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FTZ-Entstörung Phono MM
#1
Guten Morgen zusammen,

ich bin neu hier und starte gleich mal mit einer oder zwei Fragen. Zur Situation: Zur Musik und HiFi bin ich Ende der 70er Anfang der 80er Jahre gekommen. Aus dieser Zeit habe ich noch ein paar hübsche Teile der Marken Pioneer, Accuphase, Luxman und Thorens.
 
Genervt durch die damals weit verbreitete FTZ-konforme Entstörung der Phono-Vorstufen durch eine unangemessene Erhöhung der Kapazität im Eingang wurde ich zum MC-Fan. Ich habe noch immer ein Yamaha MC-9, ein Denon DL-103, ein AT 3100 XE und von der High-Output Fraktion ein AT-3200 XE. Mein damaliger Favorit war das MC-9.

Geblendet durch die digitale Euphorie der späten 80er und 90er Jahre bin ich dann auf CDs umgestiegen und habe mir im Laufe der Zeit eine ordentliche Sammlung zugelegt. Höre diese über Teac VRDS-7 sowie Accuphase DP-55. Nun habe ich in meinem Leben wieder etwas mehr Zeit und werde zunehmend genervt durch die Haptik der CDs. V.a. das Jewel Case (eckig, billig, knarzend) stört mich mittlerweile so, dass ich mich sukzessive von allen meinen CDs trennen werde (bis auf die Digipaks!). Was mir an den CDs auch fehlt ist die Sinnlichkeit, die beim Auflegen und Spielen eines Vinyls entsteht. Nichts davon bleibt bei der CD übrig!! Wenn ich Musik beliebig hören möchte, tue ich dies Lossless über die bekannten Streaming Dienste und einen Netzwerkplayer von Cambridge und stelle keinen klanglichen Unterschied zur CD fest.

Zum tatsächlichen Musikhören habe ich aber meine Vinylsammlung aus den 70ern und 80ern wiederentdeckt. Und hier kommt das Problem: Alle meine MCs haben mittlerweile gut 1000 Betriebsstunden auf dem Buckel und ich meine, das hört man mittlerweile. Leider gibt es mittlerweile keine brauchbaren MC-Systeme unter 200 € mehr und ich habe keine Lust 4x500 € für meine 4 Plattenspieler auszugeben. Somit werde ich wohl auf MM umsteigen. Hier liebäugle ich mit dem Goldring E3, dem AT-VM95-SH, dem Sumiko Pearl und zu Hause liegt noch ein NOS Audio-Technica 120e ungespielt herum. Ja, ich weiss, das sind alles keine High-End Produkte, aber mittlerweile habe ich eine klare Philosophie zur High-End im HiFi-Bereich: Ca. 90% des Top-Klangs sind mit 25% der Kosten eines tatsächlichen High-End Geräts zu erreichen. Willst Du die restlichen 10% rauskitzeln, musst Du das vier- bis fünffache investieren. Und das sind meine Ohren mittlerweile wirklich nicht mehr wert...

Daher werde ich mir preislich attraktive, sehr gute MM-Abnehmer zulegen um auch zu erfahren, was heutzutage mit MM möglich ist und wie die Unterschiede an meinen Kombinationen klingen. Das Problem dabei wird jedoch die Anschlusskapazität der MM-Eingänge meiner Verstärker sein. Ich spreche hier von einem Accuphase E-205, einem Pioneer A-717 MkII, einem Yamaha A-1000 sowie einem Luxman L-510. Ich gehe davon aus, dass alle 4 Verstärker unter einer FTZ-Entzerrung im - ansonsten guten - Phono-Eingang leiden, die einen Yinyl-Genuss mit MM unmöglich machen. Von einem befreundeten Elektroniker - der mittlerweile allerdings verstorben ist - hatte ich in den 80ern mal erfahren, dass die Erhöhung der Gesamtkapazität zur Funkentstörung einfach durch parallel geschaltete Keramikkondensatoren im Phonoeingang direkt in der Vorstufe erzeugt wurde. Und man nur die betreffenden Kondensatoren nur ablöten (ein Füßchen in die Höhe!) muss um die ursprüngliche Anschlusskapazitäten zwischen 50 und 200 pF wieder zu erreichen. Der Sound wäre dann auch wieder sauber wie bei MC. Nun meine Fragen: kann mir jemand sagen mit welchen Anschlusskapazitäten in der Phono-MM Stufe die 4 obigen Verstärker für den deutschen Markt ausgeliefert wurden oder wo ich diese Werte evtl. finden kann? Und die zweite Frage wäre: kann mir jemand einen Tipp geben, wo ich die guten Stücke von den betreffenden  Kondensatoren befreien lassen kann? Evtl. eine Werkstatt, die sich auf Klassiker aus den 80ern spezialisiert hat. Ich schraube und löte auch gerne selbst einmal und mit der passenden Beschreibung oder einem Bild würde ich es auch selbst mal wagen. Vielleicht zuerst beim Pioneer...

Herzlichen Dank und liebe Grüße!
Paul
[-] 1 Mitglied sagt Danke an Accuman für diesen Beitrag:
  • HiFi1991
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#2
Zu "bezahlbaren" MCs:
Denon DL-110, gebaut seit 1984, gibts immer noch neu ab ca. 250,- €.
Das ist ein High Output MC.
Oder das Denon DL-103, findet man auch schon für unter 300,- €
Oder das Audio Technica AT-OC9XEB, gibts ab ca. 220,- €
Das nächst größere AT-OC9XEN gibts ab ca. 290,- €.
Oder das Ortofon MC X10 oder Quintet Red, gibts beide ab ca. 290,- €

Es gibt also durchaus noch preisgünstige MCs.

Was die durch die FTZ vermurkste Eingangskapazität angeht:
Da habe ich noch nie Herstellerangaben gefunden.
Die Herstellerangaben geben immer die Eingangskapazität für die nicht FTZ-vermurkste Version an.
Um die reale Eingangskapazität in Erfahrung zu bringen, müsste man alte Tests lesen, denn die HiFi-Blätter haben die damals gemessen.
Und da gabs z.T. wirklich extreme Fälle.
Ich habe noch einen alten Sony-Receiver, Werksangabe um die 200 pF, gemessen wurde von der Zeitschrift Stereoplay damals satte 900 pF!
Der Receiver hat nur einen MM-Eingang, die Lösung war dann ein HighOutput MC.
Ich habe mich damals für das Denon DL-110 entschieden.
[-] 1 Mitglied sagt Danke an Passat für diesen Beitrag:
  • Accuman
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#3
Guten Morgen,

ich versuche einmal etwas zu helfen.


Bevor du die Kapazitäten in deinem Verstärker änderst, solltest du zuerst rausfinden, welche Kapazität deine Verkabelung des jeweiligen Plattenspielers hat !
Das solltest du vorher messen ! 

Danach die Kapazität des Systems berücksichtigen !


Ein Beispiel:

Die Verkabelung von Plattenspieler X hat rund 170p. Das Goldring E3 sollte mit max. 200p abgeschlossen werden ! Ein Pioneer A 717 hat 220p/270p !

Das heißt: Plattenspieler und Verstärker weisen zusammen rund 390p bzw. 440p auf - das ist zu viel !

In der Regel steht das auf den Kondensatoren - 221 J oder 271 J = 220p oder 270p !

Der Pioneer A717 MKII müsste 220p haben, der normale A-717 müsste 270p haben - das sind die Kondensatoren C505 + C506. Diese beiden Kondensatoren solltest du auf 47p umrüsten.

Dann liegst du so bei rund 220-230p - Plattenspieler und Amp zusammen- das funktioniert sehr gut !


Das Goldring E3 besitze ich selbst - ein sehr gutes System für den Preis !

Bei Audio Technika würde ich das VM95 ML empfehlen !


50p mehr als die Systemempfehlung ist kein Problem.


Ich hoffe, ich konnte etwas helfen.

Gruß Olaf
[-] 1 Mitglied sagt Danke an Daywalker für diesen Beitrag:
  • Accuman
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#4
Danke Passat! Ich wusste gar nicht, dass es noch bezahlbare MCs gibt. V.a. das AT-OC9XEB sowie das Ortofon MC X10 klingen sehr interessant. Die werde ich mir vorab noch genauer anschauen...
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#5
Hallo Olaf, danke für Deine Infos! Ich werde es nun wahrscheinlich so machen, dass ich mir 2 neue MCs für die kapazitiv kritischen Verstärker hole (evtl. ein Ortofon X10 und ein ATOC-9 wie von Passat empfohlen) und mein vorhandenes AT120e an allen 4 Amps mal ausprobiere. Dort wo es am besten klingt, lasse ich es in der Linie und für den "zweitbesten" Amp hole ich mir dann das AT-VM95-ML. Dass sollte kapazitiv nicht ganz so kritisch sein wie das Goldring. Hast Du evtl. auch Daten zu der optimalen Anschlusskapazität für das 95-ML?
VG
Paul
P.S. Wenn das nicht klappt, kann ich immer noch rumlöten.
Ich habe auch noch ein altes Dual ULM 63e mit Originalnadel gefunden. Ist wohl baugleich mit dem Ortofon OM 5 oder OM 10? Es klingt auf jeden Fall im Thorens TD 146 am Accuphase E-205 richtig mies... Kaum Höhen und verwaschene Mitten.
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