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Reparatur Technics Equalizer SH-8046 - Designfehler
#1
Lightbulb 
Guten Tag zusammen, dieser Post geht v.a. an die Technics-Freunde:

Ich habe mir für meine Mittelklasse-Anlage bestehend u.a. aus SU-V60 einen Equalizer SH-8046 geholt, den ich mit diesem Verstärker betreiben möchte.
Da die Anlage silber ist, war es gar nicht so leicht, ein optisch noch gut erhaltenes Modell in dieser Farbe zu bekommen. Das erstandene Gerät war defekt, es kam kein Ausgangssignal an, obwohl das Spektrometer eingangsseitig gut aussah.

Ich öffnete zunächst das Gerät und sah auf dem PCB deutliche thermische Verfärbungen verursacht durch zwei Zener-Dioden, Typ Panasonic MA2150B, wie ich dem Service-Manual entnommen habe.

[Bild: 20260423-175057.jpg]

[Bild: 20260423-175109.jpg]

[Bild: 20260429-165535.jpg]

[Bild: 20260429-165552.jpg]

Dem Schaltplan folgend sind diese Dioden für die Stabilisierung der 15V DC-Spannung der OP-Amps zuständig, werden aber sehr heiß, da sie mit 1W vermutlich zu schwach dimensioniert sind. Bei 18,8V AC, die nach dem Trafo auf den Brückengleichrichter gehen, müssen sie nach der Wandlung und den Vorwiderständen immer noch zu viel abführen.
Eine der beiden Dioden ist vermutlich durch thermische Beschädigung niederohmig defekt gegangen, also leitend geworden, was auch erklären würde, warum der OP-Amp keine stabile Spannung bekommt und der Ausgang des Equalizers bis auf schwache Impulse nahezu tot ist.

Ich habe beschlossen die Dioden durch einen leistungsstärkeren 5W-Typen 1N5352 zu ersetzen.

Die beiden direkt daneben verbauten Radial-Elkos (470uF 25V 10mm) und auch zwei weitere Elkos ähnlicher Bauart (470uF 35V 10mm) in der Nähe der Leistungswiderstände sahen ebenfalls thermisch angegriffen aus, sodass ich sie gleich mit getauscht habe (Ersatztypen aus der Panasonic FC-A-Serie).

Seitdem läuft das Gerät wieder so wie es soll und ohne übermäßige Wärmeentwicklung.


[Bild: 20260429-173813.jpg]

Ich dachte ich poste das hier mal, nachdem ich beim Googlen bisher nur einen Eintrag (bei Facebook) gefunden habe, wo jemand dieses Problem beschrieben hatte, allerdings leider ohne eine Lösung.
Ich gehe davon aus, dass diese Geräte ansonsten früher oder später das Zeitliche segnen und vielleicht sogar aufgrunddessen entsorgt werden. Auch die Änderung der Netzspannung von 220V auf 230V dürfte die Symptome noch verstärken. Im schlimmsten Fall werden die Dioden beim Ableben hochohmig und zerstören die OP-Amps, aber auch das lässt sich reparieren.

Falls jemand von Euch dieses Gerät besitzt viel Freude beim Reparieren, bei Fragen bin ich gerne behilflich.
[-] 7 Mitglieder sagen Danke an tape85 für diesen Beitrag:
  • Fürchtenix, runback, DATerfreutmich, SiggiK, MiDeg, Hippman, xs500
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#2
Es ist ein Montage-, aber kein Designfehler.
Hin und wieder mache ich mir die Mühe darauf hinzuweisen, das Dioden die Verlustleistung nicht über das Gehäuse, sondern über ihre Anschlussdrähte abgeben. Wie ich sehe hast du die neuen Dioden nun mit Anstand zur Platine eingebaut, was auch korrekt ist.
[-] 2 Mitglieder sagen Danke an Florida Boy für diesen Beitrag:
  • runback, timundstruppi
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#3
Wenn eine Diode nur 1W abkann, aber mehr als 1W abgeben muss (schon rechnerisch) ist das für mich ein Designfehler und kein Montagefehler.
Die Diode ist in dem Fall nämlich umterdimensioniert.
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#4
Unterschätze mal nicht 1W Wärme an so ner kleinen Diode wenn diese "falsch" eingebaut wurde und die Wärme nicht abgeben kann (fehlende Beinchen). Das funktioniert viele Jahre mitunter, und irgendwann ists dann gut vielleicht, oder auch nicht.

Soll heißen, richtig montiert hält die wahrscheinlich ewig
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#5
Bei einem Gerät, dass über 35 Jahre funktioniert hat und jetzt kaputt ist, kann man nicht von einem Design-Fehler reden. Design-Fehler ist, wenn das Gerät kurz nach der Garantie kaputt geht.
[-] 1 Mitglied sagt Danke an Michi71MM für diesen Beitrag:
  • ted_am_see
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#6
DAS ist genaugenommen auch kein Designfehler, sondern das direkte Gegenteil, nämlich auf den Punkt genau geplante Obsoleszenz.
If you don’t believe it or don’t get it, I don’t have the time to try to convince you, sorry.
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#7
(30.04.2026, 19:49)tape85 schrieb: Wenn eine Diode nur 1W abkann, aber mehr als 1W abgeben muss (schon rechnerisch) ist das für mich ein Designfehler und kein Montagefehler.
Die Diode ist in dem Fall nämlich umterdimensioniert.

Du musst jetzt nicht bockig sein, besteht kein Grund für.

Wenn die Verlustleistung von der Beinlänge abhängt, sinkt sie zwangsläufig bei zu kurzen Beinen. Folglich ist von einer Verlustleistung von weniger als einem Watt auszugehen und im Umkehrschluss von Zerstörung bei Nennleistung.
Du erkennst die Logik?

[Bild: RiFAQrBl.jpeg]
Quelle:  The DatasheetArchive - Datasheet Search Engine

Exakt der gleichen Prämisse sind auch die neuen 5-Watt unterworfen, denn sie müssen auch nur die gleiche Verlustleistung wie die 1-Watt abgeben können.

Die braune Verfärbung ist ein Indiz, dass sich die Hitze dort staut und keine Zirkulation stattfindet. Durch die Aufheizung der Umgebung sinkt die Verlustleistung weiter ab.

Die Beinchen von neuen Dioden einfach nur umknicken und in dieser Länge einbauen ohne etwas abzuschneiden oder in die Platine ein paar Lüftungslöcher einzubringen, wären adäquate Lösungen.

Die Annahme, die Technics Mitarbeitenden hatten ihr Handwerk nicht im Griff, ist albern.
[-] 2 Mitglieder sagen Danke an Florida Boy für diesen Beitrag:
  • Thomas, Inquisition
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#8
Die Definition der Verlustleistung ist eine Zunahme der Temperatur um 40K. Wie man an den Bildchen erkennen kann ist die max. Sperrschichttemperatur 200°, da gibts durchaus noch Luft nach oben.
Allerdings heizt man damit auch die Platine und umgebende Bauteile die sowas eventuell nicht mögen.
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#9
Da wird wohl auch die Anhebung der Netzspannung von 220 Volt auf 230 Volt eine Rolle spielen.
Dadurch werden insbesondere Bauteile im Netzteil stärker belastet.
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