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Harman Kardon Citation Twelve Deluxe
#1
Fünfzig Jahre alt ist die  Citation Twelve mittlerweile, und -angeblich- soll das Gerät relativ selten sein....Zumindest sagte man mir das so. Die Endstufe gehört einem Bekannten, der sie irgendwann gebraucht gekauft, aber nie betrieben hat. Jetzt wo er sie verkaufen wollte, stellte sich heraus, dass sie nicht ordentlich funktioniert. Da mich solche Exoten interessieren, bat ich ihm an, das Gerät zu reparieren....Eine "Große Sache" war das nicht, denn die Schaltung selbst ist ziemlich rudimentär.  So war das damals nun mal....

Der optische Zustand ist -gemessen am Alter- noch ziemlich ordentlich. Zwar gibt es am Holzhaus ein paar Schrammen, die man aber getrost übersehen kann. Mit etwas Politur kommt die Maserung schön hervor.
[Bild: c1.jpg]

Wer den Netzschalter sucht, wird enttäuscht. Es gibt keinen. Vermutlich schaltet die Vorstufe über eine Steckdose die Endstufe mit ein.

[Bild: c2.jpg]

Auf der Rückseite findet man neben ordentlichen (bananafähigen) Lautsprecherterminals und den Cinchbuchsen noch  zwei Netzsicherungen.

[Bild: c3.jpg]

Ausser lautem Brummen war dem Gerät nicht viel zu entlocken.  Hier dürfte zur Abwechslung ein Elkotausch anstehen....Hurra....Endlich.
[Bild: c1.jpg]
Das Chassis kann wie bei einem alten Röhrenradio aus dem Holz gezogen werden. Die Frontplatte verbleibt am Holzhaus.
Die vier 6 mF Mallory Elkos sind .....trocken....und zwar richtig.

[Bild: c4.jpg]

[Bild: c6.jpg]


Das habe ich in dieser Form auch noch nicht gesehen.

[Bild: c7.jpg]

Hinter den Stiftleisten erkennt man die beiden Bimetallschalter, die als Kurzschluss- und Überstromabschaltung auf die Lautsprecherausgänge wirken . An je einem der alten RCA Endtransistoren
befinden sich nochmal "thermal breaker"
[Bild: c8.jpg]

Als Ersatz habe ich vier Stück 10mF 55V Elkos verwendet, die ich noch als "new old stock" liegen hatte. Wären nur zwei Elkos fällig gewesen, hätte ich mechanisch passenderen Ersatz gehabt.
Mit ein wenig Kompriband geht es aber auch so, und es sieht m.E. auch ganz ordentlich aus.


[Bild: c332.jpg]


[Bild: c9.jpg]



[Bild: c11.jpg]


[Bild: c13.jpg]


Auf dem Print wurden ebenfalls alle Elkos erneuert...Allzuviele waren es ja nicht.

[Bild: c17.jpg]
In dem Gerät ist nach wie vor die erste, originale Halbleiterbestückung verbaut. Auch die alten RCA Transistoren sind noch original. Darunter ist die thermisch mehr oder weniger angekoppelte Doppeldiode
zur Drift Kompensation zu erkennen. Den Ruhestrom kann man irgendwo zwischen 30 und 70 mA einstellen. Das hat auf das Ergebnis keinen erwähnenswerten Einfluss.

[Bild: c15.jpg]

Ein mal durchklingeln....

[Bild: c14.jpg]

FFT, 1KHz, 1W , 8R , Ch1
[Bild: plot0130.gif]
Ch 2


[Bild: plot0131.gif]
Spektrum der Netzstörungen am Ausgang, bezogen auf 2,83V.  Eine deutliche Verbesserung zum Ursprungszustand.Wink3

[Bild: c3.jpg]
Frequenzgang, 1W, 8R,  ca. 68KHz (-0.5 dB), >200 KHz (-3 dB) Beide Kanäle wunderschön deckungsgleich.

[Bild: c5.jpg]
Ausgangsimpedanz (grün) und Dämpfungsfaktor in Bez. auf 8R :

[Bild: dam.jpg]

THD & N vs. Power, 1 KHz  into 8R, 22KHz bw, beide Kanäle zeitgleich. Knapp 70W x2 , Stromaufnahme im Maximum ca. 250Watt. (idle 40) Die Transformatoren sind auf Pos. 240V konfiguriert.

Geräuschspannungsabstand in Bez. auf 1W :  97dB(A) Links, 98 dB(A) rechts.


[Bild: c2.jpg]

Das Gerät soll verkauft werden. Wer sich für sowas interessiert, darf sich gerne melden. (verkauft Wink3)


[Bild: xxy.jpg]
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#2
Schon erstaunlich, was der Elkotausch bewirkt hat. Danke fürs Zeigen und die Messungen!

Die Deckungsgleichheit der Kanäle beim Frequenzgang ist ja echt enorm, und das noch nach 50 Jahren !



Thumbsup
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#3
Scope,

simple Frage. Die Replacement - Kondensatoren 55V 10mF , wie sind die gemessenen Kapazitätswerte ?
Habe bei Neuware festgestellt , dass dort die -20 % voll ausgenutzt werden.
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#4
Mit den Messungen ist das oft "so eine Sache", da tatsächlich in 90% aller im Netz zu lesenden Beschwerden und Berichte, die üblichen Meßgeräte verwendet werden, die man im Internet für 15 bis 50 € kaufen kann.
Dennoch kommt es vor, dass 10% nach unten hin zu messen sind. 20% sind eher die Ausnahme. Die verwendeten "nos" Elkos liegen hier seit vielen Jahren....Mit durchschnittlich 9,9 mF und 14 Milliohm (100 Hz) sind sie abs. OK. Gemessen ohne irgendeine vorherige Nachformierung.

Vor Jahren habe ich hier einen Bericht eingestellt, in dem ich einige Hersteller diesbezüglich verglichen habe. Es wurde Neuware verglichen, deren "shelf-time" ich natürlich nicht kannte. Ob ich den aber noch finde???
[-] 1 Mitglied sagt Danke an scope für diesen Beitrag:
  • Frunobulax
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#5
Scope,
aufgrund Deines Kommentars habe ich noch einmal nachgemessen .
LCR-Meter : Peaktech 2165 . Bei 2 Kondensatoren 63V 10mF habe ich 9,13 mF und 60 mOhm gemessen . Meßfrequenz 120 Hz .
Das Meßgerät hat in dem Bereich allerdings eine Genauigkeit von plus/ minus 5% .
Bevor ich also den Kondensator - Hersteller denunziere, müsste ich erst mal ein besseres Meßgerät anschaffen.
Vielen Dank noch mal für die Erläuterung.
Georg
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#6
Zitat:Bevor ich also den Kondensator - Hersteller denunziere, müsste ich erst mal ein besseres Meßgerät anschaffen.


Deine Schlussfolgerung gibt mir Rätsel auf.
Einerseits, da dein Peaktech bereits nicht mehr zu den Geräten zählt, die ich weiter oben erwähnte, andererseits, da du in deinem Beispiel unter 10% (und nicht 20%) Toleranz gemessen hast.

Wie muss ich das also verstehen?

Zu den 60 mohm: Entweder hast du das Gerät vor der Messung nicht "genullt", oder der Elko hat einen ziemlich hohen ESR.
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#7
war ne hübsche Kombi und sicher wirklich selten!

[Bild: 4b3952b8c4087c2c35543ace35c85231-hi-fi-a...kardon.jpg]

Bild im Netz geklaut
Hi

Uli

„Wenn Freiheit irgend etwas bedeutet, dann das Recht, Leuten zu sagen, was sie nicht hören wollen.“ G. Orwell
[-] 7 Mitglieder sagen Danke an Eidgenosse für diesen Beitrag:
  • lyticale, stephan1892, onkyo, cola, Caspar67, havox, Deubi
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#8
Klasse Bericht mit entsprechenden Erläuterungen. Habe diese Endstufe (samt Citation 11 - Vorstufe) leider noch nicht hören können...
Taucht ab und zu mal auf und dann gar nicht so teuer (ich weiss, ist relativ). Selten sicher, weil damals vermutlich recht teuer...

Gruss Dirk
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#9
Scope ,
dass mit den 20 % ist wohl meiner Vergesslichkeit geschuldet !
Die 60 mOhm ( R - seriell ) verstehe ich auch nicht . Habe bei beiden Kondensatoren diesen Wert abgelesen .
Das Gerät zeigt Q /D oder R an. Die Werte für den Verlustfaktor D = 0,404 ; Güte Q = 2,474 .

P.S. die gemessenen Werte von 8 mF waren bei einem Setup : R - parallel Einstellung !
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#10
Du musst das Gerät entweder auf "auto" (sofern machbar), oder auf "seriell" einstellen.
[-] 2 Mitglieder sagen Danke an scope für diesen Beitrag:
  • Pino, HVfanatic
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#11
Hallo Scope,

nach Deinem Wink mit dem Zaunpfahl .
Set = auto oder Seriell  und Cal = short !

habe ich nun folgende Werte gemessen :

Kapazität = 9,21 mF    D = 0,134    Q  = 7,459  R = 0,02 Ohm

Damit dürfte die Welt wieder in Ordnung sein  und für mich gilt , etwas mehr Sorgfalt beim Messen zu walten .
  Danke für die konstruktiven Kommentare .

          Georg
[-] 2 Mitglieder sagen Danke an Pino für diesen Beitrag:
  • HVfanatic, scope
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