28.01.2014, 04:49
Hier kommt die Baustelle für's kommende Jahr.
Eine legendäre amerikanische Vorstufe namens GAS THAEDRA.
Die Bilder gab's zwar schon im Neuzugangsfred, aber auf mehrfachen Wunsch starte ich hier den Reparaturfred, auch wenn es bis auf einen wieder festgeloteten Kondensator auf der MC-Karte noch keine Reparatur gibt.
Es wird aber natürlich eine Totalrevision, mit der ich mir allerdings Zeit lasse, weil ich gerade zuviel Anderes zu tun habe.
Der Schornstein muß rauchen, wie man so schön sagt.
Aber wenn man 30 Jahre drauf wartet, kommt's auf ein paar Monate auch nicht an.
Da sich einigen bestimmt die Frage stellt: Der hier aufgerufene Preis von 2500 Tacken ist vielleicht etwas ambitioniert, aber unter 1000 geht die nie weg. Revidierte Exemplare kosten tatsächlich gern das Doppelte, wenigstens, wenn es sich um eine originale 240V-Version handelt. Davon gibts nämlich nicht viele.
Der Neupreis 1975 belief sich hierzulande auf unfaßbare 4500 DM, ein weiterer Grund, warum die nicht grad an jeder Ecke zu kriegen ist.
Und wir dürfen nicht vergessen: HighEnd war damals noch nicht erfunden.
Die THAEDRA gab es über die Zeit in mehreren Versionen, entsprechend der Geschichte der Great American Sound Co., Inc, die von dem schon bei Dynaco und SAE zu Ruhm und Ehre gelangten Entwickler James Bongiorno zur Vermarktung seiner bahnbrechenden AMPZILLA-Endstufe gegründet wurde.
Ursprünglich nur vom Herausgeber der amerikanischen Zeitschrift Popular Electronics überredet, für die Septemberausgabe 1974 einen Bausatz zu konzipieren, wuchs ihm erstens die plötzliche Auftragslage über den Kopf, zweitens waren die von der für die Teilezusammenstellung beauftragten Firma gelieferten Bauteile inkonsistent, was zu mannigfaltigsten Beschwerden führte, und drittens war sein bisheriger Arbeitgeber SAE alles andere als begeistert von der überlegenen Konkurrenz im eigenen Haus daß er sich bald entscheiden durfte, diese Aktivitäten wieder einzustellen oder künftig eigene Wege zu gehen.
Der Rest ist, wie die AMPZILLA (200Wpc/RMS an 8 Ohm bei 0.05%THD) Geschichte: James gründete mit einigen Partnern GAS - The Great American Sound, West Hollywood, California.
Die THAEDRA ist nach den kleineren Modellen THOEBE und THALIA (die ich seit 1985 besitze) das Meisterstück, die ewige Referenz der Vorverstärker.
Stahlgehäuse, 11.5kg, komplett diskreter Aufbau - und ein Sound, der damals bisher ungehört war. James' Servo-Loop-Schaltung wurde danach bis heute zum Standard in der Audioindustrie und danach war nichts mehr wie vorher.
Erreicht wurde das, was die THAEDRA vorgab, denn auch bis heute nur von wenigen Vorstufen - etwa seiner eigenen, erst vor wenigen Jahren veröffentlichten AMBROSIA, deren Schaltung aber immer noch auf dem Quantensprung THAEDRA basiert.
Es dauerte nicht lange, bis James, uneinig mit seinen Partnern, die Firma verließ, was zur Folge hatte, daß sein "Lehrling" Andy Hefley die Phonostufe der THAEDRA grundlegend veränderte, letztlich, weil er, wie fast die gesamte Fachwelt bis heute, das Konzept von James' Schaltungen nicht wirklich verstehen konnte - und vor allem wohl keine Ohren im Kopf hatte.
Die Welt ist sich jedenfalls darüber einig, daß das Ding danach außer dem Namen wenig mit dem Urmodell zu tun hatte. Sie wurde dann später auch als THAEDRA II verkauft, die Änderungen gab es aber leider schon früher.
Das, was James', der selbst begabter Jazzpianist war, Schaltungen für die Musikalität der Darbietung bedeuten, kann man nur schwer in beschreibende Worte fassen.
Das Einzige, was man feststellen kann, ist, daß man danach nichts anderes mehr hören will, weil es eben keine Musik macht.
Ich bin mit 30 Jahren Bongiorno-Verstärkern sicher ein etwas extremeres Beispiel, das kann ich gern zugeben, aber ich bin mir sicher, daß auch ein halbes Jahr reicht, um nicht mehr zurück zu können.
Man darf sich das Ausmaß des Unterschieds etwa so vorstellen wie den zwischen einer eine Aufnahme auf einer Studiobandmaschine und einer auf DAT.
Fakt ist, daß ich in den 30 Jahren Legionen von Verstärkern ausprobiert habe, vor allem weil mir die Leistung der GRANDSON nicht gereicht hat, aber alle wieder gegangen sind. Die Endstufe, die dem, was ich gewöhnt bin, noch am nächsten kam, war eine Forté 1A, eine 80Wpc-Class A von Nelson Pass.
Aber im direkten Vergleich...thank you, but no thank you.
James, in seiner unnachahmlichen Art, äußerte sich folgendermaßen über die Änderungen von Hefley:
Entsprechend schwierig ist es also, dieses Urmodell zu finden, denn wer eins hat, gibt es nicht mehr her.
Von außen gibt es nur zwei Merkmale, an denen sich die Versionen unterscheiden lassen. Zum einen die Power-LED, die im Original grün ist und einen Facettenschliff besitzt (hab ich sonst auch nich nie gesehen) und zum Anderen die Markierungen um die Regler, bzw. das Fehlen derselben.
Ein Urmodell, und dann auch noch in originaler 240V-Version ist demnach wie ein Sechser im Lotto.
Und genau so eins steht jetzt hier. Lang hat's gedauert, aber daß auch an dieser Stelle irgendwann Vollzug zu vermelden sein wird, war mir immer klar.
Antreiben wird sie, wenn es soweit ist, natürlich eine AMPZILLA, bei mir eine der letzten Inkarnation, Son of AMPZILLA 2000.
Der Zusatz 2000 kommt übrigens von dem verwendeten Ringkerntrafo von der Größe eines Kochtopfes mit 2000VA...
Die egatterte THAEDRA ist leider in etwas beklagenswertem Zustand. es fehlen die frontseitigen TAPE-Anschlüsse und eine Schalterachse ist abgebrochen. Außerdem fehlt der zugehörige Knopf.
Ich hatte mich angesichts dieser Kampfspuren seelisch bereits darauf eingestellt, daß es sich möglicherweise um einen halb ausgeschlachteten Ersatzeilträger handelt.
War mir aber egal. Sie muß so oder so komplett revidiert werden.
Umso größer war natürlich die Freude, als ich feststellte, daß sie ansonsten in unangetastetem Originalzustand ist.
Und so sieht sie aus:
Die MC-Karte:
Die MM-Karte:
Die Line- Amp-Karte:
Und die Stromversorgung:
Blick auf das Motherboard:
Hier die fragliche LED, das berühmte Facettenauge:
Und die abgebrochene Schalterachse:
Weder Schalter noch fehlender Knopf stellen ein größeres Problem dar, denn Mike Bettinger, der nicht erst seit dem Tod von James im letzten Jahr DIE Adresse für alles ist, was mit GAS zusammehängt, hat alles da, was man braucht.
Der Mann hat mir, neben James selbst, schon unglaublich freundlich und kompetent bei der Revision meiner GRANDSON geholfen.
Natürlich habe ich ihn sofort angeschrieben, und dabei euch gleich ein weiteres Anliegen formuliert. ich brauche nämlich die MC-Karte nicht, weil ich an beiden Plattenspielern grundsätzlich nur MMs betreibe. Da die Karten, wie man in meinen Bildern ja gut sehen kann, aber steckbar sind, muß ich einfach anstelle der MC-karte eine zweite MM-Karte stecken - und die muß ich von ihm bekommen.
Eine erste Reaktion auf die Fragen zu meinen Neuzugang kam heute an:
Er hat mich um zwei Wochen Geduld gebeten, weil er ziemlich viel zu tun hätte, aber wie gesagt - jetzt, wo das Ding endlich hier steht, ist sowieso schon alles gut.
Was sind zwei Wochen ?
In diesem Sinne, bis in zwei Wochen...oder mehr !
Eine legendäre amerikanische Vorstufe namens GAS THAEDRA.
Die Bilder gab's zwar schon im Neuzugangsfred, aber auf mehrfachen Wunsch starte ich hier den Reparaturfred, auch wenn es bis auf einen wieder festgeloteten Kondensator auf der MC-Karte noch keine Reparatur gibt.
Es wird aber natürlich eine Totalrevision, mit der ich mir allerdings Zeit lasse, weil ich gerade zuviel Anderes zu tun habe.
Der Schornstein muß rauchen, wie man so schön sagt.
Aber wenn man 30 Jahre drauf wartet, kommt's auf ein paar Monate auch nicht an.
Da sich einigen bestimmt die Frage stellt: Der hier aufgerufene Preis von 2500 Tacken ist vielleicht etwas ambitioniert, aber unter 1000 geht die nie weg. Revidierte Exemplare kosten tatsächlich gern das Doppelte, wenigstens, wenn es sich um eine originale 240V-Version handelt. Davon gibts nämlich nicht viele.
Der Neupreis 1975 belief sich hierzulande auf unfaßbare 4500 DM, ein weiterer Grund, warum die nicht grad an jeder Ecke zu kriegen ist.
Und wir dürfen nicht vergessen: HighEnd war damals noch nicht erfunden.
Die THAEDRA gab es über die Zeit in mehreren Versionen, entsprechend der Geschichte der Great American Sound Co., Inc, die von dem schon bei Dynaco und SAE zu Ruhm und Ehre gelangten Entwickler James Bongiorno zur Vermarktung seiner bahnbrechenden AMPZILLA-Endstufe gegründet wurde.
Ursprünglich nur vom Herausgeber der amerikanischen Zeitschrift Popular Electronics überredet, für die Septemberausgabe 1974 einen Bausatz zu konzipieren, wuchs ihm erstens die plötzliche Auftragslage über den Kopf, zweitens waren die von der für die Teilezusammenstellung beauftragten Firma gelieferten Bauteile inkonsistent, was zu mannigfaltigsten Beschwerden führte, und drittens war sein bisheriger Arbeitgeber SAE alles andere als begeistert von der überlegenen Konkurrenz im eigenen Haus daß er sich bald entscheiden durfte, diese Aktivitäten wieder einzustellen oder künftig eigene Wege zu gehen.
Der Rest ist, wie die AMPZILLA (200Wpc/RMS an 8 Ohm bei 0.05%THD) Geschichte: James gründete mit einigen Partnern GAS - The Great American Sound, West Hollywood, California.
Die THAEDRA ist nach den kleineren Modellen THOEBE und THALIA (die ich seit 1985 besitze) das Meisterstück, die ewige Referenz der Vorverstärker.
Stahlgehäuse, 11.5kg, komplett diskreter Aufbau - und ein Sound, der damals bisher ungehört war. James' Servo-Loop-Schaltung wurde danach bis heute zum Standard in der Audioindustrie und danach war nichts mehr wie vorher.
Erreicht wurde das, was die THAEDRA vorgab, denn auch bis heute nur von wenigen Vorstufen - etwa seiner eigenen, erst vor wenigen Jahren veröffentlichten AMBROSIA, deren Schaltung aber immer noch auf dem Quantensprung THAEDRA basiert.
Es dauerte nicht lange, bis James, uneinig mit seinen Partnern, die Firma verließ, was zur Folge hatte, daß sein "Lehrling" Andy Hefley die Phonostufe der THAEDRA grundlegend veränderte, letztlich, weil er, wie fast die gesamte Fachwelt bis heute, das Konzept von James' Schaltungen nicht wirklich verstehen konnte - und vor allem wohl keine Ohren im Kopf hatte.
Die Welt ist sich jedenfalls darüber einig, daß das Ding danach außer dem Namen wenig mit dem Urmodell zu tun hatte. Sie wurde dann später auch als THAEDRA II verkauft, die Änderungen gab es aber leider schon früher.
Das, was James', der selbst begabter Jazzpianist war, Schaltungen für die Musikalität der Darbietung bedeuten, kann man nur schwer in beschreibende Worte fassen.
Das Einzige, was man feststellen kann, ist, daß man danach nichts anderes mehr hören will, weil es eben keine Musik macht.
Ich bin mit 30 Jahren Bongiorno-Verstärkern sicher ein etwas extremeres Beispiel, das kann ich gern zugeben, aber ich bin mir sicher, daß auch ein halbes Jahr reicht, um nicht mehr zurück zu können.
Man darf sich das Ausmaß des Unterschieds etwa so vorstellen wie den zwischen einer eine Aufnahme auf einer Studiobandmaschine und einer auf DAT.
Fakt ist, daß ich in den 30 Jahren Legionen von Verstärkern ausprobiert habe, vor allem weil mir die Leistung der GRANDSON nicht gereicht hat, aber alle wieder gegangen sind. Die Endstufe, die dem, was ich gewöhnt bin, noch am nächsten kam, war eine Forté 1A, eine 80Wpc-Class A von Nelson Pass.
Aber im direkten Vergleich...thank you, but no thank you.
James, in seiner unnachahmlichen Art, äußerte sich folgendermaßen über die Änderungen von Hefley:
Zitat:The II has a screwup in the RIAA equalization in that the Stopper resistor was removed.
Therefore, the high end response in not correct.
Secondly, they added emitter followers to both phono sections which is patently absurd as these are not needed at all.
The original cards would already drive 600 ohms.
Finally, the beautiful FET input line amp that I did was totally
discarded and replaced with an all bipolar transistor circuit. This newer
circuit was totally DC coupled which could turn out to be a disaster.
Also, the servo circuits were not always effective leaving some units
with DC offset at either the input (which causes clicks when the volume
control was rotated) or the output or both. There were three DC
adjustments for offset which is totally nuts.
Entsprechend schwierig ist es also, dieses Urmodell zu finden, denn wer eins hat, gibt es nicht mehr her.
Von außen gibt es nur zwei Merkmale, an denen sich die Versionen unterscheiden lassen. Zum einen die Power-LED, die im Original grün ist und einen Facettenschliff besitzt (hab ich sonst auch nich nie gesehen) und zum Anderen die Markierungen um die Regler, bzw. das Fehlen derselben.
Ein Urmodell, und dann auch noch in originaler 240V-Version ist demnach wie ein Sechser im Lotto.
Und genau so eins steht jetzt hier. Lang hat's gedauert, aber daß auch an dieser Stelle irgendwann Vollzug zu vermelden sein wird, war mir immer klar.
Antreiben wird sie, wenn es soweit ist, natürlich eine AMPZILLA, bei mir eine der letzten Inkarnation, Son of AMPZILLA 2000.
Der Zusatz 2000 kommt übrigens von dem verwendeten Ringkerntrafo von der Größe eines Kochtopfes mit 2000VA...
Die egatterte THAEDRA ist leider in etwas beklagenswertem Zustand. es fehlen die frontseitigen TAPE-Anschlüsse und eine Schalterachse ist abgebrochen. Außerdem fehlt der zugehörige Knopf.
Ich hatte mich angesichts dieser Kampfspuren seelisch bereits darauf eingestellt, daß es sich möglicherweise um einen halb ausgeschlachteten Ersatzeilträger handelt.
War mir aber egal. Sie muß so oder so komplett revidiert werden.
Umso größer war natürlich die Freude, als ich feststellte, daß sie ansonsten in unangetastetem Originalzustand ist.
Und so sieht sie aus:
Die MC-Karte:
Die MM-Karte:
Die Line- Amp-Karte:
Und die Stromversorgung:
Blick auf das Motherboard:
Hier die fragliche LED, das berühmte Facettenauge:
Und die abgebrochene Schalterachse:
Weder Schalter noch fehlender Knopf stellen ein größeres Problem dar, denn Mike Bettinger, der nicht erst seit dem Tod von James im letzten Jahr DIE Adresse für alles ist, was mit GAS zusammehängt, hat alles da, was man braucht.
Der Mann hat mir, neben James selbst, schon unglaublich freundlich und kompetent bei der Revision meiner GRANDSON geholfen.
Natürlich habe ich ihn sofort angeschrieben, und dabei euch gleich ein weiteres Anliegen formuliert. ich brauche nämlich die MC-Karte nicht, weil ich an beiden Plattenspielern grundsätzlich nur MMs betreibe. Da die Karten, wie man in meinen Bildern ja gut sehen kann, aber steckbar sind, muß ich einfach anstelle der MC-karte eine zweite MM-Karte stecken - und die muß ich von ihm bekommen.
Eine erste Reaktion auf die Fragen zu meinen Neuzugang kam heute an:
Zitat:Hi Spok,
Congratulations on your new Thaedra. I hope it gives you many hours of pleasure.
As for what I would suggest to be done, I am a big fan of removing the age and cleaning up the signal path. As you know it is not rocket science. I would suggest replacing all of the electrolytic caps, regardless of the measurements. The old caps are very noiisy with signal running through them and I guarantee that the low frequencies are anemic and that there is an overal backround texture to the sound that obscures lowlevel detail. I've done so many of these preamps and this is not one of those subtle improments. It does take a couple of days to break in the new caps but past that point no one has been any less than thrilled with the improvement.
The Preamp you have is an original Thaedra 1 as Bongiorno originally designed it and they are quite musical and tube-like when cleaned up.
As for parts I have replacement filter cards, maybe a separate switch. I do have one knob as well. I have a box full of parts cards and I would need to rebuild one to supply one to you.
Er hat mich um zwei Wochen Geduld gebeten, weil er ziemlich viel zu tun hätte, aber wie gesagt - jetzt, wo das Ding endlich hier steht, ist sowieso schon alles gut.
Was sind zwei Wochen ?
In diesem Sinne, bis in zwei Wochen...oder mehr !