffen, ähnlich eines Stechbeitels und dann rein mechanisch erst mal alles abkratzen. Klar wird der Lack dabei verletzt. Na und, jetzt kommt ja noch Azeton ans Werk, der gibt dem Lack den Rest. Danach schleife ich mit einem Dremel (Flachschleifer), den Korbrand noch, damit er ein wenig griffig, für den neuen Lack wird. Dann die Membran, mit Küchenkrepp schützen und Nitrospraylack (matt) 1 - 2 mal drüber = sieht aus, wie neu. Unbedingt mehrere Tage trocknen lassen, Nitro braucht länger, wie auf der Pulle drauf steht. Und ich meine furztrocken, nicht oberflächlich grifffest!
Sicken kleben:
Zu den „Holländersicken“, gibt es den passenden Dispersionskleber, beim Anbieter. Nur den kann ich absolut empfehlen. Er bassiert auf Kautschukbasis und härtet nicht aus, das heißt er bleibt immer ein wenig elastisch, wie z. Bsp. Ponal und andere Holzkleber es nicht tun - den auch viele, mit dem Holländerkleber verwechseln und meinen, den kann man ebenso verwenden. Beide Kleber sind wasserverdünnbar und riechen so gut wie gar nicht, trotzdem nicht identisch. Das es wohl besser ist, eine Sicke mit elastischen, wie mit einem aushärtenden Kleber zu befestigen, kann sich wohl jeder denken.
Die erste Schicht dünn und gut, mit einem Pinsel, auf den inneren Kleberand der Sicke - einmassieren.
Da die erste dünne Schicht schnell ihre Anfangshaftung verliert, unmittelbar einen zweiten Auftrag durchführen, dieser sollte etwas satter und relativ geleichmäßig erfolgen.
Dann die Sicke zentrisch auflegen, vorsichtig andrücken und mit einem geeigneten Gefäß beschweren. 30 min später ist sie schon fest, dass man weiter arbeiten kann.
Nun kommt der äußere Rand der Sicke dran. Der Kleberauftrag auf dem Korb, erfolgt im letzten Bild, noch mit einer Spritze. Um einen noch gleichmäßigeren Auftrag hinzubekommen, habe ich diesen Schritt weiter perfektioniert (leider ohne Bilder). Der Lautsprecher ruht auf einem Drehteller und der Kleber wird mit einer kleinen Plastikflasche, das eine dünne Spitze enthält, ähnlich eines heute erhältlichen Plastikölfläschchen - aufgetragen. Der Vorteil, der Kleber lässt sich leichter und besser gleichmäßig auftragen, da die "Kanüle" der Plastikflasche etwas dicker ist und sie keinen schwergängigen Stößel hat. Man hebt z. Bsp. mit einem Zahnstocher, die Außenseite der Sicke an, positioniert die Kanüle des Fläschchens drunter, übt einen leichten Druck auf das Fläschchen aus, damit der Kleber austritt und dabei dreht man mit der anderen Hand den Lautsprecher. Das geht absolut super und man braucht nicht mal so eine dicke Klebernaht auftragen, wie auf dem Bild zu sehen ist. Danach die Sicke andrücken, dabei zentrieren und bei der richtigen Klebermenge, tritt diese seitlich ein wenig hervor, daher kann man sicher sein eine gute Klebenaht geschaffen zu haben.
Zur Zentrierung, da gibt es verschiedene Methoden, wenn man schon die Staubschutzkappen entfernen muss, sind dünne Plastikstreifen, die man z. Bsp. aus dem Material eines entsprechenden Schnellhefters gewinnen kann und in den Spalt, zwischen Spule und Magnet eingeführt werden = erste Wahl.
Man kann auch mit einem Frequenzgenerator, die Spule zentrieren. Bei so kleinen Lautsprechern, wo man nicht die Staubschutzkappe entfernen muss, genügt auch die Fingerprobe. Das ist aber keine Empfehlung.
Dann lege ich einen Schlauch ein (siehe Bild), z. Bsp. einen dickwandigen, entsprechenden Elektroisolationsschlauch, bzw. Benzinschlauch und positioniere ringsherum diverse Wäscheklammern. Dadurch wird der gesamte Sickenrand gleichmäßig angepresst und entsprechend gehalten. Und es gibt keinerlei Druckstellen.
Dann kann man, die Membran noch färben. Zum reinen färben, geht z. Bsp. Druckertinte (schwarz), oder ähnliches. Satt einpinseln und sofort, das überschüssige Färbemittel, mit einem saugfähigen Lappen, wieder abnehmen. Dadurch hat man so wenig wie möglich drauf und einen gleichmäßigeren Auftrag garantiert. Man kann die Membran, auch vor dem Sicken kleben färben, letzteres mache ich jetzt auch so.
Zum Finish, kann man die Membran noch beschichten, muss man aber nicht, das ist reine Geschmackssache. Ich nehme gern, das Beschichtungsmittel von Visaton LTS 50. Das ergibt zusätzlich eine wasser- und dreckabweisende Schutzschicht und man kann die Membran leichter, mit feuchten Lappen reinigen.
Hier sieht man den Unterschied, zwischen einer frisch beschichteten Membran (Visaton LTS 50) und einer unbeschichteten. Ob man die Membranen beschichtet, oder nicht, muss ein jeder mit sich selber ausmachen. Es sollte – laut Hersteller – keinen negativen Einfluss haben, im Gegenteil. Und optisch finde ich es zumindest – schöner.
Thema Staubschutskappen:
Auch kommt es vor, dass man die Staubschutzkappe erneuern muss. Die originale hat einen Durchmesser, von 40 mm und hat eine feinstrukturierte Oberfläche. Der bekannte holländische Sickenhändler, bewirbt eine passende Staubschutzkappe, die mir persönlich nicht zusagt. Denn ihre Oberfläche ist glatt und sie ist 3 mm größer im Durchmesser. Aber es gibt noch mehr fähige Angebote im (holländischen) Netz und so fand ich eine eher passende = sie ist aus Stoff, sieht recht gut aus und ähnlich strukturiert, wie das Original + passender Durchmesser. Die sieht schon wesentlich näher dem Original aus!
Bei der Staubschutzkappe ist es schon etwas schwieriger, die nachgekaufte, vom Original zu unterscheiden. Wer traut es sich zu?
Die Staubschutzkappen + dessen Kleber zu lösen, ist noch zeitaufwendiger. Mit einem Pinsel Azeton auftragen, immer und immer wieder, da es rasend schnell verfliegt. Natürlich nur auf die Stellen, wo sich der Kleber befindet und nicht alles sinnlos einweichen. Denn auch die Membran, wird zumindest feucht und daher verliert sie ihre Widerstandsfestigkeit, also diese bitte nach Möglichkeit, so wenig, wie möglich, mit Azeton tränken. Nach etlicher Geduldsarbeit, kann man die alte Sicke, mit einer Spitzpinzette abheben. Ebenso die an der Membran anhaftende Klebenaht. Das erfordert aber weitere Weichorgien vorher. Und bitte, ganz vorsichtig! Wenn nämlich der Kleber seine Haftung noch nicht ganz aufgegeben hat, läuft man Gefahr, Fasern der Membran, oder sogar mehr - mit abzureißen. Die ist ja ebenfalls, durch die Azetoneinwirkung geschwächt. Nur Geduld, das geht schon irgendwann und zum Glück, verfliegt das Azeton recht schnell und nach ein paar Stunden, ist alles wieder so ausgehärtet, wie es vorher war. Ebenfalls zusätzlich, nach Entfernung der Staubschutzkappe, die Klebestellenreste, mit einem azetongetränkten Lappen reinigen. Wie schon erwähnt, das ist erst dann richtig sauber, wenn ein weißer, azetongetränkter Lappen, beim wischen, nicht mehr nennenswert dreckig wird.
Anschlussterminal befestigen:
Bei manchen Lautsprechern, bricht die Befestigungsniete des Anschlussterminals. Okay, nicht zu ändern, kommt eben eine Schraube / Scheibe / Mutter dran. Und fertig!
Andere Reparatur, gleiche Machart - Lautsprecher nach Rekonstruktion:
Hochtonlautsprecher Anschluss abgerissen:
Okay, von der Seite sieht alles bestens aus, aber ...
… wenn man ihn umdreht, dann ist Trauer angesagt!
Hier ist schon mein Originalnachbau angebracht, den ich hier beschreiben möchte. Ich habe schon einige, abenteuerliche Konstruktionen gesehen, die sicherlich alle ihre Aufgabe erledigen, aber diese kommt dem Original am nächsten.
Der Anschlussdraht, wurde mit einem dünnen Drähtchen verlängert (Lötstelle) und mit einem Tröpfchen Kleber fixiert und isoliert.
Das sind die Ausgangsteile, die Lötösen gibt es im Netz (Ebay) und die Pappscheiben, werden aus Isolationspappe (Elektrobau), durch ausstanzen gewonnen. Auch Pappschnellhefter, liefern diese „gute“ Pappe, die als Ausgangsmaterial sehr fähig ist.
Mit diesem Werkzeug kann man die Pappscheiben ausstanzen.
Das innere Loch, habe ich mit dieser Lochzange verwirklicht.
Wichtig ist, erst mit einem Bit die Anschlussfahne zu bearbeiten, dieser Bit "schneidet" die Niete in Segmente, die dann gut „platt“ genietet werden können.
Dann noch mit einem Durchschlag, alles gut festnieten - fertig!
Fertig, wundert Euch nicht, bei den letzten Bildern - dient ein Schrottlautsprecher als Übungs- und Anschauungsobjekt.
Anschlusslitzen:
Es kann vorkommen, dass eine Litze bricht, das sieht man nicht, das hört man aber. Der Lautsprecher schnarrt, mehr – oder weniger, bei bestimmten Frequenzen. Es kann auch ein anderer Fehler sein, wie Spule abgerissen, oder gestaucht, bzw. nicht richtig zentriert - aber wenn man Glück hat, ist es „nur“ eine Litze.
Da gibt es nur eins, die Litzen durchmessen. Zwischen beiden Enden der Litze (jede einzeln) ein Ohmmeter klemmen und die Litze bewegen. Der Zeiger darf nicht zucken und sollte keinen Widerstand anzeigen. Wenn man das Widerstandsmessgerät nicht problemlos ranbekommt, speziell an der Übergangslötstelle an der Menbran, dann muss man ein Hilfsdraht anlöten, oder gleich die Litze auslöten. So kann man störungsfrei messen.
Und wenn, wo bekommt man neue her? Ich habe noch keine Quelle gefunden! Aber im Laufe der Zeit, findet man mal Lautsprecher am Wegesrand, auf dem Sperrmüll und dann …! Man sollte aber darauf achten, dass der Durchmesser der Litzen, einigermaßen harmoniert. Und nicht eine Litze von einem Kofferradiolautsprecher, in einem 100W Tieftöner reinoperiert.
So, ich habe fertig!
Gruß Frank - Potsdam