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Capstanmotor Nakamichi 582
#1
Hallo zusammen,

ich habe hier noch ein Nakamichi 582 mit ernsten Problemen. Einige "Tuning-Maßnahmen" habe ich schon zurückgebaut, die üblichen Problemchen beseitigt und bin nun am Laufwerk hängengeblieben.
Zunächst lief es noch So-La-La... dann trat das Symptom auf an dem ich nun arbeite. Der Capstanmotor läuft kurz mit einigermaßen normaler Geschwindigkeit an, dann fällt die Geschwindigkeit sehr schnell immer weiter bis zum Stillstand ab.
Die "Umgebung" habe ich durch und kann ein elektronisches Problem was die Stromversorgung etc. angeht ausschließen.
Ich habe mich also entschlossen den Motor zu zerlegen. Ich habe noch einen Ersatz da den ich im Notfall nehmen könnte, der Mabuchi hat allerdings eine kürzere Welle und ich würde den Original-Motor natürlich schon aus Interesse und Ehrgeiz gerne retten.

Ein Motor mit einer solchen Regelung und Aufbau hatte ich noch nicht ... weder das Zerlegen noch den Zusammenbau möchte ich mehrmals erledigen, davon wird das Teil an einigen Details auch nicht besser, deshalb die konkrete Frage zur Funktionsweise einiger Bauteile die man auf den Bildern hoffentlich gut erkennen kann.


[Bild: IMG-1566.jpg]


[Bild: IMG-1567.jpg]


[Bild: IMG-1569.jpg]


[Bild: IMG-1572.jpg]

Ich habe den Motor letztlich von beiden Lagerseiten geöffnet wie auf den Bildern zu erkennen... auf der Motorwelle gut erkennbar ist diese gerasterte Scheibe montiert. Hat ja auf jeden Fall mit der Regelungselektronik zu tun die auf einer Platine an einem Ende des Motors sitzt und müsste nach meiner Einschätzung fest mit der Motorwelle verbunden sein. In diesem Fall ist das leider nicht so... wenn man die Motorwelle festhält dann kann man diese Scheibe trotzdem drehen. 
Zum Einen würde mich die genaue Funktionsweise interessieren... gerne auch ein Stichwort unter dem man Informationen zu dieser Bauart finden kann... zum Anderen natürlich die Beantwortung meiner Frage: also Scheibe fixieren oder so "eingeschränkt drehbar" lassen?

Ich hoffe auf die Motorspezialisten  Thumbsup

schönen Abend
Andreas
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#2
Moin,
das ist Etwas, das um 1980 ziemlich weit verbreitet war, dann aber wieder ausstarb, weil zu teuer:
Ein Motor mit Tachogenerator.
Der Tachogenerator liefert ein Signal, das dem Drehzahlregler zugefuehrt wird und ihm die Information ueber die aktuelle Motordrehzahl liefert.
Davon gab es zwei Varianten:
- Der Spannungstacho, der Generator liefert letztendlich eine drehzahlabhaengige Gleichspannung (durch Gleichrichtung der erzeugten Wechselspannung). Das duerfte hier der Fall sein, denn der Regler besteht nur aus relativ wenigen Bauteilen (*).
- Der Frequenztacho, die Frequenz, die der Tacho liefert, wird ausgewertet, im Idealfall mit einer Quarzreferenz verglichen. Wenn man es geschickt anstellt, reicht auch ein RC-Oszillator (FG-Servo).

Wenn der Motor nach kurzer Zeit stehenbleibt:
In welchem Zustand sind Kollektor und Buersten?
Wie entwickelt sich die Stromaufnahme?
Hier habe ich den Regler in Verdacht, dummerweise kann man durch den Aufbau schlecht mit Kaeltespray nach thermischen Fehlern suchen.

Die auf der Motorwelle sitzende Scheibe muss natuerlich fest mit dieser verbunden sein.


(*) ein typisches Schaltbild solch eines Motors findet sich beim Grundig CNF350

Edit:
Die Standardschaltung ohne Tacho verwendet die vom Rotor erzeugte Gegenspannung, um daraus die Drehzahlinformation abzuleiten. Das ist allein schon durch den Weg ueber die Buersten mit Fehlern behaftet und daher zweite Wahl. Aber immer noch gut genug, um das ab etwa Anfang der 80er praktisch nur noch zu verwenden, von Ausnahmen (meist Direktantrieb) abgesehen. Die Methode an sich geht bis in die 60er zurueck.
Fuer "billige" Henkelgeraete gab es noch den Fliehkraftregler. Hat funktioniert, aber irgendwann wurde der einfache Transistorregler auch fuer diese Geraeteklasse erschwinglich.

73
Peter
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  • Caspar67, akguzzi, stephan1892, Armin777
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#3
Hallo Peter,

vielen Dank für die ausführliche Beschreibung. Dann war meine Vermutung, dass diese Konstruktion nur Sinn macht wenn die Scheibe fixiert ist ja nicht ganz falsch.
Die Bürsten und der Kollektor sehen, im Gegensatz zu beispielsweise dem Reel-Motor dieses Nakamichi, wirklich sehr sehr gut aus... da war kein Eingreifen nötig.
Was ich mittlerweile sagen kann... die Lager waren trocken, ebenso der kleine Elko auf der Regelungsplatine.
Ich werde also die "Scheibe" mal fixieren, den Lagern ein Tröpfchen Öl spendieren und dann wieder mit dem Zusammenbau beginnen. Der Elko ist natürlich auch schon gewechselt.

Was die Verwendung von Fliehkraftreglern in billigen Henkelgeräten angeht... im Pioneer CT-F1250 ist ein solcher Motor zu finden Floet

schönen Abend und Danke!
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#4
(29.06.2023, 19:28)akguzzi schrieb: Was die Verwendung von Fliehkraftreglern in billigen Henkelgeräten angeht... im Pioneer CT-F1250 ist ein solcher Motor zu finden

Moin,
Mist, ich haette drauf achten sollen, als ich vor einiger Zeit mal so einen durchgesehen habe.
;-)


73
Peter
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  • akguzzi
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